Achan
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Achan (hebräisch עָכָן ‘ākhān (Jos 7 EU und Jos 22,20 EU) und hebräisch עָכָר ‘ākhār 1 Chr 2,7 EU, altgriechisch Αχαρ), der Sohn des Karmi, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, aus dem Stamm Juda war ein verurteilter Sünder im Alten Testament.

Gemäß der Legende von der gescheiterten Eroberung von Ai während der Landnahme der Israeliten war Achan der Verursacher dieser (vorläufigen) Niederlage.
Bei der zuvor erfolgten Eroberung Jerichos hatte der Führer Josua die gesamte Stadt unter den Bann gestellt (Jos 6,17 EU), sie also der priesterlichen Verfügung unterstellt und damit dem direkten Zugriff der Eroberer entzogen. Achan behielt jedoch Teile des Banngutes für sich (Jos 7,1 EU): einen babylonischen Mantel, zweihundert Silberschekel und einen fünfzig Schekel wiegenden Goldbarren (Jos 7,21).
Darauf entbrannte der Zorn Gottes nicht nur über den Dieb, sondern das gesamte Volk, woraufhin er diesem vor Ai eine militärische Schlappe beifügte. Im Gebet erfuhr Josua, die Verletzung des Banngebotes sei dafür die Ursache gewesen (Jos 7,10–13 EU) sowie den Hinweis, den Namen des Delinquenten über ein Losorakel (Auswahlorakel) zu ermitteln. Das göttliche Los siebte aus den Stämmen Juda, aus Juda die Sippe Serach, aus dieser wiederum die Großfamilie Sabdi und aus ihr schließlich Achan heraus. Derart überführt, erkannte er auf Josuas Verlangen Gottes Gerechtigkeit an, bekannte sich schuldig, zählte das Gebannte auf, das er an sich genommen hatte, und gab das Versteck preis, eine Grube im Zelt.
Dem Gesetz entsprechend wurden der Straftäter mitsamt seiner Familie im „Tal Achor“ (wohl die Ebene Buqē‘a) gesteinigt und samt Besitz (u. a. und das Silber, den Mantel, die Goldzunge, sein Rind, seinen Esel, sein Kleinvieh, sein Zelt), Söhnen und Töchtern verbrannt. Die Geschichte enthält daher Elemente einer ätiologische Sage, die den dort befindlichen Steinhaufen erklärt. Allerdings ist wohl kaum davon auszugehen, dass die ätiologische Herleitung der Hauptgrund für die Erzählung ist, sondern dass sie sekundär ist.[1] Primär geht es um die Erklärung des Gebannten bzw. der Vernichtungsweihe. Dabei gibt es drei Ebenen zu identifizieren:[2]
- der Akt der Vernichtungsweihe (Jos 7,1a)
- das der Vernichtungsweihe bestimmte Gut (Jos 7,1b.15b)
- die vom Bannfluch angesteckte Personen (Jos 7,12.13)
Achans Hinrichtung beeinflusste die spätere dynastische Königslinie der Nachkommen des Juda. Vier Frauen in Matthäus‘ Genealogie teilen den Ruf der Unmoral. Tamar (1:3) teilte mit Rahab die Kleidung und das Aussehen einer kanaanitischen Prostituierten (1.Mose 38:13–15, Josua 2:1). Jede hatte einen Sohn vom Stamm Juda (1.Mose 38:27 - Matthäus 1:5). Jede wurde aus einem Gericht – aus Todesgefahr – befreit und blieb am Leben (1.Mose 38:24, Josua 6:22–24). Auffällig verbindet beide noch etwas, ein Symbol - die scharlachrote Schnur (1.Mose 38:28–30, Josua 2:17). Bei der Geburt von Tamars Zwillingssöhnen markierte die rote Schnur die Hand von Serach. Er erhielt das doppelte Erbe gegenüber dem Zwilling Perez (1.Mose 38:27–30). Eine scharlachrote Schnur diente auch in Jericho als Symbol. Rahabs Familie überlebte, da die Schnur ihr Fenster markierte. Man mag denken, Achans Hinrichtung hätte damit nichts zu tun, doch war Achan Spross der Königslinie. Er stammte von Serach ab, Judas Erstgeborenen von Tamar, der die scharlachrote Kordel der Erwählung trug (Josua 7:16–18). In Israel erlitt nur Achans Familie dieses Gericht von Jericho (Josua 7:25). Dagegen blieb nur Rahabs Familie in Jericho verschont (Josua 6:22–25). Salmon, der von Serachs Bruder Perez abstammte, heiratete Rahab. Dies enthüllt die Bedeutung der scharlachroten Schnur. Obwohl Tamars Hebamme die Schnur der Erwählung um Serach band, "löste Gott die Schnur". Er band sie um Rahab - die Mutter von Boas, dem Vater Obeds, dem Vater Isais, dem Vater von David, dem König. Durch ihn wurde Rahab von Jericho Jesu Vorfahrin.[3]
Daher folgt der Passage des Auswahlorakels die Schilderung der Königswahl des Saul (1 Sam 11 EU).
Die Härte in der Verfolgung von missbrauchtem Vertrauen klingt im Neuen Testament im Gleichnis von den anvertrauten Talenten sowie der Geschichte von Ananias und Saphira (Apg 5,1–10 EU) wieder an.
Weblinks
- Walter Dietrich: Achan. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff., abgerufen am 2. Oktober 2023.