Accutrace Plus

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Accutrace Plus (Eigenschreibweise ACCUTRACE™ Plus) ist ein farbloses Additiv, das Kraftstoffen zugesetzt werden kann, um sie zu markieren. Es wurde von der Dow Chemical Company entwickelt und ist in der Europäischen Union zur Markierung von Kraftstoffen vorgeschrieben und löst damit Solvent Yellow 124 ab das eine geringere Resistenz gegen verschiedene chemische und physikalische Entfernungsverfahren hat.[3][4][5] Bekanntestes Einsatzgebiet ist die Markierung von steuerbegünstigtem Heizöl, um bei Stichproben unter Dieselautofahrern zu prüfen, ob sie Heizöl anstelle des höherbesteuerten und damit teureren Dieselkraftstoffs von der Tankstelle verwenden, was verboten ist. Zusätzlich zur EU vorgeschriebenen chemischen Markierung durch Accutrace Plus wird in Deutschland dem Heizöl ein roter Farbstoff zur besseren visuellen Unterscheidung hinzugefügt.[6]

Schnelle Fakten Sicherheitshinweise ...
Sicherheitshinweise
Name
  • ACCUTRACE™ S10 Fuel Marker
    ACCUTRACE Plus S10 fuel marker[1]
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 304314336351373411
P: 260273280301+310301+330+331303+361+353304+340+310305+351+338310391 [2]
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Eigenschaften

Accutrace Plus besteht aus ca. 24 % naphthenischen Kohlenwasserstoffen als Lösungsmittel und 76 % Butoxybenzol (BPE).[7]

Verwendung

Als Krafstoffmarker soll er z. B. helfen eine Verwechslung von steuerbegünstigtem Heizöl mit höher besteuertem Dieselkraftstoff zu vermeiden, bzw. eine missbräuchliche Nutzung (Steuerhinterziehung) nachzuweisen. Ein Nachweis kann u. a. mit HPLC oder GCMS[8] schon bei geringen Mengen erfolgen.[9] Zur Kennzeichnung müssen die Mineralölerzeugnisse mit Accutrace Plus versetzt werden, sodass sich eine Konzentration von Butoxybenzol zwischen 9,5 und 14,25 Milligramm pro Liter ergibt.[4]

Bereits am 1. April 2015 begann Großbritannien und Irland Accutrace S10 zu verwenden. Um kleine Mengen zu detektieren, wurde eine neue Methode der ultrahochauflösenden überkritischen Fluidchromatographie-Massenspektrometrie (UHPSFC-MS) unter Verwendung der Elektrospray-Ionisation (ESI) entwickelt, die Ionisationseigenschaften von Accutrace S10 nutzt.[10] In Deutschland ist nach Energiesteuer-Durchführungsverordnung (EnergieStV) die zweidimensionale Gaschromatographie in Verbindung mit einem massenselektiven Detektor vorgeschrieben.[11]

Europäische Union

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2022/197 der Europäischen Kommission löst Accutrace Plus seit 14. Februar 2022 das Solvent Yellow 124 als Stoff zur steuerlichen Kennzeichnung (Euromarker) für alle Gasöle der KN-Codes 2710 19 43, 2710 19 46, 2710 19 47, 2710 19 48, 2710 20 11, 2710 20 16 und 2710 20 19 sowie von Kerosene des KN-Codes 2710 19 25 ab. Bestände von Solvent Yellow 124 durften als Übergangszeit bis 18. Januar 2024 aufgebraucht werden. Als Mischung gibt die EU 12,5 und höchstens 18,75 mg pro Liter Energieerzeugnis vor. Dies entspricht einem Gehalt von mindestens 9,5 und höchstens 14,25 mg/L Butoxybenzol.[4]

Einzelnachweise

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