Alexander Oetker

deutscher Fernsehjournalist und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexander Oetker (* 20. März 1982 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Journalist und Autor. Für die Mediengruppe RTL Deutschland war er mehrere Jahre Leiter des Frankreich-Studios in Paris.[1] Oetker schreibt auch unter den Pseudonymen Pietro Bellini, Yanis Kostas und Alex Lépic.

Oetker (2023)

Leben

Oetker wurde in Berlin geboren und wuchs im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg und im brandenburgischen Wandlitz auf.[2] Von 1998 bis 2000 schrieb er freiberuflich für die Berliner Zeitung. Oetker studierte Sozial- und Politikwissenschaften, ohne das Studium zu beenden.[3]

Ab dem Jahr 2000 arbeitete er in verschiedenen Funktionen für den Fernsehsender RTL. Von 2005 bis 2007 war er Berlin-Korrespondent der RTL-II-Nachrichten. Von 2008 an leitete er das Westeuropa-Studio der Mediengruppe RTL Deutschland und berichtete für die Sender RTL, n-tv und VOX aus Paris.[4] Von 2012 bis 2020 arbeitete er als politischer Korrespondent für die Mediengruppe RTL Deutschland in Berlin.[5] Seit 2021 ist er wieder als Frankreich-Experte für die Sendergruppe tätig und berichtet aus Paris.

Oetker berichtete zwischenzeitlich auch für andere Fernsehsender, etwa den MDR in Leipzig und das Bayerische Fernsehen in Berlin.

Seit 2021 ist er der Kolumnist und Frankreich-Korrespondent für das deutsche Gourmetmagazin Der Feinschmecker.

Von frühester Jugend an schrieb Oetker Kurzgeschichten. 2017 erschien im Verlag Hoffmann und Campe sein erster Kriminalroman, der in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine rund um die Stadt Bordeaux spielt.[6] Retour: Luc Verlains erster Fall platzierte sich auf der Spiegel-Bestsellerliste, genau wie die Folgebände.[7] Oetker schreibt unter seinem Namen und verschiedenen Pseudonymen. Als Yanis Kostas schreibt er Zypern-Krimis, als Alex Lépic eine Reihe um den Pariser Commissaire, der an den legendären Commissaire Maigret von Georges Simenon angelehnt ist.[8] Für seinen 2022 erschienenen Roman Mittwochs am Meer erhielt er die DELIA für den besten Liebesroman des Jahres.

Mit seiner Familie lebt er in Berlin und Brandenburg.[9]

Lacroix-Reihe

Als der erste Roman mit dem Pariser Commissaire Lacroix, Lacroix und die Toten vom Pont-Neuf, veröffentlicht wurde, rätselten die Medien, welcher Autor sich hinter dem Pseudonym Alex Lépic verbarg. Sogar Daniel Kampa, der Leiter des Kampa Verlags und Herausgeber der Werke von Georges Simenon, wurde in Anlehnung an seinen Verlegerkollegen Jörg Bong und dessen Dupin-Romane (Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar Dupin) als Autor vermutet.[10] Erst zum Erscheinen des dritten Romans Lacroix und die stille Nacht von Montmartre wurde enthüllt, dass Alexander Oetker unter dem Pseudonym Alex Lépic schrieb.[11]

Die Lacroix-Romane sind eine Reminiszenz an die Maigret-Romane von Simenon.[12] Daniel Kampa nennt sie eine „Hommage“.[10] Schon der erste Roman der Reihe beginnt mit den Worten: „Maigret, Telefon für Sie.“ Der Kommissar wird von seinen eigenen Kollegen mit dem literarischen Vorbild verglichen. Wie dieser trägt er Hut und Mantel und raucht Pfeife. Mit moderner Technik kann er sich nicht anfreunden.[13] Seine Fälle löst er nicht am Schreibtisch, sondern als altmodischer Flaneur in den Pariser Straßen.[14] Wie Maigret vertraut der Kommissar vor allem seiner Intuition, nimmt die Atmosphäre der Örtlichkeiten in sich auf und spürt Unstimmigkeiten nach.[15] Jörg Kijanski empfiehlt den Roman deswegen allen Maigret- und Paris-Fans sowie allgemein Krimi-Nostalgikern.[13] Peter Körte hingegen kritisiert: „[H]ier misst sich einer völlig ironielos an der alten Figur, ohne auch nur ansatzweise über die literarischen Möglichkeiten zu verfügen.“[16]

Neben Simenon sind auch andere Einflüsse spürbar: Die ausführliche Beschreibung von Speisen und Getränken erinnert an andere Frankreich-Krimis wie etwa von Martin Walker.[12] Die Romane dienen auch als Reiseführer zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Paris.[11] So umreißt die Fachzeitschrift Buchmarkt die kalkulierte Zielgruppe: „Alle, die einmal in Paris waren un[d] bei jeder Zeile das Gefühl haben, hier war ich auch schon mal.“[17] Kritisiert werden die vielen Klischees in den Romanen.[10] Ulli Maurer beschreibt den Kommissar als „angenehm anders und doch so französisch, wie das Klischee behauptet“.[18] Die Romane werden in das Untergenre des „Wohlfühlkrimis“ eingeordnet[11] oder wegen ihres ruhigen Tempos als „Slow-Crime-Krimis“.[19]

Auszeichnungen

  • 2022: Deutsch-Französischer Freundschaftspreis des Saarlandes[20]
  • 2022: Auswahl für Das Blaue Sofa
  • 2022: Nominierung Deutscher Kochbuchpreis für „Chez Luc“
  • 2023: ITB-Bookaward als bestes Reise-Kochbuch des Jahres für „Chez Luc“[21]
  • 2023: Swiss Gourmetbook Award in Silber für „Chez Luc“
  • 2023: Gourmand World Cookbook Award; erster Platz in der Kategorie „Länder und Regionen: Französisch“ und dem Zusatz „Best in the World“ für „Chez Luc“[22]
  • 2023: Silbermedaille der Gastronomische Akademie Deutschlands beim Literarischen Wettbewerb für „Chez Luc“[23]

Werke

Reihe „Luc Verlain“

Reihe „Zara & Zoë“

Reihe „Signora Commissaria“

Reihe „Schmidt & Schmidt“
zusammen mit Thi Linh Nguyen

unter Pseudonym „Yanis Kostas“

unter Pseudonym „Alex Lépic“

Einzelnachweise

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