Adam Vollhardt

deutscher Journalist From Wikipedia, the free encyclopedia

Adam Vollhardt (* 25. Februar 1910 in Neu-Isenburg; † nach 1975) war ein deutscher Journalist und Mitglied des Deutschen Nachrichtenbüros,[1] der in der Zeit vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs für die Deutsche Nachrichten-Agentur (DNA) in Palästina arbeitete. Ab den 1960er Jahren war er Sprecher des Springer-Verlages.

Frühes Leben

Adam Vollhardt wurde 1910 in Neu-Isenburg geboren.[2] In jungen Jahren begann er seine journalistische Laufbahn und war Korrespondent des Deutschen Nachrichtenbüros (DNB). Vollhardt war spätestens ab Juli 1938 als Vertreter Franz Reicherts, des Leiters der DNB und gleichzeitig Agenten der SS, eines militärischen Arms der NSDAP, in Jerusalem.[3]

Aktivitäten in Palästina

Die Aufgabe von Reichert und Vollhardt war es, Kontakt mit arabischen Nationalisten zu knüpfen. Unter anderem traf er sich Mitte der 1938er Jahre mit dem palästinensischen Revolutionär Arif Abd ar-Razzaq nahe Tulkarm.[4]

Der Politikwissenschaftler René Wildangel beschreibt außerdem, dass Reicherts und Vollhardts Büro in Jerusalem temporär versuchte, Propaganda-Material für nationalistische Zeitungen, wie Al-Difa' zu gewinnen. Später hätten sich seine Vorstellungen über die Herausgeber der Zeitung aber geändert, er beschrieb den Herausgeber Ibrahim Shanti als korrupt und unprofessionell.[1]

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende seines Einsatzes in Palästina wurde Vollhardt als Vertreter der Deutschen Nachrichtenagentur (DNA) nach Tokio, der Hauptstadt Japans, eines Verbündeten Nazideutschlands, entsandt. Er blieb dort bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende, als er 35 Jahre alt war, wurde ihm sein Dienst für das NS-Regime nicht angerechnet, und er blieb weiterhin DNA-Vertreter in Japan. Als Leiter der Agentur war er der einzige Auslandskorrespondent, der im Jahr 1946 an der Unabhängigkeitserklärung der Philippinen in Manila teilnahm.

Bundesrepublik Deutschland

Im Westen von Nachkriegsdeutschland setzte Vollhardt seine Karriere fort. Er war Korrespondent des Hamburger Abendblatts und von 1956 bis 1957 Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz (BPA),[5] einem Verband unabhängiger Journalisten, die über inländische Nachrichten für die westdeutschen Medien berichteten. In den 1960er Jahren wurde er Sprecher und Berater des deutschen Medienmoguls Axel Springer.[6] Dies war, soweit bekannt, seine letzte Position.

Ehrungen

Einzelnachweise

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