Ahnenblatt
Computergenealogiesoftware
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Ahnenblatt ist ein von Dirk Böttcher entwickeltes deutsches Genealogieprogramm für das Betriebssystem Microsoft Windows.
| Ahnenblatt | |
|---|---|
Ahnenblatt-Startseite | |
| Basisdaten | |
| Entwickler | Dirk Böttcher |
| Aktuelle Version | 4.45 (Lizenz) 2.99p (Freeware) (15. März 2026) |
| Betriebssystem | Windows |
| Kategorie | Genealogie-Software |
| Lizenz | kostenpflichtig/Freeware |
| deutschsprachig | ja |
| ahnenblatt.de | |
Geschichte
Die Entwicklung von Ahnenblatt begann 1992 auf Atari ST und für Windows 3.1. Im Februar 2001 wurde die Version 1.0 im Internet veröffentlicht. Ahnenblatt wurde zunächst als Freeware vertrieben. Die Version 2.50 von 2008 war die erste mehrsprachige des ursprünglich rein deutschsprachigen Programms. Seit dem Erscheinen von Version 3 im Mai 2019 ist das Programm kostenpflichtig; die letzte Freeware-Version 2.99p von 2018 ist weiterhin kostenlos erhältlich, wird aber nicht mehr weiterentwickelt.[1]
Eigenschaften
Das Programm dient der Speicherung, Verwaltung, Darstellung und Ausgabe genealogischer Daten. Die Daten werden intern in einem proprietären Format (*.ahn) abgelegt; das Programm unterstützt den Im- und Export im Format GEDCOM 5.5.1.[2][3] Die Anzahl der verarbeitbaren Datensätze ist prinzipiell unbegrenzt und wird nur durch die Speicherausstattung des verwendeten Computers beschränkt.[4] Stand 2022 steht das Programm in 28 Sprachen zur Verfügung.[5] Ein Alleinstellungsmerkmal ist die seit der Version 2.99 von 2018 in das Programm integrierte Suchfunktion für die genealogische Online-Datenbank MyHeritage.[6] Ahnenblatt kann als portable Version ohne Installation vom USB-Stick gestartet werden.[5] Das Programm ist als Einzelbenutzer-Anwendung konzipiert; eine parallele Bearbeitung durch mehrere Benutzer ist nicht vorgesehen.
In Rezensionen von Ahnenblatt wurde von Anfang an die im Vergleich zu anderen Programmen leichte Bedienbarkeit hervorgehoben;[7] beispielsweise gibt es, um Anfängern den Einstieg zu erleichtern, eine „einfache“ und eine „vollständige“ Version des Eingabedialogs.[2] Vor allem in früheren Versionen wurde jedoch das Fehlen komplexerer Funktionen kritisiert,[8.1] von denen aber viele im Verlauf der weiteren Entwicklung ergänzt wurden. In einer Nutzerumfrage von 2021 lobten die Anwender die einfache, intuitive Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit, sie kritisierten die teils wenig ansprechende Optik, fehlende Buchfunktion und unflexible Listenausgaben.[9.1]
In der 2024 erschienenen Version 4 verfügt das Programm über eine Quellen-, Medien-, Orts-, Aufgaben- und Patenverwaltung, Änderungshistorie und Plausibilitätsprüfung; die Datenausgabe ist in Form von Tafeln, Listen und Büchern in zahlreichen verschiedenen Formaten sowie als Website im HTML-Format möglich.
Verbreitung
Ahnenblatt gehört zu den am weitesten verbreiteten Genealogieprogrammen im deutschsprachigen Raum. In den regelmäßigen Nutzerumfragen der Zeitschrift Computergenealogie war Ahnenblatt 2009 und 2014 das am dritthäufigsten, 2012 das am zweithäufigsten verwendete Programm. 2018 und 2021 war es das mit Abstand am häufigsten genutzte Genealogieprogramm, 2021 zudem das am besten bewertete.[8.2][9.2]
Auch für die Erstellung von Online-Ortsfamilienbüchern ist Ahnenblatt das am häufigsten genutzte Programm.[10]
Screenshots
Auszeichnungen
Ahnenblatt wurde in den Jahren 2012 bis 2022 von Gensoftreviews, einer US-Bewertungsplattform für Genealogiesoftware, mit dem Users Choice Award ausgezeichnet.[11] Die Plattform wurde 2023 eingestellt.
Literatur
- Hans-Christian Scherzer: Ahnenblatt. Ein Testbericht. In: Computergenealogie, Heft 3/2022, S. 24–28 (zu Version 3.43)
- Renate Ell: Ein Blick auf Ahnenblatt 4. In: Computergenealogie, Heft 2/2024, S. 26–28