Alfons Renz
deutscher Biologe und Zoologe
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Alfons Hermann Johannes Renz (* 16. Juni 1949 in Schwäbisch Hall) ist ein deutscher Zoologe, Wissenschaftshistoriker und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung in Schwäbisch Hall studierte Alfons Renz von 1969 bis 1975 Zoologie (Schwerpunkte: Parasitologie, Pflanzenphysiologie, Hygiene, Elektronik) an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Am dortigen Tropenmedizinischen Institut legte er 1976 seine Diplomprüfung ab. Es folgten seither zahlreiche Feldstudien vor allem in Afrika im Bereich der Parasitologie bzw. Tropenmedizin. 1985 promovierte er in Tübingen bei dem Parasitologen Peter Wenk. Als Hochschullehrer war Renz an der Universität Tübingen tätig, wo er sich auch habilitierte. Von 1976 bis 2015 hielt er Kurse am Tropenmedizinischen Institut in Tübingen ab, außerdem hatte er von 1994 bis 2000 einen Lehrauftrag für Humanparasitologie an der Universität Hohenheim. Ansonsten lehrte er am Tübinger Institut für Evolution und Ökologie im Fachbereich Biologie.
Außer für Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Parasitologie interessiert sich Alfons Renz für die Mikroskopie[2] und stellte über einen längeren Zeitraum (nicht zuletzt ab 2002 im Auftrag des Rektorats der Universität Tübingen) historische Geräte und Apparaturen aus den verschiedenen Fachbereichen und Instituten der Universität als „Fundus Wissenschaftsgeschichte“ zusammen.[3] Diese Sammlung geht bis in das 19. Jahrhundert zurück und wurde dadurch vor dem Vergessen bzw. der Entsorgung gerettet. Hieraus entstand 2006 das Museum der Universität Tübingen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- (mit Peter Wenk): Parasitologie. Biologie der Humanparasiten. Thieme, Stuttgart 2003 (Nachdruck 2008), ISBN 3-13-135461-5.
- (mit Jörg F. Wagner u. Helmut Sorg): The machine of Bohnenberger. In: European journal of navigation. Bd. 3 (2005), H. 4, S. 69–77.
- (Mitautor): Volker Harms/Gottfried Korff/Anette Michels: Achtunddreißig Dinge. Schätze aus den Natur- und Kulturwissenschaftlichen Sammlungen der Universität Tübingen. Tübingen 2006 (S. 26/27, S. 36/37, S. 40/41 u. S. 47/49).
- Das gelobte Land der Zoologen. Meeresbiologen und das Tübinger Naturalienkabinett im 19. Jahrhundert. In: Karlheinz Wiegmann (Hrsg.): Kunstformen des Meeres. Zoologische Glasmodelle von Leopold und Rudolf Blaschka 1863–1890 (= Tübinger Kataloge, Bd. 74). Stadtmuseum Tübingen 2006, S. 82–102, ISBN 3-910090-68-0.
- Professor Nörrenbergs "Kaffehmaschine". In: Karlheinz Wiegmann (Hrsg.): Nicht nur für die Königin. Süßes aus der Tübinger Cafégeschichte. Stadtmuseum Tübingen 2007, S. 59–66, ISBN 978-3-910090-73-6.
- Christian Friedrich Belthle. Mitbegründer der Leitz-Werke in Wetzlar. In: Karlheinz Wiegmann (Hrsg.): Hin und weg. Tübingen in aller Welt (= Tübingern Kataloge, Bd. 77). Kulturamt der Stadt Tübingen 2007, S. 25–35, ISBN 978-3-910090-77-4.
- Bohnenbergers Gyroskop. Eine typisch Tübinger Erfindung. In: Tübinger Blätter, Bd. 93 (2007), S. 27–34.
Außerdem zahlreiche Fachaufsätze v. a. zur Parasitologie in Fachzeitschriften.