Alfons Grutzka
deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr
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Alfons Willibald Grutzka (* 22. Juli 1930 in Rosenberg O.S.; † 2. April 2012) war ein deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr.
Leben
Grutzka absolvierte 1950 das Abitur. Im Wintersemester 1950/51 begann er ein Studium der Mathematik und Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Wintersemester 1951/52 wechselte er das Studienfach zu Humanmedizin. Nach dem Staatsexamen erfolgte am 5. Februar 1958 die Promotion an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Doktor der Medizin und am 31. Juli 1960 die Approbation zum Arzt. Ab 1957, während der klinischen Ausbildung, bis September 1961 war er in der chirurgischen Privatklinik Dr. Riefler in München, am St. Joseph Mercy Hospital in Pontiac in Michigan in den Vereinigten Staaten, am Kreiskrankenhaus Deggendorf und am United States Army Hospital in Augsburg tätig.[1][2]
Am 1. Oktober 1960 trat Grutzka als Marinestabsarzt in die Bundesmarine ein und absolvierte bis Februar 1962 den Offizierlehrgang an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München. Anschließend war er bis März 1964 Truppenarzt an der Marineschule Mürwik in Flensburg, bis Oktober 1965 Geschwaderarzt im 1. Ubootgeschwader in Kiel. Dort wurde er 1966 zum Marineoberstabsarzt ernannt[1][2] und reichte 1966 eine Petition beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zur Wehrbekleidung ein.[3] Ab August 1969 war er Leitender Sanitätsoffizier und Taucherarzt im Kommando der Uboote (währenddessen umbenannt in Ubootflottille) in Eckernförde. Im ersten Halbjahr 1966 absolvierte er einen Lehrgang als Submarine Medical Officer am Naval Submarine Medical Research Laboratory in Groton in Connecticut in den Vereinigten Staaten und von September 1969 bis Februar 1970 eine klinische Weiterbildung am Bundeswehrlazarett Hamburg (heute: Bundeswehrkrankenhaus Hamburg).[1][2]
Am 1. März 1970 erfolgte Grutzkas Wechsel des Uniformträgerbereichs zum Heer und die Versetzung als Bataillonsarzt und Taucherarzt zum Versorgungsbataillon 246 in Mitterharthausen. Am 1. April 1971 wechselte er in gleicher Funktion zum Pionierbataillon 4 nach Bogen, wo am 20. Oktober 1971 die Ernennung zum Oberfeldarzt erfolgte. Ab April 1972 war er Brigadearzt und Leitender Sanitätsoffizier der Jägerbrigade 11 in Bogen und wurde am 8. Januar 1979 Bataillonskommandeur des Sanitätslehrbataillons 851 in München. Ab dem 10. März 1981 war er Dozent an der Fachgruppe Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er im April 1981 zum Oberstarzt ernannt wurde. Im Oktober 1984 wurde er Wehrbereichsarzt im Wehrbereich V und zugleich Regimentskommandeur des Sanitätsregiments 75 in Stuttgart.[1][2]
Im April 1986 wurde Grutzka Chefarzt und Leiter des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg und zum Generalarzt befördert.[4] Mit Ablauf des September 1990 wurde er, mit Erreichen der besonderen Altersgrenze, in den Ruhestand versetzt.[5][6]
Grutzka war geschieden, katholisch und hatte eine Tochter sowie einen Sohn.[2] Er starb 2012 im Alter von 81 Jahren. Seine Urne wurde am 20. April 2012 in Stephanskirchen beigesetzt.[7]
Auszeichnungen
- 1981: Italienische Verdienstmedaille für Katastropheneinsatz in Süditalien[1]
- 1989: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland[1][7]
Siehe auch
Schriften
Literatur
- Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 2, Teilband 1, Gaedcke – Hoff. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 3-7648-2562-6, S. 152–153.
- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1990/1991. 8. Auflage. Bernard & Graefe, Bonn 1990, ISBN 3-7637-5865-8, S. 52.