Agra TI

Dorf und ehemalige Gemeinde in Collina d’Oro im Kanton Tessin, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Agra (in einheimischer Mundart: [aːgra])[1] ist eine Ortschaft der Gemeinde Collina d’Oro im Kreis Paradiso, im Bezirk Lugano im Süden des Schweizer Kantons Tessin. 2004 fusionierte die bis anhin eigenständige Gemeinde mit Gentilino und Montagnola zur neuen Gemeinde Collina d’Oro.[2]

TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Agra (Begriffsklärung)ff zu vermeiden.
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Agra
Wappen von Agra
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Paradiso
Gemeinde: Collina d’Oroi2
Postleitzahl: 6927
Koordinaten: 714214 / 91726
Höhe: 552 m ü. M.
Fläche: 1,28 km²
Einwohner: 434 (31.12.2003)
Einwohnerdichte: 339 Einw. pro km²
Website: www.collinadoro.com
Agra TI
Agra TI
Karte
Agra TI (Schweiz)
Agra TI (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Pfarrkirche Sankt Tommaso
Agra Resort Collina d’Oro

Geographie

Luftbild von Walter Mittelholzer (1919)

Das Dorf liegt auf 570 m ü. M. am Fusse des Monte Croce auf der Collina d’Oro. Der Ortsname entspricht wahrscheinlich dem in der Tessiner Mundart verbreiteten Wort agra/agru (Berg-Ahorn).[1]

Geschichte

Der zu Agra gehörige Weiler Bigogno (Bigonio) Welt-Icon wird 1270 in einem Inventar erwähnt, das den Besitz des Klosters Sant’Abbondio von Como im Valle di Lugano aufführt.[2] Agra ist seit dem späten 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Das Inventar des Domkapitels von Como (1298) nennt in Agra Allodialgüter, bischöfliche Lehen sowie Besitztümer des Klosters Disentis. Im gleichen Dokument erscheint auch die Kirche San Tommaso in Agra, die zuerst zur Pfarrei San Pietro in Pambio gehörte und 1591 Unterpfarrei wurde. Die Kapelle Sant'Assunta in Bigogno wurde 1609 fertiggestellt. In den Statuten von Como 1335 wird das concilium (Nachbarschaft) von Agra und Premona (alter Name von Barbengo) aufgeführt.[2]

Im Mittelalter bildete Agra mit Barbengo die Vicinìa Concilium de Agra et de Premona, die später Concilium de Agra et Barbencho geheissen wurde.[3]

Das landwirtschaftlich geprägte Dorf war einst geprägt für die Auswanderung von Kunsthandwerkern nach Russland. Das 1912 eröffnete, 1969 wieder geschlossene örtliche Sanatorium war Aufenthaltsort vieler, vor allem deutschsprachiger Persönlichkeiten und Intellektueller, die hier die Monatszeitschrift Die Terrasse publizierten.[2]

Bevölkerung

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten[4][5]

Die Einwohnerzahl wuchs bis zum einstweiligen Höchststand um das Jahr 1836 kontinuierlich an. Im anschliessenden Jahrzehnt war eine starke Abnahme zu verzeichnen. Ab 1870 stieg die Zahl der Einwohner bis 1910 leicht an, um sich dann bis 1941 mehr als zu verdoppeln. In den darauffolgenden 50 Jahren nahm die Einwohnerzahl stetig ab, um ab 1990 wieder auf den Wert von 1941 anzusteigen.[2]

Verkehr

Das Dorf liegt an der Strasse Lugano–Agra–Barbengo. Im öffentlichen Verkehr wird Agra von der Postauto­linie 62.436 Lugano–SorengoMontagnola–Agra und in der Nacht von Samstag auf Sonntag von der Nachtbuslinie 62.473 (Collina d'Oro) erschlossen.[6]

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche San Tommaso[7]
  • Ehemaliges Sanatorium, Architekt: Edwin Wipf, 1912–1915 für Tuberkulosepatienten erbaut, das durch den Aufenthalt vieler deutschsprachiger Berühmtheiten als Deutsches Haus bekannt wurde; es wurde 1969 geschlossen und 2009 nach Abbruch der Ruine in der alten Form wieder aufgebaut[8]. Inzwischen erfolgte ein Umbau, und das Haus wird unter dem neuen Namen «Resort Collina d’Oro» als Hotel geführt[7]
  • Oratorium della Beata Vergine im Ortsteil Bigogno[7]

Bilder

Persönlichkeiten

Literatur

  • Enrico Fuselli (Hrsg.): Agra 1914–1918. Il respiro del sanatorio. Fondazione culturale della Collina d’Oro-Lugano, Giampiero Casagrande, Montagnola 2009.
  • Virgilio Gilardoni: Agra. In: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 175, 202, 474.
  • Antonio Gili: Agra. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. März 2023.
  • Simona Martinoli u. a.: Agra. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 336–339.
  • A.Mario Redaelli: Agra. In: Storia e storie della Collina d’Oro. Editori Gaggini-Bizzozero S.A., Lugano 1977, Band 1, S. 22, 149–169; Band 2, 1978, 432–503, 590 f.
  • Celestino Trezzini: Agra In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Affo – Alther, Attinger, Neuenburg 1921, S. 175 (Digitalisat), (abgerufen am 3. Juli 2017).
  • Monatszeitschrift Die Terrasse. Nr. 10, 1931.

Einzelnachweise

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