Adolf Dillens
belgischer Maler
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Adolf Alexander Dillens, auch Adolphe Alexandre Dillens (* 2. Januar[1][2] 1821 in Gent; † 1. Januar 1877 in Brüssel) war ein belgischer Aquarellist, Genremaler, Kupferstecher (Radierung) und Zeichner.

Leben
Dillens war ein Sohn eines Bartschneiders und Friseurs François Laurent Dillens und dessen Frau Jeanne Colette (geborene van Kerckhove). Er interessierte sich früh für das Zeichnen und fertigte bereits während seiner kurzen Zeit am Genter Atheneum Zeichnungen an, mit denen er sich ein kleines Taschengeld verdiente. Die Malerei erlernte er von seinem älteren Bruder Hendrick Joseph Dillens (1812–1872). Er hatte auch eine ältere Schwester Adelaïde Marie Dillens (* 18. Februar 1816). Dillens schuf schon bald Gemälde und Federzeichnungen von Alltagsszenen und dem historischen Genre. Eine seiner Darstellungen aus dem Leben Rembrandt van Rijns wurde die von einem Herrn De Cocq aus Gent erworben. Er nahm 1838 in Mechelen und Lüttich an Kunstausstellungen teil. Da er nicht viel Geld verdiente, nutzte er unter anderem Verwandte, die ihm Modell standen. Da die Brüder in Gent zu wenig Anerkennung für ihre Kunst fanden, zogen sie 1844 gemeinsam nach Antwerpen und ließen sich in der Sint-Annastraat nieder. Hier fertigte Dillens zahlreiche Holzzeichnungen an, darunter einige, die für den Roman Gérard von Gaspard De Cort († 1. Juni 1847), der jedoch nicht mehr veröffentlicht wurde. Etwa im April 1851 verließ Dillens Antwerpen und ließ sich in Brüssel nieder. Nach seinem ersten Besuch 1854 in der Provinz Zeeland stellte er die Bewohner in ihren Trachten und Sitten dar. Es folgten zahlreiche Werke aus dieser niederländischen Provinz, die zu seinem wichtigsten Wirkungsfeld wurde. Er unternahm aber auch eine Reise nach Marokko und Tunis, um sich vor Ort mit den malerischen orientalischen und maurischen Trachten vertraut zu machen.[3]
Um 1862 ließ er sich auf einem großzügigen Grundstück in der Financiënstraat (später umbenannt in Godecharlestraat) in Ixelles ein Haus errichten, in dem er die letzten 15 Jahre lebte. Dort hatte auch der Maler Edmond de Schampheleer sein Atelier. Er arbeitete zuletzt an seinem Gemälde Antwerpsche schutters op het landjuweel van 1534 te Mechelen, das er 1878 zur Pariser Weltausstellung schicken wollte und an einem Genrebild, das einen Fischer aus Zeeland mit seiner Tochter zeigt.
Familie

Dillens hatte erst sehr spät, im Alter von 53 Jahren, geheiratet. Er vermählte sich am 27. November 1872 mit der zu diesem Zeitpunkt 18-jährigen Thérèse Joséphine (geborene Legros; * 12. April 1854), der Tochter seines Freundes, des Konditors Eugène Joseph Legros und dessen Frau Jeanne Pétronille (geborene Desamblanc).
- Paul Edouard Jean Dillens (15. März 1874 – ) ⚭ am 16. November 1895 mit Jeanne Alice Félicité Ghislaine (geborene Vandenbroeck; * 19. November 1872)
Der Maler Albert Dillens (1844–1915), der Architekt Frédéric Dillens (1846–1891) und die Bildhauer Julien Dillens (1849–1904) und Gustave Alphonse Dillens (* 23. November 1852) waren seine Neffen.
Bei seinem Tod im Januar 1877 hinterließ Dillens neben seiner Witwe einen dreijährigen Sohn. Er wurde am 4. Januar auf dem Friedhof von Ixelles beigesetzt. An seinem Grab wurden mehrere ehrenvolle Reden von unterschiedlichen Organisationen gehalten, wie der Belgischen Gesellschaft der Aquarellmaler, des Chorvereins Ixelles und im Namen der Genter Freunde und der Gesellschaft niederländisch Zon naam, niet zonder hart ‚Ohne Namen, nicht ohne Herz‘.
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1848: Bronzemedaille in Brüssel für Die fünf Sinne und Der Sonntag in Flandern
- 1854: Goldmedaille in Brüssel
- 1855: Goldene Medaille 3. Klasse auf der Weltausstellung in Paris
- 1860: Ritter des Belgischen Leopoldsordens
- 1866: Mitglied der Akademie von Amsterdam
Werke (Auswahl)

- 1838: Eene herberg der 17e eeuw (‚Ein Gasthaus aus dem 17. Jahrhundert‘)
- 1838: Het gelukkig huisgezin (‚Die glückliche Hausgemeinschaft‘)
- 1838: De oude muzikant (‚Der alte Musikant‘)
- 1838: De goede vader (‚Der gute Vater‘)
- 1841: Werving in de 16e eeuw
- 1841: Gerem Goethals, drie maagden uit de handen der Mooren verlossende
- um 1847/1852: Joanna d’Arc gevangen en begeleid door Engelsche soldaten (‚Jeanne d’Arc gefangen und begleitet durch englische Soldaten‘)
- 1848: Der Flirt
- 1851: Das Friedenstribunal oder die junge Frau vor der Gerichtssitzung
- Turk en Turkin (‚Ein Türke mit seinem jungen Weib‘)
- Portal des Collegiatsaales zu Audenaerde
- Portrait des Kunstliebhabers Versturme zu Gent
- Belgische krijgslieden uit den Spaanschen tijd (4 Blätter)
- Zeven gezichten van de puinen der St.-Baafs-abdij
- Kwinkslagen en kluchten van keizer Karel
- um 1860: Ein Schneider in Kruinningen, Zeeland
- Zeichnungen für Le Tour du Monde Hachette, Paris 1874.
- Gefangennahme der Johanna von Orleans
- Ein Schneider in Kruinningen, Zeeland
- British Volunteers and the Belgian Garde Civique in Brussels
- Spanish King listens to the Gypsies
Literatur
- Adolf Alexander Dillens. In: Andreas Andresen (Hrsg.): Handbuch für Kupferstichsammler, oder, Lexicon der Kupferstecher, Maler-Radirer und Formschneider. Band 1. T. O. Weigel, Leipzig 1870, S. 371–372 (Textarchiv – Internet Archive).
- Dillens, Adolf, belg. Maler. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 4, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 977. – hier ist der 9. Januar 1821 als Geburtstag angegeben
- Dillens, Adolphe. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1/1, Bogen 1–30: Aagaard–Heideck.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1891, S. 230 (Volltext [Wikisource] – hier ist der 9. Januar 1821 als Geburtstag angegeben).
- Adrien Jean Joseph Delen: Dillens, Adolf Alexander. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 9: Delaulne–Dubois. E. A. Seemann, Leipzig 1913, S. 292 (Textarchiv – Internet Archive).
- Adolf Alexander Dillens. In: De Vlaamsche School. Jahrgang 23, 1877, S. 29–34 (niederländisch, dbnl.org).
Weblinks
- Adolf Dillens. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)
- Adolf Alexander Dillens (belgisch, 1821–1877) artnet.de
- Adolphe Alexandre Dillens openarchieven.nl (niederländisch)