Alfred Nehring

deutscher Zoologe und Paläontologe (1845-1904) From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfred Karl Wilhelm Nehring (* 29. Januar 1845 in Gandersheim; † 29. September 1904 in Berlin-Charlottenburg) war ein deutscher Professor und ab 1881 Leiter für Zoologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin sowie Zoologe und Paläontologe.

Alfred Nehring (1845–1904)

Leben

Nehring besuchte bis Ende 1858 das Gymnasium in Helmstedt und dann ein Gymnasium in Braunschweig. Von 1863 bis 1866 studierte er an der Universität Göttingen und dann bis 1867 in Halle klassische Philologie und Naturwissenschaften. Wenige Monate nach bestandenem Staatsexamen wurde er 1867 in Halle promoviert.

Nach seinem Studium war er von 1867 bis 1871 als ordentlicher Lehrer am Gymnasium in Wesel tätig. Am „Herzoglichen Gymnasium in Wolfenbüttel“ war er seinem eigenhändigen Curriculum vitae zufolge „seit dem 1. Oct. 1871 zunächst als ordentlicher Lehrer, sodann (seit dem 1. Januar 1874) als Oberlehrer“ tätig.[1] Mitte März 1881 wurde ihm als „Lehrer der Zoologie an der landwirthschaftlichen Hochschule“ Berlin vom Landwirtschaftsminister „das Prädikat Professor verliehen“.[2]

Er erforschte mumifizierte, domestizierte Meerschweinchen aus den Totenfeldern von Ancón/Peru und sammelte wichtige Daten, die er mit jenen des vom Schweizer Zoologen Johann Jakob von Tschudi (1818–1889) erforschten Wildmeerschweinchen verglich. Hierbei belegte er domestikationsbedingte Unterschiede[3] und stellte auf diese Weise wissenschaftlich die Abstammung der von den Inka gehaltenen Meerschweinchen von einer Unterart der Wildmeerschweinchen fest.[4][5][6] Im Jahr 1887 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Werke

  • Die geologischen Anschauungen des Philosophen Seneca. E.T. Binseil Nachfolger, Wolfenbüttel 1873.
  • Fossile Pferde aus deutschen Diluvial-Ablagerungen und ihre Beziehungen zu den lebenden Pferden. Ein Beitrag zur Geschichte des Hauspferdes. Parey, Berlin 1884.
  • Ueber die Cerviden von Piracicaba in Brasilien (Prov. St. Paulo). In: Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. s.n., Berlin 1884.
  • Ueber Tundren und Steppen der Jetzt- und Vorzeit: mit besonderer Berücksichtigung ihrer Fauna. F. Dümmler, Berlin 1890 (archive.org).
  • Ueber Kreuzungen von Cavia aperea und Cavia cobaya. In: Sitzungs-Berichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. 1893, S. 249–252.
  • Ueber Wirbelthier-Reste von Klinge bei Cottbus. Vorläufige Zusammenstellung. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. Band 1, 1895, S. 183–208.
  • Neue Funde diluvialer Thierreste von Pössneck in Thüringen. In: Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. 1899, S. 99–101.
  • Die Priorität des Genusnamens Cricetus. In: Zoologischer Anzeiger. 1900.

Literatur

Einzelnachweise

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