Albert Nobbs

Film von Rodrigo García (2011) From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Nobbs ist ein irisch-britisches Filmdrama mit Glenn Close und hatte am 2. September 2011 beim Telluride Film Festival Premiere. Regie führte Rodrigo García. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von George Moore. In Deutschland kam er 2013 in die Kinos.

TitelAlbert Nobbs
ProduktionslandUK, Irland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2011
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Albert Nobbs
Produktionsland UK, Irland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Rodrigo García
Drehbuch
Produktion
  • Alan Moloney
  • Bonnie Curtis
  • Glenn Close
  • Julie Lynn
Musik Brian Byrne
Kamera Michael McDonough
Schnitt Steven Weisberg
Besetzung
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Hauptdarstellerin, Drehbuchautorin und Produzentin Glenn Close

Handlung

Albert Nobbs arbeitet als Butler in dem Hotel von Mrs. Baker im Dublin des 19. Jahrhunderts. Hinter der Fassade des introvertierten, hart arbeitenden und sparsamen Mannes steckt in Wirklichkeit eine Frau, die in dem Rollenwechsel ihre einzige Chance sieht, ohne Familie und Ehemann zu überleben. Als Albert sein Bett für eine Nacht mit dem Anstreicher Hubert Page teilen muss, wähnt er seine Maskerade in Gefahr, bis sich herausstellt, dass Page ebenfalls eine Frau ist.

Page und Albert freunden sich an. Page ist (in der Männerrolle) mit Kathleen verheiratet und ermuntert Albert dazu, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Albert verfügt über Kapital, da er seit langer Zeit Trinkgelder anspart. Er beginnt von einem eigenen Ladengeschäft für Tabak- und Süßwaren zu träumen und dabei seine jüngere Kollegin Helen Dawes an seiner Seite zu haben. Helen ist allerdings mit Joe zusammen, einem arbeitsscheuen Wichtigtuer, der Helen sogleich darauf ansetzt, Alberts Zuneigung auszunutzen, um ihm Geld aus der Tasche zu ziehen. Helen spielt dieses Spiel eine Zeitlang, doch als sich herausstellt, dass sie von Joe schwanger ist, gerät sie mit ihm in Streit. Albert will sie in Schutz nehmen und wird im Handgemenge von Joe so verletzt, dass er am folgenden Morgen tot aufgefunden wird. Mrs. Baker findet sein Notizbuch, in dem er seine Ersparnisse verzeichnet hat.

Einige Zeit später ist Mrs. Baker zu Geld gekommen und bietet Page an, für sie einen großen Auftrag auszuführen. Page ist nun allein, nachdem Kathleen in einer Typhus-Epidemie verstorben ist. Er unterhält sich mit Helen, die ihren Sohn Albert Joseph genannt hat und von Joe sitzengelassen wurde. Sie wird von Mrs. Baker dazu gezwungen, unentgeltlich zu arbeiten, ansonsten werde sie ihr Kind an die Kirche verraten und es werde ihr weggenommen. Page schaut sie wissend an und sagt „Aber, das können wir nicht zulassen, nicht wahr?“.

Kritiken

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 56 %[2]
Metacritic (Metascore) 57/100[3]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[4]
The Guardian SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[5]
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Albert Nobbs erhielt ein verhaltenes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes ähnlich viele wohlwollende wie kritische Besprechungen und ordnet den Film damit als „Gammelig“ ein.[2] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „durchwachsen oder durchschnittlich“ aus.[3]

„Stilvoll inszeniertes Historiendrama, das die Geschlechtsproblematik von verschiedenen Seiten beleuchtet und seinen Protagonisten eine ambivalente Haltung zubilligt.“

Albert Nobbs ist, wenn man nur auf die Namen schaut, ein Film aus bester Familie. István Szabó, der ursprünglich auch Regie führen sollte, schrieb die Story, der irische Autor John Banville verfasste zusammen mit Glenn Close das Drehbuch. Und Rodrigo García ist der Sohn von Gabriel García Márquez. Wenn großes Kino eine Frage der Abstammung wäre, hätte hier ein Meisterwerk entstehen müssen. So kann man sich mit der Aussicht trösten, dass Glenn Close ihre Traumrolle jetzt hinter sich hat, wie Nicole Kidman mit falscher Nase in The Hours. Das Spiel geht weiter.“

Andreas Kilb: Frankfurter Allgemeine Zeitung[7]

Hintergrund

Für die Hauptdarstellerin, Drehbuchautorin und Mitproduzentin Glenn Close erfüllte sich mit dem Film ein alter Traum: Sie hatte die Rolle des Albert Nobbs bereits rund drei Jahrzehnte zuvor auf der Bühne gespielt, 1982 in einer Off-Broadway-Produktion in New York. Schon damals wollte sie die Kurzgeschichte über die Frau verfilmen, die Elend und Gewalt erfährt, als Alleinstehende Ende des 19. Jahrhunderts in Irland kein eigenständiges Leben führen kann und als Butler kaum wahrgenommen wird. Dann machte sie Filmkarriere und verkörperte in Produktionen wie Gefährliche Liebschaften als intrigantes vollbusiges Monster oder als Comic-Medusa in den 101 Dalmatinern einen völlig anderen Rollentyp. Für Albert Nobbs fand sie keinen Produzenten und betrieb das Projekt als Produzentin schließlich selbst voran. Dass der Film auf Skepsis stieß, zeigt die Reaktion der Verleiher. Trotz Oscar- und Globe-Nominierungen lief das Werk erst mit zweijähriger Verspätung in deutschen Kinos.[8][9]

Auszeichnungen

Der Film war bei der Oscarverleihung 2012 in drei Kategorien nominiert:

Bei der Verleihung der Golden Globe Awards 2012 war der Film in den Kategorien beste Hauptdarstellerin (Glenn Close), beste Nebendarstellerin (Janet McTeer) und bester Filmsong (Lay Your Head Down) nominiert, gewann aber keinen der Preise.[10] Beim Tokyo International Film Festival 2011 wurde Glenn Close als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.[11] Beim Filmfest homochrom in Köln und Dortmund erhielt Albert Nobbs 2012 einen Publikumspreis.[12]

Belege

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