Albin Polasek
tschechischer Bildhauer
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Albin Polasek, tschechisch Albín Polášek (* 14. Februar 1879 in Frankstadt, Markgrafschaft Mähren; † 19. Mai 1965 in Winter Park, Florida) war ein tschechisch-amerikanischer Bildhauer und Hochschullehrer, der in den Vereinigten Staaten tätig war.[1]

Leben
Albín Polášek wanderte 1901 in die Vereinigten Staaten aus und begann seine künstlerische Ausbildung an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. 1910 erhielt er ein Stipendium für einen dreijährigen Studienaufenthalt in Rom, bei dem er den Prix de Rome gewann. In seiner Laufbahn leitete Polasek die Bildhauerabteilung am Art Institute of Chicago und erhielt 1927 den Status eines assoziierten Mitglieds der National Academy of Design. Zu seinen bedeutenden öffentlichen Aufträgen zählen unter anderem das Theodore Thomas Memorial und das Wilson Monument in Prag. 1950 zog er nach Winter Park in Florida, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1965 künstlerisch tätig blieb. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1951 setzte er seine Arbeit fort. Albin Polasek starb 1965.[1]
Werk

Das bildhauerische Werk von Albin Polasek umfasst allegorische und figurative Skulpturen, Porträtbüsten sowie Denkmäler. Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem im Art Institute of Chicago, darunter die Skulptur Aspiration und das Theodore-Thomas-Memorial. Weitere Werke Polaseks gelangten in das Metropolitan Museum of Art in New York, darunter die Skulptur Fantasy und eine Büste von J. P. Morgan. In die Gould Library der New York University gelangte eine Büste von William Merritt Chase, in das Milwaukee Art Museum und in die Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia weitere Werke. Denkmäler schuf er zudem in Hartford, Connecticut, in Springfield, Illinois, sowie in Chicago. Zu seinen international bekanntesten Arbeiten zählt das Woodrow-Wilson-Denkmal in Prag, errichtet 1928 – (1941 zerstört bzw. abgetragen im Auftrag des Stellvertretenden Reichsprotektor SS-Obergruppenführer Heydrich). 2011 ersetzt durch eine Replik, finanziert durch eine Spende der American Friends of the Czech Republic.[2]
Albin Polasek wurde unter anderem mit der Widener Gold Medal der Pennsylvania Academy of the Fine Arts im Jahr 1914 und mit der Gold Medal der Association of Chicago im Jahr 1932 ausgezeichnet.[1]
Albin Polasek Museum & Sculpture Gardens
Das Albin Polasek Museum & Sculpture Gardens in Winter Park, Florida, widmet sich dem Leben und Werk von Albin Polasek. Die 1961 gegründete Institution besitzt den weltweit größten Bestand an Werken des Künstlers. Das Museum wurde im Jahr 1961 zunächst als private Stiftung auf Initiative des Künstlers selbst gegründet. Es umfasst die historischen Wohn- und Atelierräume Polaseks, einen Außenskulpturengarten sowie wechselnde Ausstellungen. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf amerikanischer figurativer Skulptur, wobei besonders Polaseks eigene Werke im Mittelpunkt stehen. Das Museum gehört zu den im National Register of Historic Places gelisteten Stätten und ist Mitglied des Historic Artists’ Homes and Studios-Programms des National Trust for Historic Preservation.[3]
Capen-Showalter-Haus
Zum Museumskomplex gehört zudem das Capen-Showalter-Haus, ein historisches Gebäude, das 2013 vor dem Abbruch gerettet und auf das Museumsgelände verlegt wurde. Es wird heute als Teil des Museumsbetriebs mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen genutzt.[3]
Literatur
- Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 27, E. A. Seemann, Leipzig 1933.
- American Art News, Jahrgang 21 (1922/23), Nr. 34.
- The Art News, Jahrgang 24 (1925/26), Nr. 4.
- The Studio, Band 65 (1915) und Band 69.
- Who’s Who in America, Band 13 (1924/25).
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 11: Pinchon – Rouck. Paris, 2006.
- Mantle Fielding: Dictionary of American Painters, Sculptors and Engravers, 1974.
- Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online, De Gruyter, Berlin 2009.