Adolf Schullerus

deutscher evangelischer Theologe, Politiker und Mundartforscher (1868-1924) From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1882 in Hermannstadt studierte Adolf Schullerus von 1882 bis 1886 u. a. Evangelische Theologie, Germanistik und Klassische Philologie an der Universität Bern (1882/83), der Universität Leipzig (1883 bis 1885) und der Universität Budapest (1885/86). Im Jahre 1886 promovierte er an der Universität Leipzig. Von 1887 bis 1889 leitete er zunächst als Rektor die Volks- und Gewerbeschule in Agnetheln/Agnita. Bis 1900 unterrichtete er Deutsch, Religion und Ungarisch am Landeskirchenseminar in Hermannstadt. Anschließend arbeitete er bis 1907 als evangelischer Pfarrer in Großschenk/Cincul. Von 1907 bis 1928 war er schließlich Stadtpfarrer in Hermannstadt und von 1922 bis 1928 Bischöflicher Vikar der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien.

Im Jahre 1909 wurde Adolf Schullerus die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig verliehen. 1924 wurde er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.[2] Schullerus beschäftigte sich u. a. mit der Mundartforschung, Volkskunde und Reformationsgeschichte in Siebenbürgen und erarbeitete ein „Siebenbürgisch-sächsisches Worterbuch“. Von 1894 bis 1926 arbeitete er leitend mit im Verein für Siebenbürgische Landeskunde. In der Politik wirkte Schullerus als Vorsitzender bzw. Präsident des Deutsch-Sächsischen Nationalrates (1918 bis 1928) und war von 1919 bis 1926 Mitglied im Senat des Parlaments von Rumänien.

Zu seinen Geschwistern gehörten der Maler Fritz Schullerus und die Schriftstellerin Anna Schuller-Schullerus. Seine Tochter war die Malerin Trude Schullerus.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Zur Kritik des altnordischen Valhollglaubens. Karres, Halle/S. 1886 (= Dissertation Universität Leipzig) (Volltext).
  • (Hrsg.): Gellerts Dichtungen. Bibliographisches Institut, Leipzig 1891.
  • Die deutsche Mythologie in der Erziehungsschule (= Friedrich Mann’s pädagogisches Magazin, Bd. 12). Beyer, Langensalza 1892 (Volltext).
  • Bemerkungen zur Schweizer Familienbibel (= Friedrich Mann’s pädagogisches Magazin, Bd. 38). Beyer, Langensalza 1894 (Volltext).
  • Michael Albert. Sein Leben und sein Dichten. Krafft, Hermannstadt 1898.
  • Unsere Volkskirche. Krafft, Hermannstadt 1898 (2. Aufl. 1928).
  • Drei Aufsätze zur siebenbürgisch-sächsischen Geistesgeschichte. Krafft, Hermannstadt 1899.
  • Die Bergpredigt, für die Gemeinde erläutert. Krafft, Hermannstadt 1906.
  • Alltags-Christentum. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1910.
  • Um Volk und Vaterland. Siebenbürgische Kriegspredigten. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1915.
  • Die Bergrede in Predigt und Unterricht. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1918.
  • Das Mediascher Predigtbuch. In: Archiv des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde, Jg. 41 (1923), H. 1, S. 5–296.
  • Luthers Sprache in Siebenbürgen. Bd. 1. Krafft, Hermannstadt 1923.
  • (Bearb.): Siebenbürgisch-sächsisches Wörterbuch. Zwei Bände. Trübner, Leipzig 1924.
  • Siebenbürgisch-sächsische Volkskunde im Umriß. Quelle & Meyer, Leipzig 1926 (Reprint: Weltbild-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0292-8).
  • Siebenbürgisches Märchenbuch. Honterus, Hermannstadt 1930.

Literatur

  • Monica Vlaicu (Hrsg.): Adolf Schullerus (1864–1928). Korrespondenzen und Vorträge des siebenbürgischen Pfarrers, Gelehrten und Politikers. Aus dem Nachlass herausgegeben (= Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens, Bd. 37). Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2018, ISBN 3-412-511145.
Wikisource: Adolf Schullerus – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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