Alexander Bogner

deutscher Soziologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexander Bogner (* 1969 in München[1]) ist ein deutscher Soziologe.

Bogner forscht als Senior Scientist am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Von 2017 bis 2019 war er Professor für Soziologie an der Universität Innsbruck. Seit 2019 amtiert er als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS).[2]

Werdegang

Bogner studierte Soziologie an den Universitäten Salzburg, Marburg und Frankfurt am Main, wo er 1998 den Diplomstudiengang abschloss. 2003 promovierte er mit einer Studie zum Umgang mit Ungewissheit und Nichtwissen in der Pränataldiagnostik an der Universität Wien. 2010 wurde dort seine Habilitationsschrift zur Ethisierung von Technikkonflikten angenommen.

Von 2000 bis 2002 war Bogner Forschungsassistent am Institut für Höhere Studien in Wien und wurde 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ITA. Zwischen 2006 und 2009 war er zu Forschungsaufenthalten an der Universität Basel, an der Ludwig-Maximilians-Universität München, am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main sowie an der California State University, Sacramento. 2010/11 war er Assistenzprofessor an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Seit 2011 forscht er wieder am ITA hauptsächlich im Arbeitsbereich Governance kontroverser Technologien verantwortlich. Zugleich übernahm er Lehraufträge an deutschen und österreichischen Universitäten und von 2017 bis 2019 eine Professur an der Universität Innsbruck.

Forschung

Im Frühjahr 2023 hat die Bundesregierung die Österreichische Akademie der Wissenschaften mit der Durchführung eines wissenschaftlichen Projekts beauftragt, um die gesellschaftlichen Folgen der Coronakrise systematisch aufzuarbeiten. Im Rahmen dieses Projekts wurden fünf Themen analysiert: die Rolle der Medien in der Pandemie, die Impfpflicht, Schulschließungen, die wissenschaftliche Politikberatung und die Wissenschaftsskepsis. Das Projekt war auf neun Monate angelegt und wurde kurz vor Jahresende 2023 mit der Veröffentlichung Projektberichts[3] beendet. Am 21. Dezember 2023 wurde dieser Bericht im Rahmen einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt von Bundeskanzler Karl Nehammer und Projektleiter Alexander Bogner präsentiert.

Schriften (Auswahl)

  • Grenzpolitik der Experten. Vom Umgang mit Ungewissheit und Nichtwissen in pränataler Diagnostik und Beratung. Velbrück, Weilerswist 2005, ISBN 978-3-938808-05-4.
  • Die Ethisierung von Technikkonflikten. Studien zum Geltungswandel des Dissenses. Velbrück, Weilerswist 2011, ISBN 978-3-942393-18-8.
  • mit Beate Littig, Wolfgang Menz: Interviews mit Experten. Eine praxisorientierte Einführung. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-531-19415-8.
  • Gesellschaftsdiagnosen. Ein Überblick. 3. Auflage, Beltz Juventa, Weinheim 2018, ISBN 978-3-7799-3741-8.
  • Die Epistemisierung des Politischen. Wie die Macht des Wissens die Demokratie gefährdet. Reclam, Ditzingen 2021, ISBN 978-3-15-014083-3.
  • Nach Corona. Reflexionen für zukünftige Krisen. Ergebnisse aus dem Corona-Aufarbeitungsprozess. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 2023, doi:10.1553/978OEAW95696.
  • Soziologische Theorien. Eine kurze Einführung. Reclam, Ditzingen 2023, ISBN 978-3-15-014362-9.
Herausgeberschaft
  • mit Helge Torgersen: Wozu Experten? Ambivalenzen der Beziehung von Wissenschaft und Politik. VS, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-531-14515-0.
  • mit Beate Littig, Wolfgang Menz: Experteninterviews: Theorien, Methoden, Anwendungsfelder. [2014]. 4. Aufl., Springer VS, Wiesbaden 2022. ISBN 978-3-53118050-2

Einzelnachweise

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