Alexandra Geese
deutsche Politikerin
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Alexandra Geese (* 1. Juli 1968 in Lippstadt) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Seit 2019 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments und war von 2022 bis 2024 stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA.[1][2]

Leben
Alexandra Geese wuchs in Bonn auf.[3] Nach ihrer Schulausbildung am Helmholtz-Gymnasium sowie am Friedrich-Ebert-Gymnasium zog Geese 1987 nach Italien. Dort absolvierte sie eine Fachakademie zur Konferenzdolmetscherin.[4] Anschließend studierte sie berufsbegleitend Cultural Studies and Human Rights (Bachelor-Abschluss) an der Universität Bologna und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Migrationswissenschaften (Master-Abschluss) an der Universität Venedig.[5][6] Sie engagierte sich für Initiativen zur Kinderbetreuung, für die Rechte von Frauen und Migranten.[7][8] Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 2009[9] erwarb sie an der Fachhochschule Köln einen zusätzlichen Masterabschluss im Fach Konferenzdolmetschen.[10] Ab 2015 arbeitete sie als Dolmetscherin für das Europäische Parlament.[11]
Geese lebt in Bonn und Brüssel und hat zwei erwachsene Töchter.[12]
Politik
2010 trat sie der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei[13] und gehörte von 2011 bis 2015 dem Vorstand des Kreisverbands Bonn an. Von 2014 bis 2015 war sie Sprecherin des Kreisverbands[14]. In ihrer politischen Arbeit setzt sie sich für den Schutz der Demokratie vor Hass und Desinformation im Internet ein, für eine menschenzentrierte Künstliche Intelligenz, für eine nachhaltige Digitalisierung und für Geschlechtergerechtigkeit[15] ein. Geese ist Mitglied im Diversitätsrat der Grünen NRW, Delegierte für den Bundesfrauenrat und die Bundesarbeitsgemeinschaft Frauen sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft Digitales und Medien von Bündnis 90/Die Grünen.[16]
Europaparlament
Bei der Europawahl in Deutschland 2019 wurde Geese über Platz 17 der Europaliste von Bündnis 90/Die Grünen zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt[17]. Sie trat der Fraktion die Grünen/EFA bei, für die sie Mitglied im Haushaltsausschuss sowie im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz ist. Im November 2022 wurde sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von die Grünen/EFA gewählt.[18] Bei der Europawahl 2024 wurde sie auf Listenplatz 11 erneut ins Europäische Parlament gewählt.[19]
Verhandlungen zum „Digital Service Act“
Seit ihrem Amtsantritt als Mitglied des Europäischen Parlaments verhandelte Geese als Schattenberichterstatterin den Digital Service Act[20]. Er gilt als umfangreichstes Internetgesetz der Welt[21] und wird ab Februar 2024 in den Mitgliedsstaaten anwendbar[22]. Das Gesetz schreibt klare Regeln für den Umgang mit illegalen Inhalten vor, gibt Nutzern umfassende Rechte, schränkt Online-Werbung unter Verwendung sensibler Daten ein[23], öffnet Wissenschaftlern den Zugang zu den Daten der Plattformen und verpflichtet sehr große Digitalplattformen (VLOPS)[24], ihre Arbeit und Algorithmen auf Risiken für die Gesellschaft zu bewerten und von der Europäischen Kommission und von unabhängigen Audit-Unternehmen prüfen zu lassen.
Haltung und Positionierung
Geese tritt für den Schutz der Demokratie im digitalen Zeitalter ein. Dazu gehören der Kampf gegen Hass, Hetze und Desinformation im Internet[25]. Sie steht in engem Austausch mit führenden Intellektuellen und Aktivisten. Geese hat unter anderem Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen zur Anhörung ins Europäische Parlament geholt[26] und war beteiligt am „10-Punkte-Plan zur Bewältigung unserer Informationskrise“ der Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa[27].
Geese stimmte am 21. Januar 2026 mit der Mehrheit des Parlaments für die Überweisung des Mercosur‑Abkommens an den Europäischen Gerichtshof.
Mitgliedschaften
Alexandra Geese ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[28]
Weblinks
- Alexandra Geese in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
- Offizielle Website von Alexandra Geese
- Alexandra Geese auf abgeordnetenwatch.de