Alfons Fleischmann
deutscher Theologe und Universitätsprofessor
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Alfons Fleischmann (* 26. Mai 1907 in Lochmühle/Zell bei Hilpoltstein; † 21. August 1998 in Eichstätt) war ein römisch-katholischer Theologe, Universitätsprofessor und Gründungsrektor der Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt, des Vorläufers der heutigen Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Leben
Alfons Fleischmann wuchs in einer Familie mit 14 Geschwistern auf. Nach dem Besuch der Volksschule in Zell wechselte er 1918 an das Humanistische Gymnasium Eichstätt und wohnte als Seminarist im Bischöflichen Knabenseminar in Eichstätt. 1926 bis 1931 studierte er Philosophie und Theologie an der Bischöflichen Philosophisch-theologischen Hochschule Eichstätt und empfing am 29. Juni 1931 die Priesterweihe. Er war zunächst als Kooperator in Monheim und Neumarkt sowie ab 1934 als 1. Eremitenbenfiziumsprovisor als Religionslehrer am Kloster Gnadenthal/Ingolstadt tätig. 1938 erfolgte die Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit dem Thema Die Gnadenlehre des Wilhelm Estius und ihre Stellung zum Bajanismus.
Am 16. Juli 1938 wurde er Direktor am Canisiuskonvikt in Ingolstadt, bis am 15. Mai 1941 die zwangsweise Abdankung wegen „antinationalsozialistischer Erziehung der studierenden Jugend“ erfolgte. Daraufhin wurde er Aushilfspriester an der Eichstätter Benediktinerinnenklosterkirche St. Walburg.[1] Ab 1941/42 wirkte er als ao. Professor, ab 1946 als ordentlicher Hochschulprofessor für Moral- und Pastoraltheologie an der Bischöflichen Phil.-Theol. Hochschule Eichstätt. Zugleich war er 1947 bis 1950 Spiritual des Priesterseminars Eichstätt und ab 1951 2. Eybscher Benefiziat an der Eichstätter Spitalkirche. 1958 bis 1968 war Fleischmann ständiger Stellvertreter des Bischofs als Kanzler der Pädagogischen Hochschule, 1968 bis 1972 als Präsident der Stiftung Pädagogische Hochschule Eichstätt. 1972 bis 1976 war er Gründungsrektor der kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt, der Vorläuferin der heutigen Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. 1975 wurde er emeritiert.
Ab 1970 war Fleischmann über zwei Jahrzehnte im Landesvorstand der CSU. Zu seiner seelsorgerlichen Tätigkeit gehörte auch über viele Jahre hin das Wirken als geschätzter Rundfunkprediger.
Während seines Promotionsstudiums trat er am 26. November 1936 der katholischen Studentenverbindung KDStV Aenania München im CV bei. Alfons Fleischmann war von 1952 bis 1964 CV-Seelsorger. 1961 wurde er zudem als Besitzer in den CV-Altherrenbund berufen. Von 1968 bis 1972 hatte er das Amt des CV-Rats- und Altherrenbund-Vorsitzenden und von 1968 bis 1980 dieses Amt als Stellvertreter inne.[2] Zudem war Alfons Fleischmann Bandphilister von 23 CV- und zwei ÖCV-Verbindungen, unter anderem bei der KAV Capitolina Rom und der AV Austria Innsbruck.[3]
Ehrungen und Auszeichnungen
- 1978: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[4]
- 1956 Bischöflicher Geistlicher Rat
- 1968 Päpstlicher Ehrenprälat
- 1969 Bayerischer Verdienstorden* 1975 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz 1. Klasse)
- 1977 Ehrenbürger der Stadt Eichstätt
- 1982 Ehrenmitglied im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas[5]
- 2003 Straßenbenennung im Eichstätter Wohngebiet Seidlkreuz
- 2005 „Prof. Dr. Alfons Fleischmann-Dreifachturnhalle“ in Ingolstadt
Alfons-Fleischmann-Verein
2011 wurde der „Alfons-Fleischmann-Verein zur kulturellen und wissenschaftlichen Förderung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt“ gegründet. Dieser Verein organisiert diverse Veranstaltungen und Aktivitäten im Umfeld der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.[6]
Der Alfons-Fleischmann-Studentenheimverein des CV soll den Bau von Studentenwohnheimen unterstützen.[7]