Alfred Säurig
deutscher Komponist
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Alfred Walter Säurig (* 19. März 1885 in Dresden;[1] † 17. Januar 1969 in Berthelsdorf bei Neustadt in Sachsen) war ein deutscher Komponist von nationalsozialistischen Kampfliedern und Heimatdichter.
Leben und Wirken
Er war der Sohn des Kaufmanns Gustav Bernhard Säurig,[2] der bereits mehrere Monate vor der Geburt des Sohnes verstorben war,[3] so dass er als Halbwaise bei seiner Mutter Emma Christiane Säurig[4] in Dresden aufwuchs. Nach dem Schulbesuch nahm er eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten mit Abschluss als Buchhalter auf. Später war er als Geschäftsinhaber tätig und zuletzt als Besitzer der Firma Alfred W. Säurig für den Handel mit chemischen Erzeugnissen, Pharmazeutik und Kosmetik, die zunächst in Weinböhla und ab 1919 in Bischofswerda ihren Sitz hatte.[5] Als 1919 offiziell eingetragenes deutschen Warenzeichen „Alwasa“ seiner Erzeugnisse benutzte er Teile seines Namens.[6] Nachdem im Dezember 1925 bereits wegen Konkurs vom Oberlandesgericht Dresden die Geschäftsaufsicht über seine Firma angeordnet worden war,[7] und es 1928 auf dem Wege der Zwangsvollstreckung zum Versteigerung von Grundbesitz[8] kam, erlosch zum Jahresanfang 1934 seine Firma endgültig.[9]
Von 1912 bis zur Scheidung 1952 war er mit Anna Frida geborene Fischer verheiratet.[10]
Spätestens nach dem Ersten Weltkrieg wurde er aktives Mitglied des damals weit über die Stadtgrenzen von Bischofswerda in der Oberlausitz bekannten „Dramatischen Vereins Eintracht“. Neben seinen Aktivitäten als Heimatdichter und Amateurkomponist (siehe unter Werke) betätigte er sich darin als Hilfsspielleiter und Laienschauspieler. So brachte er an der Seite des Spielleiters Max Barisch zu Weihnachten 1922 in Zusammenarbeit mit der Kreisspielleitung des Kreises Ostsachsen der Volksspielkunst das Märchen „Christkindlein im Walde“ in Bischofswerda zur Aufführung. Säurig spielte dabei selbst mit (Graf von Geizkragen).[11] Auch in den Folgejahren engagierte er sich bei den Theateraufführungen des Dramatischen Vereins. Gleiches tat Säurig auch im Sächsischen Militärverein, dessen Mitglied er ebenfalls war. Hier trat er in den 1920er Jahren als Heimatdichter auch mit Vorträgen auf.[12] 1924 inszenierte er für den Militärverein den Schwank „Der Tugendhafte“.[13]
1933 war Säurig als Bezirksführer und Propagandawart im „Verband gemeinschaftlicher Buchstellen und Buchführer“ im Bereich der Amtshauptmannschaft Bautzen tätig und an der Gleichschaltung dieser Berufsgruppe, deren Vertreter zum Beitritt in diesen Verband nachdrücklich aufgefordert wurden, beteiligt.[14]
Nach Lockerung der Mitglieder-Aufnahmesperre der NSDAP wurde er zum 1. Dezember 1937 Mitglied der NSDAP (Mitglieds-Nr. 6.027.953). Zuletzt lebte er als Rentner in Berthelsdorf.[15]
Werke
Er schrieb mehrere Heimatlieder über die Lausitz, deren Bewohner und seine Heimatstadt Bischofswerda sowie Gedichte für verschiedene Gelegenheiten (u. a. Ostern, Geburt, Geschäftswerbung für seine Alwasa-Erzeugnisse), die er teilweise auch vertonte. Daneben verfasste er neue Texte zu bekannten Melodien. Außerdem komponierte er im Geist seiner Zeit auch einige nationalsozialistische Kampflieder und wurde deshalb in das 2004 erstmals erschienene Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945 aufgenommen. Zu seinen Werken zählen:
- Meiner Lausitz Land. (Heimatlied)
- Meine Wesnitz. (Heimatlied)
- Lausitzer Mädel. (Heimatlied)
- Nur in der Heimat blüht mein Glück. (Heimatlied)[16]
- Die Kanone. 1926.
- Eins - Zwei - Drei - Zum Osterfest. 1926.
- Ewig jung. 1926.
- Gedicht auf den Tod des Heimatdichters Hermann Weise. 1928.
- Bischofswerda: Diese Perle, die ich meine. 1929.[17]
- Am Brunnen auf dem Markte (nach der Melodie Am Brunnen vor dem Tore), 1929[18]
- Das Baby als Lustspiel! 1930[19]
- Frühlingshoffen. 1932.
- Unser Ziel: Wir Hitlersche Schar, SS und SA. 1933.
- Sieg Heil: Braunhemd marschiert. 1933.
- Die braune Armee: Wir sind die Soldaten der braunen Armee. 1933.
- Die Stunde schlug: Die Stunde schlug! Stolz unsre Fahnen wehen. 1933. (Letztere vier Lieder eingereicht beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda[20])
Literatur
- Archiv-Inventar Deutsche Musik 1933–1945. (Auskopplung aus dem Handbuch). PDF auf CD-ROM, Kiel 2004. (2. Edition, Kiel 2009).