Aculau

Suco in Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Aculau (Açulau, Aço Lau, Asulau, Asulau/Sare) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Hatulia (Gemeinde Ermera).

Schnelle Fakten Daten ...
Aculau
Am Wasserreservoir von Aculau
Daten
Fläche 47,01 km²[1]
Einwohnerzahl 1.443 (2022)[2]
Chefe de Suco Jaco Menezes Carmona
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Bermoslau 217
Dirhatilau 490
Noerema 476
Poelete 247
Raimate 403
Sare 239
Der Suco Aculau
Dirhatilau (Osttimor)
Dirhatilau (Osttimor)
Dirhatilau
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Geographie

Schnelle Fakten Orte, Position ...
Aculau
Orte Position[3] Höhe
Bambusoro  46′ 40″ S, 125° 15′ 5″ O 81 m
Bermoslau  44′ 0″ S, 125° 15′ 38″ O 188 m
Caisoro  43′ 52″ S, 125° 15′ 49″ O 197 m
Ceres  45′ 12″ S, 125° 14′ 5″ O 79 m
Direma  44′ 17″ S, 125° 15′ 10″ O 122 m
Dirhatilau (Nord)  45′ 2″ S, 125° 14′ 28″ O 111 m
Dirhatilau (Süd)  46′ 33″ S, 125° 15′ 33″ O 90 m
Noerema  44′ 43″ S, 125° 14′ 44″ O 121 m
Poelete  45′ 27″ S, 125° 14′ 17″ O 88 m
Santa Cruz  45′ 31″ S, 125° 13′ 50″ O 68 m
Sare  45′ 31″ S, 125° 12′ 26″ O 47 m
Name unbekannt (1)  46′ 7″ S, 125° 14′ 31″ O 96 m
Name unbekannt (2)  46′ 4″ S, 125° 16′ 56″ O 194 m
Name unbekannt (3)  45′ 15″ S, 125° 15′ 28″ O 123 m
Name unbekannt (4)  45′ 0″ S, 125° 15′ 33″ O 135 m
Name unbekannt (5)  44′ 20″ S, 125° 15′ 46″ O 224 m
Name unbekannt (6)  44′ 45″ S, 125° 16′ 33″ O 282 m
Name unbekannt (7)  43′ 50″ S, 125° 16′ 52″ O 179 m
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Am Sitz des Sucos

Aculau liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Hatulia. Südlich liegt der Suco Ailelo. Im Osten grenzt Aculau an das Verwaltungsamt Hatulia B mit den Sucos Mau-Ubo und Fatubessi und im Norden an die zur Gemeinde Liquiçá gehörenden Verwaltungsämter Liquiçá mit dem Suco Leotala und Loes mit den Sucos Lissadila und Guiço. Im Südwesten liegen die zur Gemeinde Bobonaro gehörenden Verwaltungsämter Atabae mit dem Suco Atabae und Cailaco mit den Sucos Purugua und Guenu Lai. Entlang der Grenze zu Bobonaro fließt zunächst der Marobo in einem breiten Flussbett mit zahlreichen Sandbänken, bis südlich des Dorfes Sare der Bebai aus Bobonaro kommend auf den Marobo trifft und mit ihm gemeinsam den Lóis bildet. Östlich des Dorfes mündet der Hauptarm des Gleno (Lauveli) in den Marobo, der Acumau durchquert. Sein Nebenarm fließt weiter entlang der Nordgrenze zu Liquiçá, die er auch östlich weitgehend zeichnet, bevor er schließlich den Lóis erreicht. Im äußersten Westen reicht der Suco Lissadila ein Stück über den Gleno in den Süden. Der Gamerama bildet den Südteil der Grenze zu Fatubessi und mündet in den Eahora, dem Grenzfluss zu Ailelo, der im Marobo endet. In den Marobo ergießt sich auch der Tutan, der im Hügelland von Aculau im Osten entspringt und nach Süden fließt. Der Guradi entspringt in Fatubessi und folgt dem nördlichen Teil der Grenze zu Aculau, bis er in den Gleno mündet, wo die Sucos Aculau und Mau-Ubo aufeinander treffen.[4][5]

Der Westen von Aculau bildet eine Flussebene, während der Osten über den Meeresspiegel zwischen 100 m und 500 m ansteigt und schroffe Hügel zeigt. Dazu gehören der Foho Caisoro (209 m, !491.2733265625.2714785Lage), Foho Direma (287 m, !491.2596505625.2677685Lage) und der Foho Urlilau (293 m, !491.2529015625.2687055Lage) im Nordosten, der Foho Foetolete (401 m, !491.2482165625.2792855Lage), der Foho Foetutulau (436 m, !491.2466655625.2906135Lage) und der Foho Maulau (412 m, !491.2365135625.2876245Lage) im Osten und der Foho Dirhatilau (261 m, !491.2358325625.2710235Lage), der Foho Anehoe (238 m, !491.2324345625.2722525Lage), der Foho Hatobatolete (228 m, !491.2279105625.2706985Lage) und der Foho Sirmanlau (297 m, !491.2209655625.2727695Lage) im Südosten.[6]

Aculau hat eine Fläche von 47,01 km²[1] und teilt sich in die sechs Aldeias Bermoslau (Bermuslau), Dirhatilau (Dirihatilau), Noerema (Norema), Poelete, Raimate und Sare.[4][7]

Im Westen von Aculau, jenseits des Glenos, liegt das Dorf Sare, das auch über eine Grundschule verfügt. Östlich der Mündung des Gleno in den Marobo und Ursprung des Lóis befindet sich das Dorf Santa Cruz in der Aldeia Raimate. Nördlich reihen sich östlich des Glenos die Dörfer Ceres, Poelete, Dirhatilau (Nord) und Noerema und etwas nordöstlich davon die Dörfer Direma, Bermoslau und Caisoro (Kaisoru). Im Süden liegt an der Mündung des Eahora in den Marobo das Dorf Bambusoro und östlich davon eine zweite Siedlung mit dem Namen Dirhatilau (Süd).[4][5] Der Sitz des Sucos befindet sich in Nord-Dirhatilau, ebenso das Hospital und die Grundschule Noerama (Escola Primaria Noerama).[4]

Größere Straßen, die den Suco mit der Außenwelt verbinden fehlen, weswegen die Wahlurnen für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 mit Pferden und Trägern zum Wahllokal in der Grundschule gebracht und wieder abgeholt werden mussten.[8]

Einwohner

Kinder führen einen traditionellen Tanz vor (2020)

Im Suco leben 1.433 Einwohner (2022), davon sind 767 Männer und 676 Frauen. Im Suco gibt es 401 Haushalte.[2] Über 51 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Fast 35 % sprechen Mambai, knapp 9 % Kemak, 2 % Tokodede und Minderheiten Makuva oder Tetum Terik.[9]

Geschichte

1978 starben in Aculau bei einem Angriff auf das Dorf Aisapu indonesischer Soldaten der Infanteriebataillone 744 und 745 nach Aussagen der Familien 88 Personen. Alleine vom Clan (Uma kain) Poeleu starben 15 Mitglieder.[10.1]

Ende 1979 gab es in Poelete ein Transit Camp, in dem die indonesische Besatzungsmacht osttimoresische Zivilisten internierte.[11.1]

Tausende Flüchtlinge aus den Sucos Vatuboro, Guiço, Lissadila, Vatuvou, Maubaralissa, Vaviquinia und Gugleur, versammelten sich ab Februar 1999 infolge der Gewaltwelle im Umfeld des anstehenden Unabhängigkeitsreferendum in Sare. Eine internationale Hilfslieferung brachte Anfang Juli 25 Tonnen Lebensmittel zu dem Dorf. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort 3800 Flüchtlinge, 2250 alleine aus Guiço. Im Februar/März waren es noch 5000, aber einige zogen weiter nach Atabae und nach Hatolia Vila. Allein zwischen Februar und Juli wurden 23 Frauen durch Milizionäre vergewaltigt und fünf Personen durch die pro-indonesischen Milizen Besi Merah Putih (BMP) und Halilintar ermordet, die in der Region operierten. Die Opfer wurden getötet, als sie versuchten von ihrem Heim Maniokwurzeln für ihre Familien zu holen. Im Februar hatten die Flüchtlinge noch Nahrungsmittel von der Bevölkerung in Aculau bekommen, im März reichten die Vorräte dafür aber nicht mehr aus, so dass die Flüchtlinge in den Wäldern nach Nahrung suchen mussten und versuchten eigene Gärten anzulegen. Immer wieder wurden Hütten und Gärten der Flüchtlinge durch die BMP niedergebrannt, Zinkdächer und Nutzvieh wurden geraubt. Jeden Tag starben nach Angaben des Chefe de Suco von Aculau drei bis vier Menschen in dem Flüchtlingslager. Unter den Flüchtlingen grassierten Malaria, Atemwegserkrankungen, Durchfall und Ruhr. Zwar gab es eine medizinische Station im Suco, die einzige Krankenschwester war aber im März 1998 nach Hatolia Vila geflohen. Für das Unabhängigkeitsreferendum am 30. August 1999 wurde für die Flüchtlinge extra ein Wahllokal in Sare eingerichtet, da sie sich nicht trauten nach Hause zurückzukehren. Jene, die für die Abstimmung in ihren Heimatort zurückkehrten, verließen ihn aus Angst vor weiterer Gewalt sofort nach Abgabe der Stimme wieder. Die Flüchtlinge kehrten erst endgültig in ihre Heimat zurück, als im September die internationale Eingreiftruppe (INTERFET) eintraf.[11.2]

Politik

Celestino de Araújo (2022)

1952 war Bau Boe Chefe de Suco.[12.1] Joaquim, ein ehemaliger Chefe de Suco, war der Nachkomme von Dom João, einem Adligen von Deribate.[12.2]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Marcelino da Silva zum Chefe de Suco gewählt.[13] Bei den Wahlen 2009 gewann Armando Martins Soares[14] und 2016 Celestino de Araújo.[15] Bei den Wahlen 2023 wurde Jaco Menezes Carmona gewählt.[16]

2023 wurden als Chefe de Aldeia gewählt: Joni da Cruz (Bermuslau), José Barros (Dirhatilau), Mario de Aráujo (Noerema), Antonio Salsinha (Poelete), Serafin dos Santos (Raimate) und Angela dos Reis (Sare).[16]

Commons: Aculau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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