AGM-189

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Der AGM-189 ist ein kleiner Marschflugkörper, der in den Vereinigten Staaten entwickelt wird. Eine weitere Bezeichnung lautet Barracuda-500.

Schnelle Fakten Allgemeine Angaben, Technische Daten ...
AGM-189
AGM-189 / Barracuda-500

AGM-189 / Barracuda-500
Allgemeine Angaben
Typ Marschflugkörper
Heimische Bezeichnung AGM-189, Barracuda-500
Herkunftsland Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller Anduril Industries
Entwicklung 2024
Indienststellung in Entwicklung
Stückpreis ~216.000 US-Dollar
Technische Daten
Gefechtsgewicht 227 kg
Antrieb Turbojet
Geschwindigkeit 258 m/s (Mach 0,75)
Reichweite 930 km
Ausstattung
Lenkung INS, GPS, Datenlink
Zielortung Wärmebildkamera (IIR)
Gefechtskopf 45,4 kg Mehrzweckgefechtskopf
Waffenplattformen Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe, Landfahrzeuge
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Entwicklung

Im Jahr 2024 starteten die United States Air Force (USAF) sowie die Defense Innovation Unit (DIU) des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten das Programm „Enterprise Test Vehicle“ (ETV). Dieses sah die Entwicklung von kleinen, kostengünstigen Drohnen, Marschflugkörpern sowie Loitering Weapons unter Verwendung von COTS-Bauteilen und einer offenen, modularen Architektur vor. Im April 2024 wurden entsprechende Aufträge an die vier Unternehmen Anduril Industries, Integrated Solutions for Systems (IS4S), Leidos Dynetics sowie Zone 5 Technologies vergeben, um bis zum Jahresende ein ETV-Entwurf zu entwickeln und zu testen. Im September 2024 stellte Anduril Industries die Barracuda-Familie mit den Modellen „Barracuda-100“, „Barracuda-250“ und „Barracuda-500“ vor. Der erste Testflug eines „Barracuda-500“ erfolgte noch im selben Monat. Nachdem die USAF und die DIU die Entwürfe geprüft hatten, gaben sie im März 2025 bekannt, das ETV-Programm mit Anduril Industries („Barracuda-500“) und Zone 5 Technologies („Rusty Dagger“) weiterzuführen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Schwerpunkt des Programms auf ein massenproduzierbares, kostengünstiges Waffensystem verlagert. Im September 2025 vergab das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten die Bezeichnung AGM-189 an den Marschflugkörper „Barracuda-500“, während der „Rusty Dagger“ von Zone 5 Technologies die Bezeichnung AGM-188A erhielt. Die operationelle Reife des AGM-189 ist für Ende 2026 angestrebt. Ab dann will der Hersteller jährlich 5000 AGM-189 produzieren. Anduril Industries hat umfassende Kooperationsvereinbarungen mit taiwanesischen, polnischen und deutschen Herstellern unterzeichnet, um länderspezifische Varianten der Barracuda-Marschflugkörper zu entwickeln.[1][2][3][4][5]

Technik

Der AGM-189 ist ein kleiner Marschflugkörper bzw. ein Loitering Weapon für die Bekämpfung von stationären und beweglichen Landzielen. Er ist Teil der modular aufgebauten Flugkörper-Familie Barracuda-100, Barracuda-100M, Barracuda-250, Barracuda-250M, Barracuda-500 sowie Barracuda-500M aus dem Hause von Anduril Industries. Der Preis beträgt einen Bruchteil der bisherigen Kosten eines Marschflugkörpers.[1]

Über den Aufbau, Größe und die Technik des AGM-189 ist wenig bekannt. Er nutzt kommerziell erhältliche und weit verbreitete Komponenten für seine Subsysteme. Weitere Teile der Flugkörperzelle werden von Anduril Industries im 3D-Druck hergestellt. Der Marschflugkörper hat ein Gewicht von rund 227 kg. Angetrieben wird er von einem Turbojet mit einer Schubkraft von 670 N. Anstatt eines herkömmlichen Lufteinlaufes ist an der Rumpfoberseite eine Öffnung angebracht. Die Lenkeinheit besteht aus einem INS und einem GPS-Empfänger mit einem Selective Availability Anti-Spoofing Module (SAASM). Weiter ist für den Zielanflug eine Wärmebildkamera (IIR) mit Focal plane array sowie digitaler Bildverarbeitung verbaut. Mit diesem Suchkopf sollen unter Verwendung KI-gestützter Bilderkennungs-Algorithmen bewegliche Ziele präzise getroffen werden. Dieser Suchkopf soll in Zukunft auch durch einen Radarsuchkopf oder einen halbaktiven Lasersuchkopf ausgetauscht werden können. Als Sprengkopf kommt ein 45,4-kg-Splitter-Sprenggefechtskopf zur Anwendung. Anstelle von diesem können auch ein Störsender für Elektronische Gegenmaßnahmen, eine Datenlink-Relaisstation oder Chaff und Flares mitgeführt werden. Am Heck sind vier trapezförmige Steuerflächen montiert. Im mittleren Rumpfbereich sind oben zwei schlanke Tragflächen angebracht. Diese Flächen sind, während sich der Marschflugkörper am Startflugzeug befindet, oben an den Flugkörperrumpf angelegt. Sie entfalten sich erst nach dem Abwurf. An der Rumpfoberseite sind Schlösser mit einem Abstand von 356 mm (14 inch) für die Montage an Außenlaststationen angebracht.[3][6][7][8]

Der AGM-189 kann von einer Vielzahl westlicher Kampfflugzeugen gestartet werden. Daneben ist auch der Start ab Spezial- und Transportflugzeugen möglich. Mit dem palettierten Einweg-Waffenmodul Rapid Dragon können zeitgleich mehrere AGM-188 aus den Heckrampen von Spezial- und Transportflugzeugen wie der AC-130W „Stinger II“ oder C-17 „Globemaster III“ abgeworfen und gestartet werden. Weiter besteht auch die Option für den Start ab Hubschraubern, Schiffen und Landfahrzeugen.[3][9]

Nach dem Abwurf entfalten sich die Flügel und das Triebwerk wird gestartet. Der Flug in Ziel geschieht autonom nach dem Fire-and-Forget-Prinzip. Der Marschflug kann in mittlerer Flughöhe oder im Tiefflug im Konturenflug erfolgen. Die Fluggeschwindigkeit beträgt rund 258 m/s (Mach 0,75). Während dem Flug kann der Marschflugkörper verschiedene Wegpunkte anfliegen und den Kurs ändern. Dabei kann das Lastvielfache maximal 5 g betragen. Als Loitering Weapon kann der AGM-189 bis zu zwei Stunden über dem Zielgebiet kreisen, bis ihm über den Datenlink ein Ziel zugewiesen wird. Dabei soll der Streukreisradius (CEP) nicht mehr als 10 m betragen.[4][9][10][11]

Verbreitung

Einzelnachweise

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