Agartala
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Agartala (Bengalisch: আগরতলা, Āgartalā) ist die etwa 600.000 Einwohner zählende Hauptstadt des nordostindischen Bundesstaates Tripura. Die Stadt ist seit dem Jahr 1996 Sitz des römisch-katholischen Bistums Agartala.
| Agartala আগরতলা | ||
|---|---|---|
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| Staat: | ||
| Bundesstaat: | Tripura | |
| Distrikt: | West Tripura | |
| Lage: | 23° 50′ N, 91° 17′ O | |
| Höhe: | 13 m | |
| Fläche: | 58,8 km² | |
| Einwohner: | 400.004 (2011) | |
| Bevölkerungs- dichte: | 6803 Ew./km² | |
Lage und Klima
Agartala liegt zwischen dem in Ost-West-Richtung verlaufenden Fluss Haora im Süden und dem Kotakhal-Kanal im Norden. Die Stadt ist nur etwa 2–5 km von der Grenze zu Bangladesch entfernt und liegt in einer Höhe von nur 13 m. Die Millionenstadt Kalkutta, die ehemalige Hauptstadt Britisch-Indiens, ist ca. 250 km (Luftlinie) entfernt und im Grunde nur mit dem Flugzeug erreichbar. Dhaka, die Hauptstadt Bangladeschs, liegt ca. 120 km (Fahrtstrecke) westlich; bis zur Hafenstadt Chittagong (ebenfalls in Bangladesch) sind es ca. 215 km in südlicher Richtung. Das Klima ist zumeist schwülwarm bis heiß; Regen (ca. 2000–3000 mm/Jahr) fällt überwiegend während der sommerlichen Monsunzeit.
Bevölkerung
| Jahr | 1991 | 2001 | 2011 |
| Einwohner | 233.896 | 299.398 | 400.004[1] |
Die zumeist zugewanderte und aus Bengalis und Tripuris bestehende Bevölkerung besteht zu etwa 94 % aus Moslems und nur zu ca. 4,5 % aus Hindus; Christen bilden ca. 1 % der Stadtbevölkerung. Man spricht zumeist Bengali und Kokborok, aber auch Englisch wird von vielen verstanden.[2]
Wirtschaft
Die in den Dörfern der Umgebung betriebene Feldwirtschaft (v. a. der Reisanbau) bildet immer noch die Lebensgrundlage der Stadt. Tee und Kautschuk sind wichtige Exportartikel. Etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt befindet sich in Suryamaninagar der Campus der 1987 gegründeten Universität von Tripura (Tripura University).
In den 1970er und 1980er Jahren ist die Verkehrsanbindung der Stadt zunehmend verbessert worden. Im Jahr 2008 wurde die Eisenbahnlinie zwischen Lumding in Assam und Kumarghat in Tripura weiter nach Agartala verlängert. In den folgenden Jahren erfolgte die Konversion dieser Strecke von Meterspur in Indische Breitspur. Der Flughafen Agartala bietet Linienflüge in verschiedene indische Städte.
Geschichte
Obwohl im Jahr 1760 der Regierungssitz von der alten Hauptstadt Udaipur nach Agartala verlegt wurde, blieb die Stadt zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft nur in geringem Umfang besiedelt. Im Zuge der Unabhängigkeit und Teilung Indiens (1947) wanderten viele hinduistische Bengalis aus dem überwiegend islamischen Ostpakistan zu, was ein enormes und anhaltendes Bevölkerungswachstum zur Folge hatte.
Sehenswürdigkeiten
Die weitestgehend neue Stadt hat nur wenige historisch oder künstlerisch bedeutsame Sehenswürdigkeiten.
- Der in den Jahren 1899–1901 von Maharaja Radha Kishore Manikya erbaute Ujjayanta-Palace war der Palast des Fürstenhauses von Tripuri. Seine Räumlichkeiten beherbergen heute das Tripura State Museum.
- Auf demselben Grundstück befindet sich der in den 1910er Jahren von Maharaja Birendra Kishore Manikya erbaute Lakshmi-Narayan-Tempel.
- Der Jagannath Bari Tempel befindet sich nahebei. Er ist dem Hindu-Gott Vishnu in seiner Form als „Herrscher der Welt“ geweiht. Zusammen mit seinem Bruder Balabhadra und seiner Schwester Subhadra bildet er eine Trimurti, eine Dreiheit, die vor allem in der Stadt Puri im Bundesstaat Odisha verehrt wird.
Söhne und Töchter der Stadt
- Peary Mohon Debbarman (1887–1925), Botaniker
- Naresh Mitra (1888–1968), Schauspieler und Filmregisseur
- David Dhawan (* 1951), Filmregisseur
- Manik Saha (* 1953), Politiker
