Adyen

niederländischer Dienstleister für elektronischen Zahlungsverkehr From Wikipedia, the free encyclopedia

Adyen N.V. ist ein niederländisches Technologiedienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der Zahlungsabwicklung mit Sitz in Amsterdam.[3] Der Unternehmensname „Adyen“ entstammt der Kreolsprache Sranan und bedeutet etwa „von vorne beginnen“.[4] Durch die Software Adyens können in einer Schnittstelle integriert verschiedene Bezahlmethoden im stationären Handel, online und mobil angeboten werden.[5] Die letztliche Zahlung wird auch über das Unternehmen abgewickelt.[6]

Schnelle Fakten
Adyen N.V.
Logo
Rechtsform naamloze vennootschap
ISIN NL0012969182
Gründung 2006
Sitz Amsterdam, Niederlande Niederlande
Leitung Pieter van der Does (President und Co-CEO)
Ingo Uytdehaage (Co-CEO)
Alexander Matthey (CTO)
Roelant Prins (COO)
Ethan Tandowsky (CFO)[1]
Mitarbeiterzahl 4.196[2]
Umsatz 1,63 Mrd. Euro[2]
Branche Zahlungsdienstleister
Website www.adyen.com
Stand: 31. Dezember 2023
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Zu den Kunden von Adyen zählen u. a. die Unternehmen Microsoft, Facebook, Netflix, Spotify, Klarna, eBay, Uber, McDonald’s, easyJet, Lidl, Zalando, Booking.com, Flixbus, OBI und H&M.[7][8][9][10]

Die Aktien sind Bestandteil der Aktienindizes Amsterdam Exchange Index (AEX 25), Euro Stoxx 50 (ESTX 50) und des Euronext 100 (XPAR).[11][12] Adyen gehört mit dem Stand von Februar 2024 zu den 55 wertvollsten Unternehmen der Europäischen Union und den 60 wertvollsten Finanzdienstleistungsunternehmen der Welt.[13][14] Größter Konkurrent ist der irisch-US-amerikanische Zahlungsabwickler Stripe.[15]

Geschichte

Pieter van der Does und Arnout Schuijff zählten 2006 zu den Gründern von Adyen.[16] Die Gründer hielten die damals bestehenden Systeme für die digitale Zahlungsabwicklung für veraltet und erkannten in der Entwicklung von neuen Zahlungsplattformen eine Marktlücke.[16] Zu den frühen Investoren gehörten unter anderem Mark Zuckerberg, Jack Dorsey und der Staatsfonds „Temasek“ des Landes Singapur.[17]

In den Jahren 2010 bis 2012 expandierte Adyen global und eröffnete Standorte in San Francisco, London, Paris und Stockholm.[18][5]

Seit 2017 verfügt das Unternehmen über Acquiring-Lizenzen in Brasilien, Singapur, Hong Kong, Australien und Neuseeland sowie einer europäischen Banklizenz.[18][19] Bereits zum Ende des Jahres 2017 wurde das Unternehmen mit 2,3 Milliarden US-Dollar bewertet, was es zu einem der größten europäischen Einhörner machte.[20] Am 13. Juni 2018 erfolgte der Börsengang des Unternehmens an der Euronext-Aktienbörse in Amsterdam mit einem Aktienkurs von 240 EUR.[21] Zum Börsenschluss notierten die Papiere mit rd. 480 EUR pro Stück zu einer Marktkapitalisierung von 14 Mrd. Euro.[21]

In den Jahren 2019 bis 2020 expandierte das Unternehmen in den afrikanischen Markt und eröffnete ebenfalls Standorte in Tokyo, Mumbai und Dubai.[22][23][18] Im Zuge der COVID-19-Pandemie und der Pleite von Wirecard erfuhr Adyen als dessen größter europäischer Konkurrent einen großen Zustrom an Kunden und Aufmerksamkeit.[24]

Seit Juni 2021 verfügt Adyen ebenfalls über eine Zweigstellen- bzw. Banklizenz in den USA.[7][25]

Zum Jahresende 2023 beschäftigte Adyen über 4.000 Mitarbeiter an 27 Standorten weltweit, wobei Amsterdam und San Francisco die wichtigsten darstellen.[9][26]

Im August 2024 gab das Unternehmen bekannt nun ebenfalls über eine Acquiring-Lizenz für Indien zu verfügen und die Expansion auf diesem Markt voranzutreiben.[27]

Aktiencrash

Im August 2023 brach der Aktienkurs von Adyen infolge der Vorlage der Geschäftszahlen und Strategie innerhalb eines Tages um rd. 39 % ein.[28][29] Mit der Sorge um rückläufiges Wachstum, zu hohe Personalausweitungen und stärker werdende Konkurrenten wie Stripe oder PayPal setzte sich der Einbruch fort.[15] Innerhalb von 2 Monaten verlor die Aktie über 60 % ihres Wertes. Es war der schwerste Kursverlust in der Unternehmensgeschichte und einer der schwersten in den Niederlanden außerhalb einer Finanzkrise.[30][31]

Mit dem Stand von Februar 2024 haben sich die Aktien aufgrund von verbesserter Investorenkommunikation und nach Analystenmeinung zufriedenstellenden Geschäftszahlen nahezu auf das Niveau vor dem Crash erholt.[32][33][34]

Finanzkennzahlen

Weitere Informationen Jahr ...
Finanzkennzahlen in Mio. EUR[35][36][37]
Jahr 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Umsatz 218,3 373,5 534,3 684,2 1001 1.330 1.626
Gewinn 71 165 257 199 581 720 743
Bilanzsumme 1.137 1.860 2.609 4.158 5.776 7.616 9.568
Mitarbeiter 716 873 1.182 1.747 2.000 3.332 4.196
Marktkapitalisierung

(letzter Schlusskurs des Jahres)

13.391 21.944 58.094 71.549 40.182 39.490
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Belege

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