Alfred Heer

Schweizer SVP-Politiker (1961–2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfred «Fredi» Marius Heer[1] (* 12. Oktober 1961 in Zürich; † 19. September 2025[2] ebenda;[3] heimatberechtigt in Glarus) war ein Schweizer Politiker (SVP). Er war von 2007 bis zu seinem Tod Mitglied im Nationalrat.

Alfred Heer (2019)

Leben

Alfred Heer wurde am 12. Oktober 1961 in Zürich als jüngstes von drei Kindern von Eduard Heer, einem Polizeibeamten und SVP-Mitglied,[4] und Nelly Heer, einer Hausfrau und späteren Verkäuferin bei Coop, in eine protestantische Familie geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Arbeiterviertel Langstrasse in Zürich auf.[5] Während seine beiden älteren Brüder studierten, absolvierte er eine kaufmännische Lehre und erwarb später ein eidgenössisches Diplom.

Heer war bis 2003 mit einer Italienerin verheiratet und hatte mit ihr eine erwachsene Tochter (* 1993). Er war durch Heirat schweizerisch-italienischer Doppelbürger und wohnte in Zürich.[5] Im SonntagsBlick schrieb er seine Kolumne «Berner Platte».[6]

Nachdem er verschiedene Positionen bekleidet hatte, u. a. 2009[7] bis 2013[8] Verwaltungsrat der Alex Weiss Immobilien und Finanz AG (eines privaten Immobilien- und Investmentunternehmens),[9] wurde er 2001 Partner der C and E GmbH, eines kleinen IT- und Softwareunternehmens mit Sitz in Zürich, das er gemeinsam mit dem Parteikollegen Mauro Tuena gegründet hatte, mit dem zusammen er auch Geschäftsführer war.[10]

Heer war Mitgründer der Handelskammer Kosovo-Schweiz[11][12] und Präsident des der SVP nahestehenden Bundes der Steuerzahler.[13] Er bezeichnete sich selbst als libertär.[5]

In der Schweizer Armee war er einfacher Soldat.

Alfred Heer verstarb unerwartet am 19. September 2025 im Alter von 63 Jahren in Zürich.[14][15] Die Todesursache war ein akutes Herzversagen bei bestehender schwerer Vorerkrankung.[16]

Politische Tätigkeiten

Heer gehörte von 1994 bis 1998 dem Gemeinderat von Zürich an, von 1995 bis 2008 dem Kantonsrat des Kantons Zürich. Er war ab den Wahlen 2007 Mitglied im Nationalrat. Von April 2009 bis April 2016 war er Präsident der SVP des Kantons Zürich.[17][18]

Ab 15. Dezember 2011[19] war er Mitglied der Schweizer Delegation im Europarat (Vizepräsident 2014/15, Präsident 2016/17[20] und 2024/25[21]) sowie ab 16. Dezember 2015 der Geschäftsprüfungsdelegation der Bundesversammlung (GPDel, 2018/19 Vizepräsident, 2020/21 Präsident).[22] Er war zuletzt im Nationalrat ausserdem Mitglied der Begnadigungskommission (BEK, ab 2025) und der Geschäftsprüfungskommission (GPK, ab 15. Dezember 2011, 2016/17 Präsident) sowie von deren Subkommission EJPD/BK (Mitglied und Präsident 2014/15 und seit 2018).[23][24]

Zuvor war er überdies Mitglied der Ständigen parlamentarischen Delegation zur Teilnahme an Aktivitäten im Rahmen der OECD-V (2022/23), der Arbeitsgruppe Risikomanagement Bund der Geschäftsprüfungskommissionen (Präsident, 2016/17) sowie weiterer GPK-Subkommissionen (Gerichte/BA, EDA/VBS), der Immunitätskommission (2012–2019) und der Kommission für Rechtsfragen (2009–2011).[23][24]

2024/25 war er Vizepräsident der SVP-Fraktion.[25]

Er war Präsident der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Schweiz – Israel[26] und Präsident der Audiatur-Stiftung[27], die «in der öffentlichen Debatte um Israel und den Nahostkonflikt» im «Interesse des Dialogs zu einer ausgewogenen Berichterstattung» beitragen will, und vertrat als solcher proisraelische Positionen, zuletzt kurz vor seinem Tod in der Sendung SonntagsZeitung Standpunkte vom 7. September 2025.[28] In verschiedenen Ländern war er als Wahlbeobachter aktiv.[6]

Der Regierungsrat des Kantons Zürich würdigte ihn als eine über die Parteigrenzen hinweg überaus geschätzte Persönlichkeit, welche eine grosse Lücke in der Schweizer Politik hinterlasse. Die vereinigte Bundesversammlung erinnerte daran, dass er seine Mandate unermüdlich und mit Herzblut ausgeübt habe. Stets habe er den Dialog ohne Vorurteile gesucht und sich mit Menschen aller Couleur verstanden.[15]

Therese Schläpfer erbte seinen Sitz im Nationalrat.[29]

Trivia

Kultstatus erreichte unter Heers vielen groben bis geistreichen Sprüchen seine Bezeichnung des Wahlkampfvideos 2015 seiner eigenen Partei als eher gaga.[30]

Commons: Alfred Heer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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