Alexander Kastner
österreichischer Offizier, Pädagoge und Politiker (TS), Vizebürgermeister von Klagenfurt
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Alexander Kastner (* 31. März 1963 in Klagenfurt) ist ein österreichischer Politiker (Team Kärnten), Offizier und Lehrer. Seine militärische Laufbahn führte ihn als Pädagoge an die Theresianische Militärakademie, von Februar 2024 bis April 2025 war er Zweiter Vizebürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee.
Ausbildung und Beruf
Alexander besuchte die Volksschule in Krumpendorf am Wörthersee und das private Gymnasium der Wiener Sängerknaben, maturierte jedoch 1981 in Klagenfurt. Nach der Matura begann er als Einjährig-Freiwilliger seine militärische Laufbahn, im Rahmen derer er sich als Pädagoge hervortat. Kastner absolvierte die Diplomstudien der Pädagogik und Gruppendynamik sowie der Psychologie, im Anschluss daran das Doktoratsstudium der Pädagogik und Gruppendynamik. Von 1998 bis 2004 war er nebenamtlicher Dozent für Pädagogik an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, danach bis zu seinem Wechsel in die Klagenfurter Stadtpolitik Vollzeitdozent in derselben Funktion.[1] Sein militärischer Dienstgrad ist Oberst des höheren militärfachlichen Dienstes (ObstdhmfD).[2]
Politik und Funktionen
Im Jänner 2024 kritisierte ein Bericht des Landesrechnungshofes Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Sozialwohnungen in Klagenfurt, in weiterer Folge wurde bekannt, dass der Sohn des zweiten Vizebürgermeisters Alois Dolinar trotz niedriger Bedarfseinstufung in kürzester Zeit eine Wohnung bekommen hatte.[3] Nach zunehmendem Druck stellte Dolinar sein Amt zur Verfügung. In der Debatte um seine Nachfolge konnte Gerhard Köfer, Obmann des Team Kärnten, seinen Wunschkandidaten Alexander Kastner gegen Patrick Jonke (Büroleiter von Bürgermeister Christian Scheider) durchsetzen.[4] Seine politischen Agenden sind das Wohnungswesen, Klima- und Umweltschutz, Energieeffizienz, Europäische Angelegenheiten und Angelegenheiten des Kärntner Zentralraumes.[1]
Im Dezember 2024 wurde bekannt, dass Kastner sein Amt im April 2025 an Patrick Jonke übergeben würde.[5] Im Februar 2025 stellte Kastner diese Zusage in einem Interview mit der Kleinen Zeitung in Frage.[6] Christian Scheider war im Jänner desselben Jahres aus dem Team Kärnten ausgeschlossen worden,[7] er, Kastner, Jonke und andere agierten seither im Gemeinderat als Liste Scheider. Im April 2025 bekräftigte Kastner seinen Willen, Vizebürgermeister zu bleiben, eine 2024 unterzeichnete Verzichtserklärung betreffend die geplante Amtsübergabe an Jonke sei unter Druck zustande gekommen und daher rechtswidrig.[8] Infolge dieser Aussagen wurde Kastner aus der Liste Scheider ausgeschlossen[9] und Patrick Jonke am 29. April 2025 als Zweiter Vizebürgermeister angelobt.[10] Im Juli 2025 gründeten Scheider und Jonke gemeinsam die Freie Soziale Bürgerpartei FSP [sic!].[11]
In einem Interview anlässlich seines Rückzugs aus dem Amt des Vizebürgermeisters äußerte Kastner sich kritisch über seine vormaligen Parteikollegen.[12] Die Kleine Zeitung lobte angesichts der Angelobung von Jonke, dass Kastner sich aus politischen „Spielchen“ herausgehalten und stattdessen in seiner 14-monatigen Amtsperiode einen Fokus auf die Aufdeckung von Ungereimtheiten im städtischen Eigenbetrieb „Klagenfurt Wohnen“ und die Fortführung des Klimaneutralitäts-Projekts gelegt habe.[13] Kastner blieb Mitglied des Klagenfurter Gemeinderates und unterstützte als solches im Juli 2025 das nach äußerst zähen Verhandlungen zwischen Bürgermeister Scheiders FSP und der SPÖ zustande gekommene Budget für das laufende Jahr.[14]
Kastner ist Präsident des Heeressportvereins Klagenfurt und geschäftsführender Präsident des Heeressportlandesverbandes Kärnten.[1] Er behielt diese Funktionen, die er bereits vor seiner Zeit als Vizebürgermeister innegehabt hatte, auch nach seinem Ausscheiden aus der Stadtpolitik bei.[15][16]