Alexandru Todea
rumänischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche und Erzbischof von Făgăraș
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Alexandru Kardinal Todea (* 5. Juni 1912 in Teleac/Marostelek, Siebenbürgen; † 22. Mai 2002 in Târgu Mureș, Rumänien) war ein rumänischer griechisch-katholischer Geistlicher. Er war von 1990 bis 1994 Erzbischof von Făgăraș und Alba Iulia und ab 1991 Kardinal.
Leben

Alexandru Todea war das 13. von 16 Kindern einer Bauernfamilie. Seine Heimatregion Siebenbürgen gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 zu Österreich-Ungarn und dann zum Königreich Rumänien. Er besuchte das Lyzeum "Sfântul Vasile cel Mare" in Blaj und studierte dann am Collegio Urbano de Propaganda Fide in Rom die Fächer Katholische Theologie und Philosophie. Dort wurde er 1938 zum Diakon und am 25. März 1939 von Alexander Jewreinow (Titularbischof von Pionia und Prälat der Katholiken des byzantinischen Ritus in Rom) zum Priester geweiht und wurde nach weiterführenden Studien 1940 Seelsorger in seiner Heimatdiözese, der Erzeparchie Făgăraş und Alba Iulia. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in Rumänien wurde die griechisch-katholische Kirche verfolgt und 1948 ganz verboten. Alexandru Todea wurde ab 1945 mehrere Male kurzzeitig festgenommen, aber es gelang ihm die Flucht.
Nach ihrem Verbot bestand die rumänische griechisch-katholische Kirche im Untergrund fort. Im Juli 1950 wurde Todea zum Weihbischof von Făgăraş und Alba Iulia sowie zum Titularbischof von Caesaropolis ernannt. Die Bischofsweihe empfing er im November desselben Jahres durch Joseph Schubert (apostolischer Administrator des Erzbistums Bukarest) in einer heimlichen Zeremonie, nicht im Rahmen einer Messe, sondern in der Sakristei der St.-Josefs-Kathedrale in Bukarest. 1951 wurde er von der politischen Polizei des kommunistischen Regimes gefangen genommen und 1952 zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. 1964 wurde er im Zuge einer Amnestie für politische Gefangene begnadigt und unter Hausarrest gestellt. Bei einem Geheimtreffen der griechisch-katholischen Bischofskonferenz im Jahre 1986 wurde Alexandru Todea zum Vorsitzenden gewählt. Auf Initiative der Bischofskonferenz wurde der Hausarrest 1989 aufgehoben.
Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1990 zum Erzbischof von Făgăraș und Alba Iulia für die Katholiken des byzantinischen Ritus. 1991 nahm er ihn als Kardinalpriester mit der Titelkirche Sant’Atanasio a Via Tiburtina in das Kardinalskollegium auf. 1992 erlitt Alexandru Todea einen Schlaganfall und musste fortan im Rollstuhl sitzen. 1994 legte er aus Gesundheitsgründen seine Leitungsaufgaben im Erzbistum nieder. Er starb am 22. Mai 2002 in Târgu Mureș[1] und wurde in der Kathedrale von Blaj bestattet.
Weblinks
- Eintrag zu Alexandru Todea auf catholic-hierarchy.org; abgerufen am 26. August 2016. (englisch)
- Eintrag zu Alexandru Todea auf gcatholic.org (englisch)
- Biografische Notiz zu Kardinal Todea In: Presseamt des Heiligen Stuhls: Documentation – The College of Cardinals, abgerufen am 18. Juni 2023 (englisch)
- Todea, Alexandru. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch), abgerufen am 26. August 2016.