11. Panzer-Division (Wehrmacht)

militärischer Verband der Wehrmacht From Wikipedia, the free encyclopedia

Die 11. Panzer-Division war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Ihr Spitzname war „Gespensterdivision“.[1][2]

Aktiv1. August 1940 bis 8. Mai 1945 (Kapitulation)
StaatDeutsches Reich NS Deutsches Reich
StreitkräfteWehrmacht
TeilstreitkraftHeer
Schnelle Fakten Aktiv, Staat ...

11. Panzer-Division

Truppenkennzeichen

Truppenkennzeichen
Aktiv 1. August 1940 bis 8. Mai 1945 (Kapitulation)
Staat Deutsches Reich NS Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Panzertruppe
Typ Panzer-Division
Gliederung

Gliederung

Zweiter Weltkrieg Balkanfeldzug
Deutsch-Sowjetischer Krieg
Kursk
Charkow (1943)

Westfront 1944/45

Normandie
Ardennenoffensive
Kommandeure
Liste Kommandeure
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Aufstellung

Die 11. Panzer-Division wurde am 1. August 1940 in Thüringen durch den Wehrkreis VIII auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer aufgestellt. Dafür wurde die Anfang Dezember 1939 als selbständige Brigade aufgestellte Schützen-Brigade 11 mit dem Stab aus dem Wehrkreis IX, welche aus den Schützen-Regimentern 110 (I. aus dem Wehrkreis X und II. aus dem Wehrkreis IX) und 111 (I. und II. aus dem Wehrkreis IX), herangezogen und in die 11. Panzer-Division umgegliedert. Die Schützen-Brigade 11 wird neu errichtet.

Dabei wurde I./111 an die 14. Panzer-Division abgegeben und I./103 im Tausch der Division zugeschlagen. Das Panzer-Regiment 15 kam am 4. September 1940 von der 5. Panzer-Division hinzu. Das Kradschützen-Bataillon 61, die Aufklärungs-Abteilung 231 und die Panzerjäger-Abteilung 61 wurde zu Teilen der 231. Infanterie-Division neu gebildet. Die Nachrichten-Abteilung 341 kam von der 311. Infanterie-Division und das Pionier-Bataillon 209 von der 209. Infanterie-Division. Das Artillerie-Regiment 119, anfangs noch als Artillerie-Regiment 231 bezeichnet, wurde aus dem Artillerie-Regimentsstab 746, der I./Artillerie-Regiment 4 der 4. Infanterie-Division, der III./Artillerie-Regiment 677 und der I./Artillerie-Regiment 643, welche beides Heerestruppenteile waren, gebildet.

Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:[3]

  • Divisionsstab
  • Panzer-Regiment 15 (Sagan) mit I./II.
  • Schützen-Brigade 11 (Sagan)
    • Schützen-Regiment 110 mit I./II.
    • Schützen-Regiment 111 mit I./II.
    • Kradschützen-Bataillon 61
  • Pionier-Bataillon 209
  • Artillerie-Regiment 119 mit I. bis III.
    • Beobachtungs-Batterie 334
  • Aufklärungs-Abteilung 231
  • Panzerjäger-Abteilung 61 (aus Panzerjäger-Abteilung 222 durch Umgliederung)
    • 1. Kompanie / Fla-Abteilung 608
  • Nachrichten-Abteilung 341
  • Flak-Artillerie-Abteilung 277 (aus IV./Artillerie-Regiment 119)
  • Sonstige Versorgungstruppen mit der Nr. 89

1942 wurde das Panzer-Regiment 15 mit einer III. Abteilung unter Hinzuziehung der II./Panzer-Regiment 35 der 4. Panzer-Division erweitert. Im gleichen Jahr erhielt das Artillerie-Regiment 119 aus der Heeresflakartillerie-Abteilung 277 eine vierte Abteilung und die Aufklärungs-Abteilung 231 mit dem Kradschützen-Bataillon 61 vereinigt. Das Bataillon wurde am 29. April 1943 Panzeraufklärungs-Abteilung 11. Die IV./Artillerie-Regiment 119 wurde wieder Heeresflakartillerie-Abteilung 277 und das I./Panzer-Regiment 15 wurde als Panzer-Abteilung (Panther) 52 als Heerestruppenteil abgegeben. Im Herbst des gleichen Jahres wurde eine I. Abteilung im Panzer-Regiment 15 eingerichtet, aber die III. des Regiments aufgelöst.

Später wurden aus den Schützen-Regimentern Panzer-Grenadier-Regimenter.

Einsatz

Im Dezember 1940, noch in Polen stehend, kam die Division zur 12. Armee. Mit dieser verlegte die Division im Januar 1941 von Schlesien nach Rumänien und nahm ab dem 8. April am Balkanfeldzug teil.

Im Mai und Juni 1941 war die Division in der Heimat und kam anschließend zur 1. Panzergruppe in die Heeresgruppe Süd.

Panzer IV der Division (Divisionszeichen unterhalb der Turmnummer), Jugoslawien, 1941.

Unternehmen Barbarossa und Krieg gegen die Sowjetunion

Beim Unternehmen Barbarossa operierte die Division als Teil der Heeresgruppe Süd ab Juli 1941 zunächst in der Ukraine bei Shitomir und Uman. Am 22. Juni 1941 bildete die Division im Krieg gegen die Sowjetunion die Spitze der 1. Panzergruppe. Während der Panzerschlacht bei Dubno-Luzk-Riwne lag sie im Schwerpunkt der sowjetischen Panzerangriffe und wurde zeitweilig im Raum Dubno umschlossen, errang aber den Durchbruch auf Schepetowka. Anfang August beteiligte sich die 11. Panzer-Division an der Kesselschlacht bei Uman und im Folgemonat im Raum Gornostaipol an der Kesselschlacht um Kiew. Im September 1941 war die Division zur Verfügung der 6. Armee gesetzt, kam im Folgemonat zur 4. Panzergruppe, später 4. Panzerarmee, der Heeresgruppe Mitte. Mit dieser nahm die Division im Winter an der Schlacht um Moskau teil.[4] Ab Januar 1942 war die Division im Raum Gshatsk und blieb dort mit der 4. Panzerarmee bis Mai 1942. Ab März 1942 stand die Division für zwei Monate zur Verfügung der Heeresgruppe Mitte. Anschließend wechselte die Division in der Verfügung für einen Monat unter die Heeresgruppe Süd im Raum Orel. Im Juli 1942 war die Division in der Heeresgruppe Süd erneut bei der 4. Panzerarmee um Woronesch.

Im August 1942 wurde die Division dann wieder zur Heeresgruppe Mitte verlegt und kam zur 2. Panzerarmee, um im Bereich des Donez zu operieren. Von Oktober 1942 bis Jahresende war die Division erneut zur Verfügung gestellt (im Oktober der Heeresgruppe B, im November der Heeresgruppe Mitte und anschließend der Heeresgruppe Don), blieb aber im Raum Donez. Bis Februar 1943 blieb der Zustand der Verfügungsstellung erhalten, wobei im Januar 1943 in der Heeresgruppe Don eine Unterstellung unter die Armeeabteilung Hollidt erfolgte. Im Februar 1943 kam die Division nach Charkow erneut unter die 4. Panzerarmee. In der Folge nahm die Division an der Schlacht um Charkow teil. Im März 1943 wechselte die 4. Panzerarmee mit der 11. Panzer-Division zur Heeresgruppe Süd. Im April 1943 war die Division erneut zur Verfügung, nun der Armeeabteilung Kempf, gesetzt. Von Mai bis Juni 1943 erfolgte im Raum Charkow eine Auffrischung.

Im Juli 1943 kam die Division wieder unter die 4. Panzerarmee und war in diesem Monat am Unternehmen Zitadelle beteiligt. Die Division lag bis September 1943 im Raum Belgorod und Poltawa. Ab Oktober 1943 war sie innerhalb der Heeresgruppe Süd der 8. Armee zugewiesen. Bis November stand sie bei Krementschuk und war dann bis Februar 1944 um Tscherkassy aktiv. Erneut zur Verfügung, nun der 8. Armee gesetzt, war die Division im März 1944 um Kischinew, wechselte im Folgemonat mit der 8. Armee unter die Heeresgruppe Südukraine und kam nach Jassy. Dort war sie im Mai 1944 innerhalb der Heeresgruppe der 6. Armee zugeteilt.

Einsatz in Frankreich

Im Mai 1944 wurde sie zur Auffrischung nach Westfrankreich zur Heeresgruppe G unter die 1. Armee verlegt.[4] Hier wurden zur Auffrischung der Division Teile der 273. Reserve-Panzer-Division verwendet. Im August 1944 kam die Division zur Verfügung der 19. Armee, weiterhin in der Heeresgruppe G, nach Südfrankreich. Am 11. August verließ ein Transport mit 21 neuen Jagdpanzern IV für die Panzerjäger-Abteilung 61 der Division das Heereszeugamt.[5] Die Division kämpfte im September 1944 innerhalb der 19. Armee bei Belfort und wurde anschließend in die Saarpfalz verlegt. Dort war sie im Oktober bei der 5. Panzerarmee, dann im November 1944 zur Verfügung der 1. Armee. Zum Ausgleich für die Verluste wurde am 11. November ein erster Transport mit 14 neuen Jagdpanzern IV für die Panzerjäger-Abteilung 61 der Division das Heereszeugamt auf den Weg gebracht. Diesem folgte am 20. November ein zweiter Transport mit weiteren 6 dieser Fahrzeuge.[6]

Abwehrkampf im Rheinland

Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive (Dezember 1944/Januar 1945) zog sich die Division kämpfend über Trier, Remagen zurück. Im Januar und Februar 1945 war die Division in der Heeresgruppe B bei der 7. Armee zur Verfügung im Raum Trier, kam dann innerhalb der Heeresgruppe im März 1945 zur 15. Armee in den Raum Remagen.

Rückzug und Kapitulation

Im April 1945 wurden die Reste der Division, erneut bei der Heeresgruppe G, aber bei der 7. Armee, in Hessen und Thüringen eingesetzt. Die Division zog sich bis nach Bayern zurück, wo sie kapitulierte.[4]

Kommandeure

Vergleichende Gliederung

Gliederung der 11. Pz. Div. am 31. März 1941, taktische Zeichen
Weitere Informationen 1943 (Ostfront), 1944 (Westfront) ...
Veränderungen in der Gliederung der 11. PD von 1940 bis 1944[7]
1940 1943 (Ostfront) 1944 (Westfront)
Panzer-Regiment 15
11. Schützen-Brigade
  • Schützen-Regiment 110
  • Schützen-Regiment 111
  • Panzer-Grenadier-Regiment 110
  • Panzer-Grenadier-Regiment 111
Artillerie-Regiment 119 Panzer-Artillerie-Regiment 119
Panzerjäger-Abteilung 61
Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 277
Aufklärungs-Abteilung 231 Panzeraufklärungs-Abteilung 11
Kradschützen-Bataillon 61
Pionier-Bataillon 209
Nachrichten-Abteilung 341 Panzer-Divisions-Nachrichten-Abteilung 89
Panzer-Versorgungstruppen 61
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Die Ersatzstellung für den Stab erfolgte durch die Panzer-Ersatz-Abteilung 15 in Sagan.

Bekannte Divisionsangehörige

Literatur

  • Thomas L. Jentz: Die deutsche Panzertruppe * 1933–1942 * Band 1. 1. Auflage. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 1998, ISBN 3-7909-0623-9.
  • Thomas L. Jentz: Die deutsche Panzertruppe * 1943–1945 * Band 2. 1. Auflage. Podzun-Pallas-Verlag, Wölfersheim-Berstadt 1999, ISBN 3-7909-0624-7.
  • Samuel W. Mitcham: German Order of Battle.Panzer, Panzer Grenadier, and Waffen SS Divisions in World War II. Stackpole Books, 2007, ISBN 978-0-8117-3438-7.
  • Samuel W. Mitcham: The Panzer Legions: A Guide to the German Army Tank Divisions of World War II and their Commanders. Stackpole, 2007, S. 104–108.
  • 11. Panzer-Division. In: Veit Scherzer (Hrsg.): Deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg. Band 4. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2008, ISBN 978-3-938845-14-1, S. 219–250.
  • Rolf Stoves: Die gepanzerten und motorisierten deutschen Großverbände 1935–1945. Nebel Verlag, Eggolsheim 2003, ISBN 3-89555-102-3.
  • Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. 2. Auflage. Band 3: Die Landstreitkräfte 6–14. Biblio-Verlag, Bissendorf 1974, ISBN 3-7648-0942-6, S. 202203.
Commons: 11th Panzer Division (Germany) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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