Aharon Becker

israelischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Aharon Becker (hebräisch אהרן בקר; * 21. Dezember 1905 in Kobryn, Gouvernement Grodno, Russisches Kaiserreich; † 24. Dezember 1995) war ein israelischer Politiker, der zwischen 1955 und 1974 mit Unterbrechungen Mitglied der Knesset sowie 1961 bis 1969 Vorsitzender des Gewerkschaftsdachverbandes Histadrut war.

Aharon Becker

Leben

Aharon Becker besuchte nach der Cheder, einer traditionellen, religiös geprägten Elementarschule, ein Gymnasium, und schloss sich in Russland der örtlichen Bewegung zionistischen JugendorganisationZeire Zion“ an und war dort aktiv, bis diese 1920 in der Sowjetunion von den bolschewistischen Machthabern verboten wurde. Er war einer der Gründer der zionistischen Vereinigung „B’nai Zion“ und trat in Polen der Bewegung „Junge Pioniere“ bei. Im selben Zeitraum erlernte er Buchhaltung an der örtlichen Handelsschule. Nach seiner Auswanderung (Alija) arbeitete er im Mandatsgebiet Palästina im vorstaatlichen Israel als Landarbeiter in Petach Tikwa und später im Baugewerbe. 1926 war er einer der Gründer der Hebräischen Sozialistischen Jugend und bis Ende 1927 deren Sekretär. Er engagierte sich zudem in der links-zionistischen Partei Einigung der Arbeit (Achdut haAwoda) und war zwischen 1928 und 1932 Sekretär des Arbeiterrates von Ramat Gan sowie im Anschluss von 1932 bis 1943 Mitglied des Arbeiterrates von Tel Aviv. Darüber hinaus war er zwischen 1943 und 1947 Vorstandsmitglied der Organisation „HaMashbir HaMercazi“, der wichtigste Großhändler für Verbrauchergenossenschaften und Arbeitersiedlungen,[1] und wurde 1944 in das Sekretariat des Tel Aviver Arbeiterrates gewählt.[2][3]

Nach der Unabhängigkeitserklärung und Gründung des Staates Israels am 14. Mai 1948 war Becker zwischen 1948 und 1949 Direktor der Beschaffungsabteilung des Verteidigungsministeriums und wurde in dieser Funktion 1948 in die USA entsandt, um Waffen für die Streitkräfte zu beschaffen. 1949 wurde er Geschäftsführer der Versorgungsbehörde, deren Aufgabe es war, die Sicherheitskräfte mit allen ihren zivilen Bedürfnissen zu versorgen, und war von 1949 bis 1960 Mitglied des Zentralkomitees des Gewerkschaftsdachverbandes Histadrut[4] und Leiter der Gewerkschaftsabteilung. Er wurde bei der Parlamentswahl am 26. Juli 1955 für die Partei der Arbeiter Mapai (Mifleget Poʿalei Eretz Jisraʾel) erstmals zum Mitglied der Knesset gewählt und gehörte dem Parlament in der dritten Legislaturperiode zunächst bis zu seinem Mandatsverzicht am 1. Oktober 1956 an, woraufhin Yizhar Smilansky[5] als sein „Nachrücker“ wieder Abgeordneter wurde. Während dieser Zeit gehörte er zwischen dem 17. August 1955 und dem 1. Oktober 1956 dem Finanzausschuss und dem Arbeitsausschuss als Mitglied an. Bei der Parlamentswahl am 3. November 1959 wurde er für die Mapai erneut zum Knessetmitglied gewählt. Er legte am 23. Mai 1960 abermals sein Mandat nieder und wurde daraufhin von Aharon Jadlin[6] als Abgeordneter abgelöst. In der vierten Legislaturperiode gehörte er vom 30. November 1959 bis zum 23. Mai 1960 wieder dem Finanzausschuss und dem Arbeitsausschuss als Mitglied an.[2][3]

Becker (links) auf einer Parteikonferenz am 10. Mai 1965.

Als Nachfolger von Pinchas Lawon[7] wurde Aharon Becker 1961 Sekretär/Vorsitzender der Histadrut und bekleidete diese Funktion nach seiner Wiederwahl 1966, bis er 1969 durch Jitzchak Ben Aharon[8] abgelöst wurde.[9] Zudem wurde er für die Mapai bei der Parlamentswahl am 15. August 1961 wieder zum Mitglied der Knesset gewählt und gehörte dieser nach seinen Wiederwahlen am 2. November 1965 und am 28. Oktober 1969 bis zum 21. Januar 1974 an, wobei er sich 1968 der aus der Mapai hervorgegangenen Arbeiterpartei (Avoda) und der Fraktion Die Verbindung (HaMaʿarach) anschloss. Zuletzt gehörte er in der siebten Legislaturperiode dem Arbeitsausschuss (18. November 1969 bis 2. März 1970), dem Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung (18. November 1969 bis 21. Januar 1974) sowie dem Finanzausschuss (7. Dezember 1970 bis 21. Januar 1974) als Mitglied an. Nach seinem Ausscheiden aus der Knesset wurde er 1974 erster Vorsitzender des Zentralkomitees der neu gegründeten Krankenversicherung Kupat Holim Meuhedet. Nach seinem Tode wurde er auf dem Friedhof Kiryat Shaul in Tel Aviv beigesetzt.[2][3]

Veröffentlichungen

  • Di Histadrus in kamf kegn yakres, (Jiddisch), 1949
  • ha-Milḥamah bayoker veha-sakhar he-reʹali, 1949
  • ha-ʻOved ve-histadruto, 1951
  • Li-sheʹelot mediniyut ha-sakhar, 1952
  • Bi-yeme shilton ha-Lebor, 1952
  • Sikumim ve-sikuyim, 1953
  • ha-Metsiʹut ha-kalkalit veha-poʻel, 1954
  • Be-maʻarakhah ʻal ramat ha-ḥayim, 1955
  • ha-ʻOved ha-sakhir be-ʻasor la-medinah, 1958
  • ha-Histadrut bi-temurot ha-zeman, 1964
  • Undzer ṿeg in der Histadrut, 1965
  • Ben hesegim u-temurot, 1969
  • Liḳrat shenot ha-shivʻim, 1969
  • ha-ʻOved be-Yisrael, 1970
  • Bi-sheliḥut ha-ʻoved, 1973
  • ʻIm ha-zeman u-vene ha-dor, 1983
in englischer Sprache
  • The Salaried Worker after a Decade of Statehood (Der Arbeitnehmer nach einem Jahrzehnt Staatlichkeit), 1958
  • Histadrut in changing times, („Histadrut im Wandel der Zeit“), 1964
  • Histadrut: program, problems, prospects, („Histadrut: Programm, Probleme, Perspektiven“), 1966
  • The Worker in Israel, 1949–1969, (Der Arbeiter in Israel, 1949–1969), 1970
Commons: Aharon Becker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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