Albert Claveille

französischer Ingenieur und Politiker der Dritten Republik From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Claveille, auch Albert-André Claveille, eigentlich Joseph Claveille (geboren am 1. Januar 1865 in Mouleydier; gestorben am 6. September 1921 ebenda) war ein französischer Ingenieur und Politiker der Dritten Republik.

Albert Claveille 1917

Leben

Joseph Claveille, genannt Albert Claveille, war der Sohn von Jean Claveille, einem Hausangestellten, und Jeanne Germain, seiner Ehefrau. Er war ab 1881 im Straßen- und Brückenbauamt beschäftigt, wo er – unterbrochen von seinem Wehrdienst 1882 – bis 1898 stetig aufstieg. Er nutzte diese Zeit, um sich weiterzubilden und schloss sein Studium an der École nationale des ponts et chaussées 1899 als Ingenieur im Brücken- und Straßenbau ab.[1]

1904 wurde er zum stellvertretenden Personaldirektor im Ministerium für öffentliche Arbeiten in Paris ernannt. Von 1905 bis 1909 war er Chefingenieur und arbeitete an der Erschließung der Wasserkraft in der Dordogne. Er war der große Förderer des Wasserkraftwerks von Tuilières. Im Februar 1911, nach dem Eisenbahnunglück von Courville im Département Eure-et-Loir, wurde er zum Direktor der Chemins de fer de l’État ernannt, die gerade die Chemins de fer de l’Ouest übernommen hatten.[2] Innerhalb von zwei Jahren gelang es ihm, das Netz neu zu organisieren.[1]

1914 wurde er zum Generalinspektor für Brücken- und Straßenbau ernannt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs stellte ihn Albert Thomas, Sous-secrétaire d’État (Unterstaatssekretär) für Artillerie und militärische Ausrüstung, als Generalsekretär ein und übertrug ihm die Leitung der Artillerieproduktion.[1] Am 1. September 1915 wurde Albert Claveille zum Präsidenten der Vertragskommission und Generaldirektor der Artillerieproduktion ernannt. Die Regierung wollte die Rüstungsfabriken von der Front weg verlegen. Er schlug Bergerac vor, wo seit dem 4. Dezember 1915 eine Pulverfabrik bestand.[3][4]

1916 wurde er als Sous-secrétaire d’État für Verkehr in die Regierungen Briand VI und Ribot V berufen; ab 1917 fungierte er in den Kabinetten Painlevé I und Clemenceau II als Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr.

Anschließend wurde er in den Senat gewählt, wurde Generalrat von Domme und Bürgermeister von Mouleydier. Er war gerade zum Präsidenten der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt ernannt worden, als er am 6. September 1921 plötzlich an einem Herzinfarkt starb.[1]

Ehrungen

Werke

  • L’usine hydro-électrique de Tuilière sur la Dordogne et la distribution de l’énergie électrique dans la région du sud-ouest. In: Annales des ponts et chaussées. 1910 (Werk auf Gallica).
  • Rapport au président de la République. 1917 (Werk auf Gallica).

Literatur

Commons: Albert-André Claveille – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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