Albert Obholz

deutsch-russischer Mikrobiologe, Immunologe und Heimatforscher From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Obholz (* 1936 in Trussowka im Oblast Omsk, Sowjetunion) ist ein deutsch-russischer Mikrobiologe, Immunologe und Heimatforscher. Er gilt als Experte für die Geschichte der Wolgadeutschen, insbesondere der katholischen Siedlungsgebiete.[1]

Leben

Albert Obholz wurde 1936 in einer katholischen wolgadeutschen Familie im Dorf Trussowka geboren, wohin seine Eltern 1933 geflohen waren, um einer Hungersnot in der Kolonie Mariental zu entgehen.[1] Nach dem Wehrdienst absolvierte er ein Studium an der Medizinischen Hochschule in Omsk, wo er später auch promovierte. Von 1965 bis 1968 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Tjumen tätig. Ab 1971 wirkte er an der Medizinischen Hochschule Omsk, zunächst als Assistent und später als Dozent am Lehrstuhl für Mikrobiologie und Immunologie. Schließlich wurde er zum Professor ernannt und übernahm 1981 die Leitung des Lehrstuhls.[1] In seiner wissenschaftlichen Laufbahn verfasste er über 100 Fachartikel sowie die Monografie „Mikrobiologie und Immunologie der Muttermilch“ (Omsk 2000).[1] Im Jahr 1998 siedelte Obholz nach Deutschland über und lebt seither in Kaiserslautern.[2]

Wirken

Obholz publiziert umfangreich in deutscher und russischer Sprache. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Geschichte der deutschen Siedler in Russland, wobei er insbesondere die Geschichte einzelner Kolonien (wie Mariental, Kamenka und Seelmann) sowie die medizinische Versorgung der Kolonisten aufarbeitet. Zudem befasst er sich mit den literarischen Wechselbeziehungen zwischen russischen Klassikern und den Russlanddeutschen. In seinem Hauptwerk Die Katholiken an der Wolga (2012) dokumentiert er das Leben der Gläubigen von der Koloniegründung bis zur Gegenwart.[3]

Schriften (Auswahl)

  • Puschkin und Russlanddeutsche. Omsk 2005 (russisch).
  • Russische Schriftsteller und Russlanddeutsche. 2 Bände, BMV Verlag Robert Burau, 2010–2011 (russisch).
  • Die Kolonie Mariental an der Wolga. HFDR, 2011 (3. Auflage 2021).
  • Die Katholiken an der Wolga. HFDR, 2012, ISBN 978-3-9809613-9-4.
  • Medizinische Betreuung der deutschen Kolonisten in Russland. Novum Verlag, 2016.
  • Die Kolonie Kamenka an der Wolga. Literareon, 2016 (mit Emma Rische)
  • Die Kolonie Seelmann an der Wolga. Literareon, 2018. (mit Emma Rische)
  • Das Schicksal der deutschstämmigen Frauen in Russland. Kaiserslautern/Omsk 2021.
  • Ein dorniger Pfad der deutschen Kolonisten. Noel-Verlag, 2024, ISBN 978-3-96753-210-4.
  • Eduard Huber. Übersetzer von Goethes und Schillers Werken. Noel-Verlag, 2025.

Einzelnachweise

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