Albert Katzenellenbogen

deutscher Justizrat, Bankier und Opfer des Holocaust From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Katzenellenbogen (* 15. Januar 1863 in Krotoschin; † 25. August 1942 ermordet bei Minsk) war ein deutscher Jurist und Manager, der im Bankwesen und in der Industrie eine bedeutende Rolle spielte.

Stolperstein vor dem Haus Neue Mainzer Straße 32

Leben

Katzenellenbogen entstammte einer Familie, deren Ursprünge ein amerikanischer Genealoge bereits für das 15. Jahrhundert nachweist und die sich nach ihrem deutschen Herkunftsort nennt. Er war verheiratet mit Cornelia Josephine (genannt Nelly) Katzenellenbogen geborene Doctor. Seit 1912 lebte das Ehepaar in Königstein im Taunus am Oelmühlweg, wo als Nachbarn auch Albert Ullmann und Oskar Kohnstamm ansässig waren.

Katzenellenbogen studierte Rechtswissenschaft und war ab Oktober 1891 in Frankfurt am Main als Rechtsanwalt zugelassen; im Juli 1912 wurde er mit dem Ehrentitel eines (königlich preußischen) Justizrats ausgezeichnet.[1]

Er gehörte leitenden Gremien von Banken, Textil- und Chemie-Unternehmen in verschiedenen deutschen Städten an. Als Vorstandsvorsitzender lenkte er u. a. die Geschicke der Mitteldeutsche Creditbank AG Frankfurt am Main. 1895 wurde er Syndikus der Bank, 1897 Mitglied im Direktorium und 1903 Mitglied im Vorstand. Nach der Übernahme durch die Commerzbank war Katzenellenbogen dort von 1929 bis 1930 im Vorstand und anschließend bis 1937 im Aufsichtsrat.[2]

Mit Beginn der Zeit des Nationalsozialismus war Katzenellenbogen noch kurzzeitig als Altanwalt tätig, bis er im Oktober 1935 selbst auf seine Zulassung als Rechtsanwalt verzichtete.[1]

Das Eigentum der Familie Katzenellenbogen wurde 1940 zur Arisierung ausgeschrieben. Auf dem Restitutionsweg ging es 1946 als Familieneigentum an die Nachkommen über.

Katzenellenbogen wurde am 18. August 1942 von Frankfurt am Main aus ins Ghetto Theresienstadt deportiert; er wurde am 25. August 1942 mit dem Transport „Bc-942“ im Vernichtungslager Maly Trostinez umgebracht. Seine Ehefrau starb bereits am 19. April 1942 an den Folgen eines Schlaganfalls – der Schlaganfall verhinderte die Auswanderung der Familie. Aus der Ehe gingen die Kinder Grete Helene (* 1893), Marta Sofie (1897–1984) und der Kunsthistoriker Adolf Katzenellenbogen (1901–1964) hervor. Grete Helene war mit einem Sohn von Otto Berndt verheiratet und starb am 22. März 1944 als Zwangsarbeiterin in Frankfurt am Main. Die Familiengrabstätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof Frankfurt.

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Literatur

  • Heinz Sturm-Godramstein: Juden in Königstein. Leben-Bedeutung-Schicksale. Königstein im Taunus 1983. (hierin Anmerkung Nr. 25: Mitteilung von Herrn Dieter Berndt; N. Rosenstein: The unbroken chain. New York 1976.)

Einzelnachweise

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