Alexander Wunderer
österreichischer Oboist und Komponist
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Alexander Wunderer (* 11. April 1877 in Wien; † 29. Dezember 1955 in Zinkenbach (St. Gilgen)) war ein österreichischer Oboist, Dirigent und Komponist.[1]

Leben
Alexanderer Wunderer war der Sohn von Anton Wunderer und Anna Novak. Sein Vater und seine Brüder Adolf, Hans und Richard spielten ebenfalls Blasinstrunmente. Im Alter von 23 Jahren heiratete Alexander Wunderer Marianne Kreuzer. 1915 lernte er als Theorielehrer Helene Pessl und ihre Familie kennen. 1927, zwei Jahre nach deren Scheidung von ihrem Ehemann, begannen die beiden eine Beziehung zu führen, die trotz der Trennung durch Pessls Flucht nach Amerika im Jahr 1938 bis an ihr Lebensende dauern sollte. Als Wunderer 1955 starb, wurde er am Friedhof St.Gilgen mit Helene Pessl, die ein Jahr zuvor verstorben war, im gemeinsamen Grab bestattet.[2][3]
Wirken
Er studierte ab 1891 Oboe bei Richard Baumgärtl. Während seiner Studienzeit lernte er den Komponisten Franz Schmidt kennen, mit dem er in Freundschaft verbunden blieb. Im Jahr 1900 wurde er Mitglied der Wiener Philharmoniker und 1923 zu deren Vorstand gewählt. 1932 wurde er zum Ehrenvorstand ernannt und verblieb weitere fünf Jahre im Orchester. Durch seinen Freund und Lehrer Eusebius Mandyczewski begann er sich intensiv mit dem Werk von Johann Sebastian Bach zu beschäftigen und gründete 1913 die Wiener Bachgemeinde. Von 1919 bis 1939 unterrichtete er als Professor an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst.[3] Dort lernten unter anderem Frida Kern, Ľudovít Rajter und Herbert von Karajan bei ihm.[4] Wunderer lehrte auch am Neuen Wiener Konservatorium, am Mozarteum sowie als Privatlehrer. In den Jahren 1949–51 war er in den USA tätig.[1]
Werke
- 24 Etüden in allen Tonarten für Oboe (1924)
- Die Jahreszeiten in Ober-St. Veit : Kantate f. Sopran u. Baß mit Begleitung eines kleinen Orchesters (1935)
- Sonata für Viola und Klavier, Op. 21 (1946)
- Duet für 2 Violas (1948)
- Zinkenbacher-Variationen für Klavier, Op. 24 (1952)
- Silvester-Klänge : Walzer für das Pianoforte
- Ländler Trio No. 1 für Oboe, Fagott und Klavier
Publikationen
- Grundlagen der Instrumentenkunde für Musikanten und Dilettanten. Universal Edition, Wien 1950. (mit Stefan Meyer)
Auszeichnungen
- 1926: Offizier der Academie française
- 1927: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
- 1937: Österreichisches Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft
- 1952: Ehrenmedaille der Stadt Wien