AF Corse

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AF Corse ist ein von dem ehemaligen Rennfahrer Amato Ferrari gegründetes, auf Maserati und Ferrari spezialisiertes, italienisches Rennsportteam aus Piacenza. Es setzt Fahrzeuge in verschiedenen GT- und Langstreckenrennen, darunter auch die 24 Stunden von Le Mans, ein. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit Ferrari gilt AF Corse als das Werksteam von Ferrari im GT- und Langstreckensport.[3] Ab 2023 wird das Team auch die von Ferrari gebauten Prototypen für die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft betreuen.[3] Ab der Saison 2024 setzt AF Corse einen weiteren Ferrari 499P privat in der WEC ein.[4]

Schnelle Fakten
AF Corse
Rechtsform S. r. l.
Gründung 1995
Sitz Piacenza, Italien[1]
Leitung Amato Ferrari[2]
Mitarbeiterzahl 35 Vollzeit, 60 Teilzeit[1]
Branche Motorsport
Website AF Corse
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Die beiden Maserati MC12 von AF Corse in Zhuhai 2004
Ein Ferrari 430 von AF Corse in Dubai 2006
Ein Ferrari 458 Italia von AF Corse in Le Mans 2012
Ein Ferrari von AF Corse und der Oreca-03-Prototyp von Pecom Racing 2012 in Shanghai

Historie

Der Rennfahrer Amato Ferrari gründete das Team AF Corse im Jahr 1995 nach seiner aktiven Karriere. Neben Einsätzen unter eigenem Namen ist AF Corse für Kooperationen mit anderen Teams bzw. als Einsatzteam bekannt – wie etwa für Advanced Engineering, AT-Racing, PeCom Racing, Michael Waltrip Racing und SMP Racing. Neben den unten näher aufgeführten Serien setzte AF Corse auch Fahrzeuge in der italienischen GT- und Supertourenwagen-Meisterschaft, der Superstars-Serie und der International GT Open ein. Von 2003 bis 2006 übernahm AF Corse für Maserati die Durchführung der Trofeo Maserati.[5]

FIA-GT-Meisterschaft

Im Jahr 2004 setzte AF Corse mit Werksunterstützung zwei neue Maserati MC12 in der FIA-GT-Meisterschaft ein. Mika Salo und Andrea Bertolini gewannen zwei Rennen, allerdings wurde der Maserati MC12 erst beim letzten Rennen in Zhuhai offiziell homologiert.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich AF Corse auf die GT2-Kategorie und gewann mit einem Ferrari 430 in den Jahren 2006, 2007 und 2008 den Fahrer- und Mannschaftstitel. 2009 gewann AF Corse den Titel der Teams.

FIA-GT3-Europameisterschaft

In der ersten Saison der FIA-GT3-Europameisterschaft im Jahr 2006 setzte AF Corse drei Maserati GranSport Light der Spezifikation GT3 ein.[2] 2011 kehrte AF Corse mit zwei Ferrari 458 Italia in die Meisterschaft zurück und gewann mit Francesco Castellacci und Frederico Leo den Fahrertitel.[2] In der letzten Saison der FIA-GT3-Europameisterschaft im Jahr 2012 wurde AF Corse sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung Zweiter.

FIA-GT1-Weltmeisterschaft

Nach dem Wechsel der FIA-GT1-Weltmeisterschaft auf das technische Reglement der Gruppe GT3 im Jahr 2012, setzte AF Corse auch hier zwei Ferrari 458 Italia ein. Das Team wurde Fünfter der Teamwertung mit Filip Salaquarda als bestem Fahrer auf dem siebten Rang. Einen Sieg verbuchte der Tscheche zusammen mit dem finnischen Werksfahrer Toni Vilander auf dem Nürburgring.

24h von Spa und Blancpain Endurance Series

Von 2006 bis 2012 nahm AF Corse durchgehend am 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps teil. Die größten Erfolge waren ein Doppelsieg in der GT2-Kategorie im Jahr 2006, der Sieg der gleichen Kategorie im Jahr 2009 und im Rahmen der Blancpain Endurance Series mehrere Klassensiege bis 2015. Das erfolgreiche Quartett in diesem Jahr bestand aus Werksfahrer Gianmaria Bruni, dem Italiener Alessandro Pier Guidi, dem Belgier Stéphane Lémeret und dem Thai Pasin Lathouras.

AF Corse setzt seit 2011 Fahrzeuge in der Blancpain Endurance Series ein. Im Jahr 2012 gewann AF Corse den Titel in der Mannschaftswertung des Pro-Am-Cup und den Fahrertitel der gleichen Kategorie mit Niek Hommerson und Louis Machiels. Zwei Jahre danach holten Francisco Guedes und Peter Mann den Titel in der Gentleman Trophy. 2015 hat AF Corse nach dem Klassensieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps bereits ein Rennen vor Saisonende den Titel der Pro-Am-Kategorie sichergestellt. Die Fahrer am Steuer des Ferrari 458 Italia waren Matt Griffin und Duncan Cameron. Das Duo war darüber hinaus auch Teil des siegreichen Quartetts beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps 2013. In der höchsten Klasse, der PRO-Kategorie für rein professionelle Rennfahrer, war AF Corse bis heute nicht vertreten.

ILMC (2010–2011)

Beim 2010 neu ausgerichteten Intercontinental Le Mans Cup (ILMC) für Prototypen und Gran-Turismo-Fahrzeuge wurde AF Corse zweiter der Mannschaftswertung. Im folgenden Jahr gewann AF Corse die LM-GTE-Pro-Kategorie. In beiden Jahren gewann Ferrari auch den GT2- bzw. GTE-Herstellertitel.

FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (seit 2012)

2012 gewann AF Corse die GTE-Pro-Kategorie des 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit Giancarlo Fisichella, Gianmaria Bruni und Toni Vilander. Dieser Erfolg wurde 2014 wiederholt. 2015 war das Trio auf dem Weg zur Titelverteidigung, musste sich nach technischen Problemen aber mit dem dritten Rang begnügen. Die Teamkollegen Davide Rigon, James Calado und Olivier Beretta holten den zweiten Platz. In der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) im Jahr 2012 gewann AF Corse ebenfalls den Titel der LMGTE Trophy und hatte erheblichen Anteil am Gewinn des GTE-Herstellertitels für Ferrari.

Hypercar-Klasse

Gesamtsieger der 24h von Le Mans 2025, der Ferrari 499P #83 von AF Corse

Seit der Saison 2023 nimmt AF Corse mit dem neu vorgestellten Ferrari 499P auch in der Hypercar-Klasse (LMH-Klasse) der WEC teil. Der Wagen mit der Startnummer 51 gewann das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2023. Dabei wurde die fünf Jahre andauernde Siegesserie von Toyota Gazoo Racing unterbrochen. Dies stellte den ersten Gesamtsieg von Ferrari bei Le Mans seit 1965 dar.[6] In der Herstellerwertung belegte Ferrari den zweiten Platz. Der Erfolg bei Le Mans wurde im darauffolgenden Jahr mit dem Wagen mit der Startnummer 50 wiederholt.[7] 2025 gewann der privat eingesetzte 499P mit der Startnummer 83 den Langstreckenklassiker. So verbuchte AF Corse drei Jahre in Folge den Gesamtsieg in Le Mans.[8]

Ergebnisse

FIA-GT1-Weltmeisterschaft

Weitere Informationen Jahr, Teamname ...
Jahr Teamname Fabrikat Nr.
123456789101112131415161718TotalPos.
2012 Italien AF Corse Ferrari 3 5 6 13 3 10 9 1 4 12 Ret 7 6 9 Ret 8 1 Ret 8 126 5
4 10 5 7 11 13 11 12 9 11 7 10 Ret 8 6 10 7 7 5
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Einzelergebnisse in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (Hypercar-Klasse)

Weitere Informationen Saison, Team ...
Saison Team Startnummer Fahrer 1 2 3 4 5 6 7 8
2023 Ferrari AF Corse 50 Antonio Fuoco
Miguel Molina
Nicklas Nielsen
Vereinigte Staaten SEB Portugal POR Belgien SPA Frankreich LEM Italien MON Japan FUJ Bahrain BAH
3 2 DNF 5 2 4 3
51 James Calado
Antonio Giovinazzi
Alessandro Pier Guidi
Vereinigte Staaten SEB Portugal POR Belgien SPA Frankreich LEM Italien MON Japan FUJ Bahrain BAH
15 6 3 1 5 5 6
2024 Ferrari AF Corse 50 Antonio Fuoco
Miguel Molina
Nicklas Nielsen
Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
6 4 3 1 6 3 9 11
51 James Calado
Antonio Giovinazzi
Alessandro Pier Guidi
Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
12 7 4 3 5 DNF DNF 11
AF Corse 83 Robert Kubica
Ye Yifei
Robert Schwarzman
Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
4 8 8 DNF 11 1 12 8
2025 Ferrari AF Corse 50 ItalienItalien Antonio Fuoco
SpanienSpanien Miguel Molina
DanemarkDänemark Nicklas Nielsen
Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
1 15 2 DSQ 12 2 12 3
51 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Calado
ItalienItalien Antonio Giovinazzi
ItalienItalien Alessandro Pier Guidi
Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
3 1 1 3 11 5 15 4
AF Corse 83 Polen Robert Kubica
China Volksrepublik Ye Yifei
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Phil Hanson
Katar KAT Italien IMO Belgien SPA Frankreich LEM Brasilien SAO Vereinigte Staaten AUS Japan FUJ Bahrain BAH
2 4 15 1 8 7 9 5
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Weitere Informationen Legende, Farbe ...
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
GoldSieg
Silber2. Platz
Bronze3. Platz
GrünPlatzierung in den Punkten
BlauKlassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung
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Erfolge

WEC

  • Gesamtsieg 24h von Le Mans: 2023, 2024 (als Ferrari-AF Corse); 2025
  • Klassensieg 24h von Le Mans (GTE Pro: 2012, 2014, 2019, 2021), (GTE Am: 2021)
  • Weltmeistertitel Fahrer (GTE Pro): 2013, 2014, 2017
  • Weltmeistertitel Team (GTE Pro): 2012, 2013, 2014, 2017
Commons: AF Corse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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