Alican Uludağ
türkischer Investigativjournalist und Korrespondent
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Alican Uludağ (* 1986 in Erzincan) ist ein türkischer Investigativjournalist und als Korrespondent der Deutschen Welle in der Türkei tätig.[1] Als Gerichtsreporter berichtet er über die türkische Justiz.[2] Für seine Berichterstattung wurde er 2021 mit dem Raif Badawi Award for courageous journalists ausgezeichnet.[3] Im Februar 2026 wurde Uludağ in Ankara festgenommen, wobei die Behörden ihm „Präsidentenbeleidigung“ und die „Verbreitung irreführender Informationen“ vorwarfen.[2]
Leben
Uludağ studierte Journalismus an der Gazi Üniversitesi in Ankara; er schloss das Studium 2008 ab. Daraufhin arbeitete er von 2008 bis Oktober 2020 als Gerichtsreporter für die Tageszeitung Cumhuriyet.[3] Seit 2021 ist als Korrespondent der Deutschen Welle in der Türkei tätig.[1]
Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Wirken
Uludağ deckt regelmäßig Korruption auf und recherchiert zur Arbeit von Strafverfolgungs- und Sicherheitsdiensten.[3] Er berichtet über Fälle am Kassationshof und am Verfassungsgericht.[4] Im Jahr 2020 erhielt er eine Auszeichnung der Türkischen Journalistenvereinigung in der Kategorie „politische Berichterstattung“.[4] 2021 wurde ihm der Raif Badawi Award for Courageous Journalists verliehen.[5] Die Preisverleihung wurde im Umfeld der Frankfurter Buchmesse durchgeführt.[3] Am 19. Februar 2026 wurde Uludağ in Ankara aufgrund von Vorwürfen festgenommen, die sich auf einen rund eineinhalb Jahre zuvor veröffentlichten Beitrag auf X bezogen.[1] Er wurde noch am selben Abend zum Präsidium der Istanbuler Provinzpolizei gebracht und am 20. Februar 2026 einem Haftrichter vorgeführt.[1] Die Anschuldigungen umfassen „Präsidentenbeleidigung“ und die „Verbreitung irreführender Informationen“.[1] Reporter ohne Grenzen bezeichnete die Festnahme als Teil gerichtlicher Schikanen gegen seriöse Journalisten in der Türkei.[2]