Adolf II. (Berg)
Graf von Berg (1115-1160)
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Adolf II. von Berg (* 1090er[1]; urkundlich 1115–1160; † 12. Oktober zwischen 1160 und 1170 in der Abtei Altenberg) war von 1115 bis 1160 Graf von Berg.
Herkunft und Familie
Adolf II. war ein Sohn des Grafen Adolf I. von Berg, seine Mutter Adelheid von Lauffen.
Spätestens um 1120 heiratete Adolf II. Adelheid, die Tochter des Grafen von Arnsberg. Sie starb vor 1131. Mit ihr hatte Adolf möglicherweise einen Sohn:
- Adolf (* 1120–1125; † 28. Juli 1148 bei der Belagerung von Damaskus während des Zweiten Kreuzzugs). Allerdings kann für diesen Sohn nicht sicher belegt werden, dass er ein Sohn Adelheids war. Möglicherweise stammte er auch aus der zweiten Ehe seines Vaters.
Spätestens 1131 heiratete Adolf II. in zweiter Ehe eine Nichte des Kölner Erzbischofs Friedrich I. von Schwarzenburg, möglicherweise Irmgard, eine Tochter des Engelbert von Schwarzenburg. Aus dieser Ehe stammen:
- Eberhard (auch Everhard) (*/† unbekannt; durch Urkunden nachgewiesen 1144–1174), von 1161 bis 1180 Graf von Altena.
- Friedrich (* zwischen 1121 und 1125; † 15. Dezember 1156 in Pavia), war von 1156 bis 1158 Erzbischof von Köln.
- Engelbert (* unbekannt; durch Urkunden nachgewiesen ab 1152; † Anfang Juli 1189 bei Kovin in Serbien), war von 1161 bis 1189 Graf von Berg.
- Bruno (auch Brun) (* spätestens um 1140; † nach 1193 als Mönch im Kloster Altenberg), war nach diversen Positionen als Propst von 1191 bis 1193 Erzbischof von Köln.
- Adolf (* kaum vor 1148 und spätestens 1150; durch Urkunden nachgewiesen von 1192 bis 1197; † unbekannt)
Wirken
Nach dem Tod seines Vaters 1106 übernahm Adolf II. die Grafschaft Berg. Die älteste erhaltene Urkunde, die ihn als Grafen von Berg bezeichnet, stammt von 1115. Zu diesem Zeitpunkt war er ungefähr 25 Jahre alt. Aber schon als Minderjähriger war er Vogt der Benediktinerabtei Werden und ab 1125 Vogt der Abtei Siegburg.[2] Später wurde er auch Vogt der Klöster Dünnwald, Deutz und Cappenberg sowie der rechtsrheinischen Besitzungen des Kölner Domstiftes.
Durch seine Heirat mit Adelheid von Arnsberg erweiterte und festigte seinen Besitz in Westfalen.
1133 übergab Adolf II. die alte Stammburg der Grafen von Berg, die Burg Berge, dem Zisterzienser-Orden.[3] Bis zur Fertigstellung von Schloss Burg (novus mons) residierte er auf Burg Altena, die er 1152 ausbauen ließ, und auf Burg Hövel. Schloss Burg war frühestens 1140, vielleicht aber auch erst 1160 fertiggestellt.[4]
Von großer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung für die Grafschaft Berg war die Kontrolle der hansischen Handelswege zwischen Köln und Dortmund sowie der Silberreichtum des Bergischen Landes, der durch Münzprägungen ab dem zweiten Drittel des 11. Jahrhunderts dokumentiert ist. Auch Adolf II. von Berg ließ in Wildberg, Bensberg und Siegburg Münzen schlagen.
Seit der Wahl Konrads III. Zum deutschen König 1138 befand er sich mehrfach am Hof des Königs, als der sich am Niederrhein aufhielt. Später besuchte er auch Reichsversammlungen in Niederlothringen, Ostfranken und im Elsass. Zusammen mit dem König zog er 1139 gegen die Sachsen und befand sich im Heerlager des Königs in Hersfeld.[5] Im August 1139 standen sich die beiden Heere beim thüringischen Creuzburg an der Werra kampfbereit gegenüber, doch vermittelten Erzbischof Albero von Trier und der böhmische Herzog Soběslav I. einen Ausgleich, da der Ausgang einer Schlacht unkalkulierbar schien.[6]
Möglicherweise beteiligte sich Adolf II. auch am Zweiten Kreuzzug. Sein ältester Sohn Adolf lässt sich sicher als Kreuzfahrer nachweisen. Er fiel 1148 bei der erfolglosen Belagerung von Damaskus.[7]
Die Jahre nach dem Zweiten Kreuzzug sind von einem schweren Konflikt zwischen Adolf II. und König Konrad III. geprägt. Ende 1150 war Bischof Hartbert von Utrecht gestorben. Der König und einige Vertreter des Hochadels setzten auf Hermann von Horn als Nachfolger, während Graf Adolf II. von Berg im Bündnis mit der Ministerialität des Bistums Utrecht und der Bürger von Utrecht und Deventer seinen Sohn, Friedrich II. von Berg, durchzusetzen versuchte. Der Konflikt eskalierte so weit, dass Konrad III. die Anhänger Friedrichs II. schließlich des Majestätsverbrechens anklagte.[8]
Abdankung und Tod
1160 teilte Adolf II. seine Grafschaft und gab sie an seine Söhne Eberhard I. und Engelbert I. weiter. Anschließend trat er als Konverse in das Kloster Altenberg ein. Dieses Verhalten ist für einen Regenten sehr unüblich. Eventuell handelte es sich um einen gesichtswahrenden Rückzug, nachdem er im Konflikt um die Bischofsbesetzung in Utrecht den Kürzeren gezogen hatte.
Adolf II. starb wahrscheinlich am 12. Oktober 1170. Er wurde zunächst im Vorgängerbau der Markuskapelle des Klosters Altenberg begraben. Nachdem das Querschiff des Altenberger Doms fertiggestellt war, wurden die Gebeine anlässlich des Begräbnisses von Propst Konrad 1313 dorthin überführt.
Literatur
- Alexander Berner: Kreuzzug und regionale Herrschaft. Die älteren Grafen von Berg 1147–1225, Böhlau, Köln 2014, ISBN 978-3-412-22357-1
- Thomas R. Kraus: Die Entstehung der Landesherrschaft der Grafen von Berg bis zum Jahre 1225. (= Bergische Forschungen. Band 16.) Schmidt, Neustadt an der Aisch 1981, ISBN 3-87707-02-4
- Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008. ISBN 978-3-205-77647-5, S. 540–543.