Alison Gopnik
US-amerikanische Kognitionspsychologin
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Alison Gopnik (* 16. Juni 1955 in Philadelphia, Pennsylvania) ist eine US-amerikanische Psychologin.

Leben
Alison Gopnik ist Professorin für Psychologie an der University of California, Berkeley. Sie ist bekannt für ihre Forschung auf dem Gebiet der kognitiven und sprachlichen Entwicklung, insbesondere des kausalen Lernens und der Theory of Mind.
Nach ihrem B.A.-Abschluss 1975 an der McGill University erwarb Gopnik 1980 einen Ph.D. am Wolfson College der Universität Oxford. Sie arbeitete zunächst an der University of Toronto und folgte 1988 dem Ruf nach Berkeley.
2013 wurde Gopnik zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. Für 2024 wurde ihr der Rumelhart-Preis zugesprochen, 2025 wurde sie zum Mitglied der National Academy of Sciences. gewählt.
Aus ihrer Ehe mit George Lewinski hat sie drei Söhne: den Hip-Hop-Jazz-Fusion Musiker Alexei Gopnik-Lewinski aka Lexxx Luthor, Nicholas Gopnik-Lewinski und Andres Gopnik-Lewinski. Alison Gopnik ist das älteste von fünf Geschwistern, darunter Blake Gopnik, Kunstkritiker der Washington Post, und Adam Gopnik, Autor für The New Yorker.
Werk
Von der Frage ausgehend, wie Säuglinge erfolgreich mit ihrer Umwelt interagieren, entwickelte Gopnik mathematische Modelle zur Darstellung, die formal den Bayesschen Netzen ähnlich waren, die die Graphentheorie auf die Wahrscheinlichkeitstheorie anwenden. Wissenschaftsphilosophen hatten diese entwickelt, um die Funktionsweise der Wissenschaft zu verstehen, insbesondere in Form nicht-deduktiver logischer Schlussfolgerungen (Induktion und Schlussfolgerung auf die beste Erklärung). Damit war empirisch bestätigt, dass Bayessche Netze ein Verfahren wissenschaftlichen Denkens erfassen; und zweitens zeigte Gopnik, dass Babys bereits sehr komplexe Entdeckungsmethoden anwenden können. Gopnik erkannte damit, dass die Entdeckung die rationalistische (oder „Natur“-)Seite – im Gegensatz zur empiristischen (oder „Erziehungs“-)Seite – in der philosophischen Debatte über den Ursprung menschlichen Wissens unterstützte. Kurz: Eine Theorie, die die menschliche Denkfähigkeit ausschließlich auf Erziehung (oder dem „unbeschriebenen Blatt“) zurückführt, ist nun unhaltbar.[1]
Im Buch The Philosophical Baby (2009) brachte Gopnik ihre Entdeckungen einem breiten Publikum nahe.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit P. Kuhl und A. N. Meltzoff: Words, Thoughts, and Theories, Cambridge/London 1997.
- mit L. Schulz (Hrsg.): Causal Learning: Psychology, Philosophy and Computation, Oxford 2007.
- mit A. N. Meltzoff: The Scientist in the Crib: What Early Learning Tells Us About the Mind, deutsch: Forschergeist in Windeln: Wie Ihr Kind die Welt begreift, Piper, München 2003, ISBN 978-3-492-23538-9.
- The Philosophical Baby: What Children's Minds Tell Us About Truth, Love and the Meaning of Life, 2009. Deutsch: Kleine Philosophen: Was wir von unseren Kindern über Liebe, Wahrheit und den Sinn des Lebens lernen können, Ullstein, Berlin 2009, ISBN 978-3-550-08788-2.
- Meltzoff, Andrew & Gopnik, Alison & Repacholi, Betty (2023): Toddlers' Understanding of Intentions, Desires, and Emotions: Explorations of the Dark Ages. DOI:10.4324/9781003417927-3.
- Goddu, M.K., Gopnik, A.: The development of human causal learning and reasoning. Nat Rev Psychol 3, 319–339 (2024). https://doi.org/10.1038/s44159-024-00300-5.
Weblinks
- Literatur von und über Alison Gopnik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Alison Gopniks Website
- Video: Gopnik im Gespräch mit Joshua Knobe auf bloggingheads.tv
- Yasmin Anwar: Scientists tap the genius of babies and youngsters to make computers smarter. Archiviert vom am 8. September 2014; abgerufen am 12. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).