Adalbert Lieban

österreichisch-deutscher Opernsänger From Wikipedia, the free encyclopedia

Adalbert Lieban (* 2. Juli 1877 in Wien; † 5. November 1951 in Berlin-Charlottenburg) war ein österreichisch-deutscher Opernsänger (Tenorbuffo, später auch Bariton).

Schallplatte von Adalbert Lieban (Berlin 1905)

Leben

Adalbert Liebans Eltern waren Jacob Lieban (1826/27–1898), Chasan (Kantor) in einer Synagoge von Brünn[1], und Julie Lieban, geb. Glaser (1838–1895). Seine älteren Brüder waren der Kammersänger Julius Lieban (Tenor), der Bariton Siegmund Lieban und der Bassist Adolf Lieban.

Lieban war Opern- und Operettensänger am Opernhaus Breslau (1899–1901), am Stadttheater Danzig (1901–1906), am Lortzing-Theater in Berlin (1906–1908), am Apollo-Theater Düsseldorf (1908–1909), am Stadttheater Münster/Westfalen (auch als Regisseur, 1909–1915) und schließlich am Stadttheater Halle (1915–1918). Er lebte dann in Berlin, wo er bis noch bis 1928 gastierend auftrat.

In Berlin übernahm er Ende 1920 zusammen mit seinem Bruder Julius die Kleinkunstbühne Die Fledermaus, Unter den Linden 14.[2] Er betätigte sich in der Stummfilmzeit auch als Kinobetreiber: Am 1. November 1925 gründete er gemeinsam mit Madelaine Lieban, der zweiten Ehefrau seines Bruders Julius, die Lieban & Co. Lichtspieltheater OHG[3] und betrieb bis in die 1930er Jahre Kinos in verschiedenen Berliner Stadtteilen.

Am 11. August 1944 wurden Adalbert und Antonie Lieban mit dem „109. Alterstransport“ von Berlin in das Ghetto Theresienstadt deportiert, das beide überlebten.[4] Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Lieban als Bühnenvermittler.[5]

Adalbert Lieban war seit 1908 verheiratet mit Antonie Lieban, geb. Asch (* 1888 in Berlin; † 1966 in Newton Abbot, Großbritannien). Er starb im Alter von 74 Jahren in seiner Berliner Wohnung an Lungenkrebs.[6] Liebans Grab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf, wo er neben seinem Bruder Julius ruht (Block Erlöser, Feld 5, Wahlstelle 66/67).[7]

Tondokumente

Erste Aufnahmen auf Lieban Phonographenwalzen (Berlin 1900/01, auch mit dem Lieban-Quartett), dann auf Beka (Berlin 1904), Lyrophon (Berlin 1905), G&T (Gesamtaufnahme der „Fledermaus“, Berlin 1907) und Zonophone (Berlin 1908),[8] darunter jedoch kaum Solo-Titel. 1920 folgten noch einige Aufnahmen mit dem Julius-Lieban-Quartett auf Favorite.[9]

Literatur

Einzelnachweise

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