Alanycarb

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Alanycarb ist ein synthetisches Insektizid aus der Wirkstoffgruppe der Carbamate. Es wurde Ende der 1980er-Jahre von der Firma Otsuka eingeführt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Alanycarb
Allgemeines
Name Alanycarb
Andere Namen

Ethyl-(Z)-N-benzyl-N-{[methyl(1-methylthioethylidenamino-oxycarbonyl)amino]thio}-β-alaninat

Summenformel C17H25N3O4S2
Kurzbeschreibung

schwach gelber Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 83130-01-2
EG-Nummer (Listennummer) 617-442-0
ECHA-InfoCard 100.109.272
PubChem 9576091
ChemSpider 7850539
Wikidata Q22712288
Eigenschaften
Molare Masse 399,52 mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,21 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

46,8–47,2 °C[2]

Siedepunkt

zersetzt sich bei 195 °C[3]

Dampfdruck

0,0047 mPa (25 °C)[1]

Löslichkeit

wenig in Wasser (20 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302330400
P: 260264271273301+312304+340+310[4]
Toxikologische Daten

440 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Wirkungsweise

Alanycarb wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Die Wirkung gleicht dabei der Wirkungsweise anderer Carbamat-Insektizide. Es hemmt das Enzym Acetylcholin-Esterase in den Synapsen des Nervensystems. Dies bewirkt einen Überschuss des Acetylcholins an der postsynaptischen Membran, was eine Dauererregung des Nervensystems zur Folge hat. Die Nervenfunktion kommt zum Erliegen und der betroffene Organismus ist gelähmt, was bis zum Atemstillstand und Tod führen kann.[2]

Verwendung

Alanycarb ist ein Insektizid mit einem breiten Wirkspektrum. Es wird zur Bekämpfung von Schmetterlingen (Lepidoptera), Käfern (Coleoptera), Fransenflügler (Thysanoptera) und Schnabelkerfen (Hemiptera) im Anbau von Weinreben, Zitruspflanzen und Gemüse sowie im Tabakanbau angewandt.[5]

Toxizität

Alanycarb ist leicht augenreizend. Es wird von der World Health Organization als Klasse-II-Toxin (moderat gefährlich) eingestuft.[3][6]

Alanycarb ist giftig für Bienen. Die Verbindung ist nicht sehr persistent im Boden mit einer Halbwertszeit von 1 bis 2 Tagen. Außerdem zersetzt sie sich schnell unter Einwirkung von Sonnenlicht.[2]

Zulassung

In der Europäischen Union sind keine Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Alanycarb zugelassen. Die Rückstandshöchstmenge wurde für alle Lebensmittel auf 0,01 mg/kg festgelegt.[7]

Einzelnachweise

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