St. Adalbero (Würzburg)

Kirchengebäude im Würzburger Stadtteil Sanderau, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

St. Adalbero ist eine 1899 eröffnete katholische Pfarrkirche (genannt Adalberokirche oder auch Sanderauer Dom), war ab 1905 eine Expositur und ist seit 1914 auch eine Pfarrei[1] im Würzburger Stadtteil Sanderau, der sich im Süden gleich an die Innenstadt anschließt. Sie bildet zusammen mit der Kirche St. Andreas die Pfarreiengemeinschaft Sanderau und ist ein herausragendes Beispiel neuromanischer Architektur. Die kunstgeschichtliche Bedeutung der Adalberokirche für Würzburg besteht vor allen Dingen darin, dass zur Zeit der Erbauung alle in Würzburg ansässigen Bildhauer und Kunstmaler am Innenausbau mitgewirkt haben.

Blick auf die Adalberokirche

Geschichte

Fenster im Chorraum (Wladimir Olenburg)
Südportal
Innenraum

Die Sanderau ist das älteste der im Verlauf des 19. Jahrhunderts außerhalb des Ringparks angelegten Wohnviertel. Lange Zeit vermisste man dort jedoch eine angemessene Pfarrkirche für die wachsende Bevölkerung.

Die Adalberokirche wurde schließlich 1894 bis 1899 nach Vorlagenzeichnungen des berühmten Dombaumeisters Franz Josef Ritter von Denzinger (unter anderem verantwortlich für den Wiederaufbau des Frankfurter Kaiserdoms und den Bau der Dreikönigskirche) dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend im historisierenden Stil der Neuromanik errichtet und ist dem heiligen Adalbero von Würzburg geweiht, der zur Zeit des Investiturstreits als Bischof in Würzburg wirkte. Ausführender Baumeister war der Architekt Joseph Schmitz, der in der Hauptsache fränkisches Muschelkalkgestein verwendete. Es entstand eine auf terrassiertem Gelände gelegene, freistehende Basilika in strengen neuromanischen Formen (u. a. mit Querhaus, Vierungsoktogon und beeindruckender Zweiturmfassade).

Durch den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde die Kirche sehr stark beschädigt. Die Altäre, der Kreuzweg und andere wertvolle Kunstgegenstände sind erhalten geblieben. Die provisorische Restaurierung nach 1946 konnte erst in den 1980er und 1990er Jahren im Rahmen einer umfangreichen Restaurierung korrigiert werden. Der Vierungsturm wurde mit seinen Dachgauben und seiner Laterne in den ursprünglichen Zustand versetzt. Die provisorischen Flachdecken wurden beseitigt, neue Gewölbe, die dem ursprünglichen Zustand entsprachen, wurden eingezogen. Im Außenbereich konnten die Kriegsschäden an den Bruchsteinen beseitigt werden. Die Kirchenfassade wurde gereinigt. In den Jahren 1992 und 1993 wurden die vorhandenen schmucklosen Kirchenfenster durch neue, von Wladimir Olenburg künstlerisch gestaltete Fenster ersetzt.

St.-Anna-Altar

Der St.-Anna-Altar ist ein Gemeinschaftswerk der drei Brüder Rudolf, Heinz und Matthäus Schiestl. Das Mosaikbild ist von Matthäus, die Figur der Heiligen Anna von Heinz, die Engelbilder sind von Rudolf Schiestl.

Orgel

Prospekt der Rensch-Orgel

Die St. Adalberokirche besaß zunächst eine Orgel der Firma Weise (in Plattling)[2]. Nach der Kirchensanierung in den Jahren 1989–1992[3] wurde die Orgel durch ein neues Instrument der Lauffener Orgelbauwerkstatt Rensch ersetzt. Diese im Querhaus befindliche Orgel hat 52 Register, die auf drei Manuale und Pedal verteilt sind. Ihr massives Gehäuse besteht aus Fichte und Tanne, wie die Fenster der Kirche stammt die farbliche Gestaltung des Orgelgehäuses von Wladimir Olenburg. Der Spieltisch ist aus Mahagoniholz gefertigt. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch. Die Disposition lautet wie folgt:[4]

I Hauptwerk C–g3
1.Praestant16′
2.Principal8′
3.Voix umana8′
4.Amorosa8′
5.Rohrflöte8′
6.Viola di Gamba8′
7.Octave4′
8.Dolatina4′
9.Quinte223
10.Superoctave2′
11.Mixtur major IV2′
12.Mixtur minur II12
13.Cornett V8′
14.Trompete8′
15.Klarinette8′
II Positiv C–g3
16.Praestant8′
17.Holzgedeckt8′
18.Metallgedackt8′
19.Octave4′
20.Flauto traverso4′
21.Sesquialtera II223
22.Piccolo2′
23.Superquint113
24.Acuta II-IV223
25.Cromorne8′
Tremulant
III Schwellwerk C–g3
26.Lieblich Gedeckt16′
27.Geigenprincipal8′
28.Wienerflöte8′
29.Salicional8′
30.Viola d amore8′
31.Voix coelestis8′
32.Octave4′
33.Violino4′
34.Nasard223
35.Sylvestrina2′
36.Flötterz135
37.Harmonia aetheria III223
38.Mixtur IV2′
39.Contra-Fagott16′
40.Trompette harmonique8′
41.Oboe8′
42.Clarine4′
Tremulant
Pedal C–f1
43.Majorbaß32′
44.Contrabaß16′
45.Subbaß16′
46.Octavbaß8′
47.Gedecktbaß8′
48.Violon8′
49.Choralflöte4′
50.Hintersatz III223
51.Holzposaune16′
52.Trompete8′

Glocken

Adalberokirche

Nach dem Zweiten Weltkrieg goss im Jahr 1954 die Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen für die Adalbero-Kirche drei Bronzeglocken.[5][6] 1992 goss die Glockengießerei Rudolf Perner eine weitere Bronzeglocke für diese Kirche. Zusammen mit der Glocke der Gebrüder Klaus aus Heidingsfeld von 1930 befinden sich in den Türmen der Kirche fünf Glocken.[7]

Weitere Informationen Glocke, Name ...
Glocke Name Schlagton Gewicht Durchmesser Gussjahr Gießer
1Adalberodes′1800 kg1450 mm1954Glockengießerei Otto, Bremen
2Muttergotteses′1250 kg1300 mm
3Josefges′780 kg1090 mm
4Theresiaas′500 kg1992Glockengießerei Perner, Passau
5Gertrudisb′475 kg1930Gebrüder Klaus, Heidingsfeld
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Es handelt sich um ein Mollgeläut.

Kreuzweg

Commons: Adalberokirche (Würzburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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