Adam Easton
Kardinal der römisch-katholischen Kirche
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Adam Easton OSB (* um 1330 in Easton, Norfolk; † 15. September 1397 in Rom) war ein englischer Benediktiner, Theologe und Kardinal der römisch-katholischen Kirche. Er zählt zu den wenigen englischen Kardinälen des 14. Jahrhunderts und war ein bedeutender Vertreter der scholastischen Theologie.

Leben
Adam Easton trat früh in das Benediktinerkloster St. Benedict’s Abbey in Norwich ein. Für sein Studium an der Universität Oxford wechselte er in das Benediktinerkolleg Gloucester. Er erwarb den Grad eines Magister in Theologia. Er galt als hervorragender Griechisch- und Hebräisch-Gelehrter. Er war Professor in Oxford. Durch seine Gelehrsamkeit gewann er rasch Ansehen und wurde als Theologe an den päpstlichen Hof nach Avignon berufen.
Nach der Rückkehr des Papsttums nach Rom berief ihn Papst Urban VI. am 21. September 1381 auf Ersuchen von König Richard III. von England zum Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Cecilia in Trastevere. Easton gehörte damit zu den wenigen Engländern, die während des 14. Jahrhunderts in den Kardinalsrang erhoben wurden. Am 7. März 1381/1382 wurde er zum Dekan von York ernannt. Er arrangierte die Krönung von Richard II. und Anne von Böhmen in der Westminster Abbey und verfasste wahrscheinlich das Liber Regalis. Ein Dokument in der Abtei bezüglich der Krönungsopfer weist ihn als Kardinal von Santa Cecilia in Trastevere aus.
1385, während des Abendländischen Schismas, wurde er von Urban in Nocera in Kampanien gefangen gehalten, weil man ihn der Verschwörung mit fünf anderen Kardinälen (Giovanni d’Amelia, Bartolomeo da Coturno, Gentile di Sangro, Marino Giudice und Ludovico Donato) gegen den Papst beschuldigte, und ihm wurden sein Kardinalat und sein Dekanat aberkannt. Mit seinen Mitgefangenen wurde er durch Italien verschleppt und erreichte im Herbst 1385 Genua. Hier wurden die anderen hingerichtet, doch Adam wurde durch das persönliche Eingreifen von König Richard II. verschont. Er wurde auf Fürsprache von König Carlo Durazzo von Neapel aus dem Gefängnis entlassen und dazu verurteilt, als einfacher Mönch in einem Benediktinerkloster unter der Obhut eines französischen Klerikers der Apostolischen Kammer zu leben.
Der nächste Papst, Bonifatius IX., stellte am 18. Dezember 1389 sein Kardinalat wieder her. Es wird vermutet, dass Easton vorübergehend nach England zurückkehrte. Das Norwich Record Office dokumentiert die Übersendung der Bücher des Kardinals über die Niederlande nach Norwich zu seinem dortigen Gebrauch. Während dieser Zeit behielt er Pfründen in England, darunter Somersham, das Dekanat von York. Im April 1392 wurde Easton mit päpstlicher Bestätigung des Austauschs als Rektor von Hitcham in Suffolk aufgenommen, wofür er die Pfründe Yetminster Secunda in der Kathedrale von Salisbury an Johann von Ilkilington abtrat.
Er setzte sich 1391 für die Heiligsprechung von Birgitta von Schweden ein, indem er in einem Dokument, in dem er die visionären Schriften von Frauen verteidigte, einen „Advocatus Diaboli“ aus Perugia strukturiert widerlegte.
Im Juni 1396 wurde er Kardinalprotopriester. Er soll Administrator des Bischofssitzes von London gewesen sein.
Sein später errichtetes Grab befindet sich in seiner Titelkirche Santa Cecilia in Trastevere.
Werke
Von Eastons Schriften sind nur wenige vollständig erhalten. Überliefert sind u. a.:
- Defensorium ecclesiasticae potestatis – eine Verteidigung der päpstlichen Autorität.
- Defensio translationis imperii – über die Übertragung des Reiches.
- Kommentare zu den Psalmen und zur Apokalypse.
Seine Werke zeugen von einer tiefen Verwurzelung in der scholastischen Methode und von einer ausgeprägten Loyalität zur päpstlichen Kurie. Er soll auch das Offizium für das Fest Mariä Heimsuchung verfasst haben, welches in der Liturgiereform von Papst Pius V. ersetzt wurde.
Nachwirkung
Adam Easton gilt als einer der bedeutendsten englischen Theologen des Spätmittelalters. Seine theologische Haltung beeinflusste mehrere seiner Schüler und trug zur Festigung der römischen Lehre während des Schismas bei. In England wird er bisweilen als Vorläufer humanistischer Gelehrsamkeit betrachtet.
Literatur
- David Knowles: The Religious Orders in England, Volume II: The End of the Middle Ages. Cambridge University Press, Cambridge 1955.
- E. F. Jacob: The Fifteenth Century: 1399–1485. Oxford University Press, Oxford 1961.
- F. Donald Logan: Excommunication and the Secular Arm in Medieval England: A Study in Legal Procedure from the Thirteenth to the Sixteenth Century. Toronto 1968.
- J. Moorman: A History of the Franciscan Order: From Its Origins to the Year 1517. Oxford University Press, 1968.
Weblinks
- Adam Easton im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“
- Edwin Hubert Burton: Eintrag in der Catholic Encyclopedia, Robert Appleton Company, New York 1913.
- Adam Easton. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
- Eintrag zu Adam Easton auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Adam Easton auf gcatholic.org (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Easton, Adam |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Benediktiner, Theologe und Kardinal der römisch-katholischen Kirche |
| GEBURTSDATUM | um 1330 |
| GEBURTSORT | Easton, Norfolk |
| STERBEDATUM | 15. September 1397 |
| STERBEORT | Rom |