(623) Chimaera

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(623) Chimaera ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 22. Januar 1907 vom deutschen Astronomen Karl Julius Lohnert an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,5 mag entdeckt wurde.

Schnelle Fakten Asteroid ...
Asteroid
(623) Chimaera
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Innerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2,461 AE
Exzentrizität 0,112
Perihel – Aphel 2,186 AE  2,736 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 14,126°
Länge des aufsteigenden Knotens 308,3°
Argument der Periapsis 125,1°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 6. März 2026
Siderische Umlaufperiode 3 a 314 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 18,93 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 44,1 km ± 1,0 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 14 h 38 min
Absolute Helligkeit 10,8 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
XC
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Karl Julius Lohnert
Datum der Entdeckung 22. Januar 1907
Andere Bezeichnung 1907 BC
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.
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Der Asteroid ist benannt nach dem Berg Chimaira in Lykien, dessen Gipfel Flammen spuckt und Löwen hervorbringt. Auf halber Höhe befinden sich Weiden, auf denen Ziegen grasen. Der Fuß ist von Schlangen befallen. Bellerophon machte diesen Berg bewohnbar. Dies ist die Grundlage der mythologischen Fabel, in der die Chimära ein Monster ist, das Flammen spuckt, den Kopf eines Löwen, den Körper einer Ziege und den Schwanz eines Drachen hat und von Bellerophon getötet wurde. Andere sagen, die Chimära habe drei Köpfe gehabt: einen Löwen-, einen Ziegen- und einen Schlangenkopf. Die Benennung könnte von den beiden Buchstaben der vorläufigen Bezeichnung 1907 XJ beeinflusst sein. Siehe auch die Anmerkungen bei (579) Sidonia.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (623) Chimaera, für die damals Werte von 44,1 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[1] Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 49,0 km bzw. 0,03 angegeben[2] und dann 2016 korrigiert zu 44,7 km bzw. 0,04, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.[3]

Spektroskopische Beobachtungen an der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi am 25. Mai 2009 zeigten ein Spektrum, das keine mineralogisch erkennbaren Absorptionsmerkmale aufweist. Dies deutet darauf hin, dass (623) Chimaeras Oberflächenzusammensetzung wahrscheinlich kohligen Chondriten ähnelt.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 16. bis 19. Dezember 2006 am Volunteer Observatory in Tennessee. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,635 h bestimmt.[5]

Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine nahezu in der Ebene der Ekliptik gelegene Rotationsachse sowie eine Periode von 14,6241 h berechnet.[6]

Geplante Emirates Mission to the Asteroid Belt

Bei der ab 2028 geplanten Emirates Mission to the Asteroid Belt (EMA) soll die Raumsonde MBR Explorer Ende Oktober 2034 den Asteroiden (269) Justitia erreichen und mit einem Lander erkunden. Die Planung sieht vor, dass die Raumsonde auf dem Flug zu ihrem finalen Ziel auch an sechs weiteren Asteroiden Vorbeiflüge durchführen soll, darunter auch am 12. Juni 2030 an (623) Chimaera.[7]

Siehe auch

Commons: (623) Chimaera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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