Alexander Stephen and Sons
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Alexander Stephen and Sons Limited, oft auch nur als Alex Stephens oder Stephens bezeichnet, war ein schottisches Schiffbauunternehmen am River Clyde in Linthouse, Govan in Glasgow.
Geschichte
Das Unternehmen wurde von Alexander Stephen gegründet, der 1750 in Burghead am Moray Firth begann, Schiffe zu bauen.[1]
1793 gründete einer seiner Nachfahren, William Stephen, ein Schiffbauunternehmen in Footdee in Aberdeen.[2]
Im Jahre 1813 eröffnete ein weiteres Mitglied der Familie namens William ein Schiffbauunternehmen in Arbroath.[2]
1818 wurde mit der Rob Roy eines der frühesten kommerziellen Dampfschiffe Europas gebaut. Es folgten Rad- und Schraubendampfer für die Clyde-Schifffahrt.
Alexander Stephen, ein Mitglied der dritten Familiengeneration, führte 1828 die Unternehmen in Aberdeen und Arbroath zusammen[1] und verlegte die Produktion 1842 auf die Panmure-Werft in Dundee, nachdem bereits 1829 die Werft in Aberdeen geschlossen worden war[1]. In Dundee wurden seit ca. 1865 u. a. eisfähige Walfänger im Kompositbauvetfahren aus Stahl und Holz mit zusätzlichem Dampfantrieb für den arktischen Walfang gebaut, darunter die Terra Nova, die später durch Antarktis-Expeditionen bekannt wurde.[3] 1850 wurde ein Teil des Unternehmens auf die Kelvinhaugh-Werft nahe Glasgow verlegt, die heute als Yorkhill Quay bekannt ist[1]. Die Werft in Arbroath wurde dann 1857 endgültig geschlossen. 1870 wurde der Betrieb erneut verlegt, diesmal auf das 1868 erworbene Gelände in Linthouse nahe Glasgow.[1]
1883 ereignete sich ein schwerer Unfall, als der Dampfer Daphne unmittelbar nach dem Stapellauf kenterte. 124 Werftarbeiter verloren bei diesem Unglück ihr Leben.[4]
Im Ersten Weltkrieg entstanden hier viele Torpedoboote und Zerstörer. In den folgenden Jahrzehnten blieb die Werft erfolgreich durch ihre hochwertigen mittleren Passagierschiffe für die Clyde- und Küstenschifffahrt (meist unter 80 m Lange) und kleineren seetüchtigen Kriegsschiffe wie Korvetten und Minensuchboote der BYMS-Klasse. In den 1969er Jahren ging die Zahl der Neubauten jedoch zurück.
Im Jahre 1968 wurde das Unternehmen, einer Empfehlung des Geddes Reports gemäß, mit drei anderen Schiffbaufirmen zusammengeschlossen: Yarrow Shipbuilders in Scotstoun, Charles Connell & Company in Scotstoun und John Brown & Company in Clydebank. Der neue Werftenverbund bekam den Namen Upper Clyde Shipbuilders.[5] 1971 brach auch dieses Unternehmen zusammen und wurde liquidiert.[6]
Schiffe
Insgesamt wurden über 600 Schiffe erbaut, darunter
- Pieter de Coninck (1881), Passagier-/Auswandererschiff
- Terra Nova (1884), Schiff von Robert Falcon Scott 1910–1912
- TS King Edward (1901), das erste Turbinen-Passagierschiff der Welt, in Fahrt bis 1951 (500 BRT)[7]
- Miltiades (2003), Passagier-/Frachtschiff auf der Australienroute, 6.800 BRT
- Viceroy of India (1929), Passagierschiff mit turbinenelektrischem Antrieb, 19.600 BRT
- TS Olympia (1953) für die Greek Line, 17.300 BRT
- HMS Murray (1956), U-Boot-Jagd-Fregatte der Blackwood-Klasse
Weblinks
- Clyde-built ships data base (englisch; listet mehr als 22.000 Schiffe auf, die am Clyde gebaut wurden)