Absinthbrunnen

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Ein Absinthbrunnen, auch Absinthfontäne genannt, ist ein Glasgefäß, mit dem kaltes Wasser mit mehreren Hähnen in Gläser mit Absinth gefüllt werden kann.

Absinthbrunnen

Aufbau

Der Absinthbrunnen ist in der Regel ein Gefäß aus Glas und Metall.[1] Es wird oft Kristallglas sowie Silber oder Nickel eingesetzt.[2]

Absinthfontänen sind meist aus fünf Bestandteilen aufgebaut. Ein breiter und schwerer Fuß bietet einen stabilen Stand. Auf dem Fuß befindet sich eine Säule, die einerseits als Halterung des darauf befindlichen Wasserbehälters dient und ihn andererseits auf eine Höhe bringt, so dass die Gläser mit Absinth gut befüllt werden können. In den gläsernen Wasserbehälter wird eiskaltes Wasser gegeben, das zur Verdünnung des Absinths benötigt wird. Mit einem Deckel wird der Behälter verschlossen, damit das Wasser nicht verunreinigt wird und länger kühl bleibt. An den Seiten des Absinthbrunnens sind zwei bis acht Hähne angebracht, durch die sich der Wasserausfluss steuern lässt.[2] Die Hähne lassen sich fein regulieren, damit das Wasser sowohl tröpfchenweise als auch in feinem Strahl herausfließen kann.[2][3]

Bei modernen Absinthbrunnen wird oftmals Kunststoff statt des Metalls eingesetzt, da dieser sich besser reinigen lässt. Außerdem schließen bei diesem Gefäß Hähne aus Kunststoff besser.[2]

Verwendung

Absinthbrunnen wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verwendet und stammen aus der Bohèmekultur von Paris.[2][4] Bis zum Verbot der Spirituose im Jahr 1914 standen sie in vielen französischen Bars und Bistros. Die Gäste konnten so ihr Getränk selbst zum Verzehr vorbereiten.[3]

Absinthbrunnen tropft Eiswasser auf einen Zuckerwürfel

Absinth wird in der Regel nicht pur getrunken, sondern vor dem Verzehr mit Eiswasser und oftmals mit Zucker gemischt. Hierbei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Absinthfontänen kommen häufig beim französischen Ritual zum Einsatz, bei dem ein Stück Würfelzucker auf einen Absinthlöffel gelegt wird.[1] Die Absinthfontäne kann auch mit einem anderen Löffel genutzt werden.[4] Auf den Zucker wird mit einem der Hähne am Brunnen Eiswasser zugegeben, sodass einerseits der Zucker gelöst wird und in den Absinth gelangt und andererseits das richtige Mischungsverhältnis von Absinth zu Eiswasser entsteht.[1]

Absinth wird mit Eiswasser verdünnt, um seine Aromen zu entfalten. Zunächst wird das Wasser langsam zugeträufelt, sodass es sich mit dem Absinth langsam mischt. Anschließend kommt das Wasser schneller in einem feinen Strahl in das Glas, sodass sich dabei eingetragener Sauerstoff mit den Aromastoffen verbindet; dieser Schritt ist das sogenannte „Schlagen“. Eiswürfel dürfen nicht in den Absinth gegeben werden, da diese die Aromen abschwächen können.[4]

Durch den feinen Wasserstrahl kommt es neben dem Auflösen des Zuckers auch zum Louche-Effekt, also zur milchigen Trübung des Gemischs.[5] Durch die Trübung wird die Farbwirkung des Absinths verstärkt.[4]

Commons: Absinthbrunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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