Aldoladdition

Bildung von β-Hydroxycarbonylverbindungen durch Addition eines Enolats an eine Carbonylverbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Aldoladdition ist eine Additionsreaktion aus dem Bereich der organischen Chemie. Bei der Aldoladdition reagieren Aldehyde und Ketone zu β-Hydroxyaldehyden (Aldole) oder β-Hydroxyketonen. Die Aldoladdition ist eine Variante der Aldolreaktion.

Übersichtsreaktion

Die Aldoladdition wird hier beispielhaft an der Reaktion von zwei Molekülen des Acetaldehyds durchgeführt. Die Reaktion verläuft entweder basen- oder säurekatalysiert:

Übersichtsreaktion der Aldoladdition
Übersichtsreaktion der Aldoladdition

Die grün markierte Bindung ist die neu geknüpfte Bindung zwischen den beiden Aldehyden. Bei dieser Additionsreaktion entsteht 3-Hydroxybutanal, das zu den Aldolen zählt.

Mechanismus

Die base- und säurekatalysierten Mechanismen der Aldoladdition werden an der Beispielreaktion von zwei Molekülen Acetaldehyd erklärt.

Basenkatalysierte Aldoladdition

Im Folgenden wird der Mechanismus der basenkatalysierten Aldoladdition anhand des obigen Beispiels vorgestellt:

Additionsmechanismus basenkatalysiert
Additionsmechanismus basenkatalysiert

Das zur Carbonylgruppe des Acetaldehyds α-ständige Wasserstoffatom ist aufgrund der Carbonylverbindung acide, d. h., dass an der α-Position des Kohlenstoffatoms ein Wasserstoffatom durch eine starke Base abgespalten werden kann. In diesem Beispiel wird der Acetaldehyd (1) durch ein Hydroxid-Ion deprotoniert. Es entsteht ein mesomeriestabilisiertes Carbanion/Enolat 2. Das nucleophile Enolat 2 greift die Carbonylgruppe eines weiteren Acetaldehyds an. Es bildet sich ein Alkoholat 3, das protoniert wird. Damit bildet sich ein Aldol 4, in diesem Fall 3-Hydroxybutanal.[1]

Säurekatalysierte Aldoladdition

Im Folgenden wird der Mechanismus der säurekatalysierten Aldoladdition ebenfalls am obigen Beispiels vorgestellt:

Additionsmechanismus säurenkatalysiert
Additionsmechanismus säurenkatalysiert

Bei der säurekatalysierten Aldoladdition wird das Sauerstoffatom der Carbonylgruppe des Acetaldehyds (1) protoniert. In Gegenwart einer Säure bildet sich aus dem Acetaldehyd im Zuge einer Keto-Enol-Tautomerie ein Enol. Dieses greift nun die protonierte Carbonylgruppe 5 nucleophil an. Es bildet sich ein protoniertes Aldol 6. Durch Deprotonierung entsteht ebenfalls 3-Hydroxybutanal (4).[1]

Literatur

Einzelnachweise

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