(644) Cosima
Asteroid des Hauptgürtels
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(644) Cosima ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 7. September 1907 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,2 mag entdeckt wurde.
| Asteroid (644) Cosima | |
|---|---|
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| Berechnetes 3D-Modell von (644) Cosima | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,601 AE |
| Exzentrizität | 0,154 |
| Perihel – Aphel | 2,199 AE – 3,003 AE |
| Neigung der Bahnebene | 1,041° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 110,0° |
| Argument der Periapsis | 269,3° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 31. Dezember 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 71 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,36 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 17,0 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,27 |
| Rotationsperiode | 7 h 33 min |
| Absolute Helligkeit | 10,8 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | August Kopff |
| Datum der Entdeckung | 7. September 1907 |
| Andere Bezeichnung | 1907 RG |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Cosima Wagner (1837–1930). Sie war die Tochter des ungarischen Komponisten Franz Liszt und der Gräfin Marie d’Agoult sowie die zweite Ehefrau des deutschen Komponisten Richard Wagner.
Wissenschaftliche Auswertung
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (644) Cosima, für die damals Werte von 19,9 km bzw. 0,16 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 17,5 km bzw. 0,26.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 17,0 km bzw. 0,27 korrigiert.[3]
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 6. und 7. Februar 1984 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde neben einem möglichen Wert von 7,56 h eine wahrscheinlicher erscheinende Rotationsperiode von 15,13 h abgeleitet.[4] Neue Beobachtungen vom 11. Dezember 2012 bis 8. Februar 2013 während sechs Nächten am Observatorium Bassano Bresciano in Italien bestätigten scheinbar den längeren Wert mit einer abgeleiteten Rotationsperiode von 15,113 h.[5] Dagegen führten Messungen während acht Nächten vom 1. bis 13. Februar 2013 am Elephant Head Observatory in Arizona zum Ergebnis, dass eine Rotationsperiode von 7,556 h anzunehmen ist.[6]
Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database und der Beobachtungen aus 2013 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 7,55709 h.[7] Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 7,55708 h bestimmt werden.[8]
Siehe auch
Weblinks
- (644) Cosima beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (644) Cosima in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (644) Cosima in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (644) Cosima in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).
