Abū Chālid as-Sūrī

syrischer islamistischer Kämpfer From Wikipedia, the free encyclopedia

Muḥammad Bahāyā (arabisch محمد بهايا, DMG: Muḥammad Bahāyā; arabisch أبو خالد السوري, DMG: Abū Ḫālid as-Sūrī; auch bekannt als Abū ʿUmaīr asch-Schāmī; * 1956 in Aleppo; † 23. Februar 2014 in Aleppo) war ein syrischer islamistischer Kämpfer und ein führendes Mitglied der Bewegung Ahrar asch-Schām. Er wurde als eine wichtige Verbindungsperson zwischen syrischen dschihadistischen Gruppen und führenden Persönlichkeiten von al-Qaida beschrieben.[1] Bahāyā wurde 2014 bei einem Anschlag in Aleppo getötet.[2]

Leben

Muḥammad Bahāyā wurde 1956 in Aleppo geboren und schloss sich Ende der 1970er Jahre dem islamistischen Aufstand gegen die syrische Regierung an. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstands von 1982 floh er aus Syrien.[3] Westliche Medien beschrieben ihn später als einen „Veteranen des internationalen Dschihad“.[4]

Bahāyā pflegte eine enge Beziehung zu dem syrischen Dschihad-Ideologen Abū Muṣʿab as-Sūrī (أبو مصعب السوري), mit dem er in Afghanistan am Aufbau von Medienstrukturen und Ausbildungslagern arbeitete.[5] Laut dem Long War Journal galt er zeitweise als Begleiter Osama bin Ladens und Aiman az-Zawahiris.[6] Mit Beginn des syrischen Bürgerkriegs gehörte Bahāyā 2011 zu den Mitbegründern von Ahrar asch-Schām, die später Teil der Islamischen Front wurde.[7]

Rolle und Aktivitäten

Als sich 2013 der Konflikt zwischen der al-Nusra-Front und dem expandierenden „Islamischen Staat im Irak und in Syrien“ (ISIS) verschärfte, wurde Bahāyā von Aiman az-Zawahiri als Vermittler und Schiedsrichter benannt.[8] Im Januar 2014 erschien eine ihm zugeschriebene Erklärung, in der er das Vorgehen des „Islamischen Staates“ kritisierte und dessen Mitglieder zur Reue aufforderte.[9]

Tod

Am 23. Februar 2014 drangen bewaffnete Angreifer in ein Gebäude von Ahrar asch-Schām in Aleppo ein, eröffneten das Feuer und zündeten anschließend einen Sprengstoffgürtel. Muḥammad Bahāyā und mehrere seiner Begleiter wurden dabei getötet.[10]

Ahrar asch-Schām machte den „Islamischen Staat“ für den Anschlag verantwortlich, während ISIS eine Beteiligung bestritt.[11] Die Gruppe erklärte später, einen mutmaßlichen Koordinator des Angriffs festgenommen zu haben.[12] Nach seiner Ermordung veröffentlichte die al-Nusra-Front eine Stellungnahme, in der sie ISIS offiziell den Krieg erklärte – ein Schritt, der als Wendepunkt in der Eskalation des Konflikts gilt.[13]

Einzelnachweise

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