Alfried Nehring

deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor, Dramaturg und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfried Nehring (* 1939 in Rostock) ist ein deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor, Dramaturg und Autor.

Leben

Alfried Nehrings Eltern waren der Direktor der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Rostock, der Agrikulturchemiker Kurt Nehring (1898–1988) und dessen Frau Charlotte, geborene Bark (1906–1972). Sein älterer Bruder war der Ozeanograph Dietwart Nehring (1930–2025). Nehring studierte in seiner Heimatstadt und später an der Berliner Humboldt-Universität Latein, Germanistik und Theaterwissenschaft, u. a. bei Leopold Magon. Seine Diplomarbeit schrieb er 1960 über Gustaf Gründgens als Opernregisseur, den er dazu im selben Jahr ausführlich in Hamburg interviewt hatte.[1]

Seine berufliche Tätigkeit begann 1960 als Dramaturg in der Theaterabteilung des Deutschen Fernsehfunks, die Leitung der Abteilung übernahm er 1966. Von 1972 bis 1990 war er als Chefdramaturg für Weltliteratur und Theater im Adlershofer Fernsehen tätig und betreute die wesentlichen Literaturverfilmungen des DDR-Fernsehens. Hierzu gehörten etwa Von Sachsens Glanz und Preußens Gloria, Die Rottenknechte mit Dieter Mann, Goethes Stella mit Jutta Hoffmann oder Die unheilige Sophia mit Renate Richter und Wolf Kaiser. Es folgten Hans Falladas Kleiner Mann, was nun?, Thomas Manns Der kleine Herr Friedemann mit Ulrich Mühe, die Karl-May-Verfilmung Präriejäger in Mexiko mit Gojko Mitic oder die Erzählung Selbstversuch von Christa Wolf.[2] In vielen wissenschaftlichen und essayistischen Publikationen zum Thema „Literatur und Film“ stellte er seine praktischen Erfahrungen zur Diskussion.[3]

Nach der Wende folgte die Arbeit für das „Westfernsehen“.[2] Ab 1992 wirkte Alfried Nehring als Produzent bei der Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft. Für das ZDF produzierte er u. a. die erfolgreichste deutsche Sitcom[3] Salto Postale und Salto Kommunale mit Wolfgang Stumph sowie mehr als 20 Folgen des Samstagskrimis Stubbe – Von Fall zu Fall, den Kinofilm Bis zum Horizont und weiter und die Fernsehfilme Das blaue Wunder (ZDF 2003), Das Schwalbennest (ZDF 2004) und Eine Liebe in Königsberg mit Suzanne von Borsody (ZDF 2006).

Mit dem Ruhestand begann für Nehring ein neues Kapitel. Das Ehepaar Nehring zog nach Ahrenshoop an der Ostsee, entdeckte die Kunst der Ahrenshooper Künstlerkolonie und begann selbst mit dem Sammeln von Bildern. Mit einem Bild von Walter Moras, über dessen Lebensweg und -daten es kaum Informationen gab, wurde sein Interesse an den unbekannten Malern aus dem Umfeld der Kolonie geweckt.[2] Zu diesen Daten musste er nachforschen, eine Arbeit, die ihm als TV-Produzent vertraut war. Dem folgte das Schreiben von Büchern neben Moras u. a. über Künstler wie Hermann Eschke, Oskar Frenzel, Fritz Grebe, Konrad Müller-Kurzwelly und weiterer, in Vergessenheit geratener Künstler. Zudem ist Alfried Nehring als Förderer des Ahrenshooper Kunstmuseums aktiv. Sein Engagement begann bereits in der Zeit des Entstehens, als mit der Infobox als Dokumentationszentrum das Projekt vorgestellt wurde.

Filmografie (Auswahl)

D=Drehbuch, DR=Dramaturgie, P=Produzent, R=Redaktion[4]

Stubbe – Von Fall zu Fall

Schriften (Auswahl)

Literatur

  • Thomas Beutelschmidt, Franziska Widmer: Zwischen den Stühlen. Die Geschichte der Literaturverfilmung Ursula von Egon Günther, eine Koproduktion des Fernsehens der DDR und der Schweiz (= Programmgeschichte des DDR-Fernsehens – komparativ : Materialien – Analysen – Zusammenhänge. Band 14). Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2005, ISBN 978-3-937209-93-7, S. 250–276 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche Hier: Interview mit Alfried Nehring über seine Funktion als Chefdramaturg und seine Mitwirkung an der Literaturverfilmung Ursula).

Einzelnachweise

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