Alte Bach
Bach im Osten der Stadt Karlsruhe
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Die Alte Bach (weitere Bezeichnungen: Kleine Pfinz sowie Alte Pfinz) ist ein Bach im Osten der Stadt Karlsruhe und im Norden des Landkreises Karlsruhe. Das Gewässer verläuft überwiegend in der Oberrheinischen Tiefebene als Entwässerungsgraben westlich des Flusses Pfinz.
| Alte Bach | ||
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Alte Bach beim Waldgebiet Vokkenau nördlich von Hagsfeld | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | DE: 2375624 | |
| Lage | Kraichgau
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| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Pfinzkorrektion → Rhein → Nordsee | |
| Quelle | zwischen Karlsruhe-Grünwettersbach und der Bundesautobahn 8 unweit der Schule des Stadtteils 48° 57′ 6″ N, 8° 28′ 56″ O | |
| Quellhöhe | ca. 264 m ü. NN[LUBW 1] | |
| Mündung | bei Schloss Stutensee in der Stadtgemarkung von Stutensee von links in die Pfinzkorrektion 49° 5′ 0″ N, 8° 29′ 45″ O | |
| Mündungshöhe | ca. 112 m ü. NN[LUBW 1] | |
| Höhenunterschied | ca. 152 m | |
| Sohlgefälle | ca. 8,3 ‰ | |
| Länge | 18,2 km[LUBW 2] | |
| Einzugsgebiet | ca. 15,859 km²[LUBW 3] | |
Galgengrabenschleuse: Alte Bach nach links, Neugraben nach rechts | ||
Verlauf
Oberer Teil
Der Bach ist unter dem Namen „die allt bach“ erstmals 1535 urkundlich nachweisbar. Damals lag der Ursprung des Gewässers in einem sumpfigen Gebiet der Kinzig-Murg-Rinne zwischen den heutigen Karlsruher Stadtteilen Durlach und Rintheim. Im 17. Jahrhundert wurde die Alte Bach zur Trockenlegung der Sümpfe als Entwässerungsgraben ausgebaut.[3] Bereits ab 1588 war zur Entwässerung des Gebiets der Landgraben als direkte Verbindung zum Rhein entstanden.
Im Zuge von Entwässerungsmaßnahmen wurde 1960 der Tiefentalgraben an die Alte Bach angebunden; heute entsteht die Alte Bach ⊙ zwischen Karlsruhe-Grünwettersbach und der Bundesautobahn 8 unweit der Schule des Stadtteils. Der Bach unterquert zunächst die Autobahn und verläuft über einen Golfplatz und durch Hohenwettersbach. Unterhalb dieses Karlsruher Stadtteils tritt der Bach in ein enges, steiles Tal ein, das beim Zündhütle die Rheinebene erreicht.
Am Zündhütle liegt ein Hochwasserrückhaltebecken ⊙. Der folgende Bachlauf durch Durlach ist bis zur Untermühlsiedlung verdolt. Anschließend quert der Bach den Elfmorgenbruch ⊙ und fließt durch den Stadtteil Hagsfeld. Nördlich von Hagsfeld kreuzt die Alte Bach den Pfinz-Entlastungskanal in einem Düker ⊙. An der Gewässerkreuzung kann Wasser von der Alten Bach in den Kanal übergeleitet werden. Zwischen 1818 und 1936 zweigte hier der Hirschkanal ab, der zur Tränkung von Wildtieren im Hardtwald angelegt wurde.
Im weiteren Verlauf erreicht die Alte Bach das Gebiet der Stadt Stutensee, durchfließt den Ort Büchig und verläuft am Ostrand des Stadtteils Blankenloch. Ungefähr ab 1700 hatte die Alte Bach im Raum Blankenloch die Funktion eines tiefliegenden Entwässerungsgrabens. In ihr floss das Wasser ab, das den hochliegenden Flüssen Pfinz und Heglach entnommen und zur Wiesenwässerung genutzt wurde.[4] Ebenfalls in die Alte Bach entwässerte die Blankenlocher Dorfbach, die ihr Wasser der Pfinz entnahm, die Alte Bach auf einer Rinne überquerte und bis 1962 durch die Blankenlocher Hauptstraße verlief. Während der Pfinz-Saalbach-Korrektion wurde die Alte Bach in Blankenloch um circa 200 Meter nach Osten verlegt und trägt seitdem auch den Namen die Neue Alte Bach.[5]
Heute unterquert die Alte Bach südöstlich des Schlosses Stutensee die Heglach ⊙ und mündet in den als Pfinzkorrektion bezeichneten Abschnitt der Pfinz ⊙.
Unterer Teil
Vor der Pfinz-Saalbach-Korrektion setzte sich der Gewässerlauf weiter nach Norden fort. Im Amtlichen Digitalen Wasserwirtschaftlichen Gewässernetz (AWGN) wird der untere Teil der Alten Bach dem Verlängerten Pfinzkanal zugerechnet. In topographischen Karten und im örtlichen Sprachgebrauch wird das Gewässer weiterhin als Alte Bach bezeichnet.
In der Gegenwart ist das Bachbett ab dem Schloss Stutensee ⊙ vorhanden und bis Friedrichstal, einem weiteren Stadtteil von Stutensee, ein meist trockener Graben. Nach der unterirdischen Querung von Friedrichstal verläuft die Alte Bach parallel zur Heglach; vor 1739 mündete sie an der Gemarkungsgrenze zwischen Friedrichstal und Graben in die Heglach ⊙.
1739 wurde der von hier nach Nordwesten durch den Hardtwald verlaufende Galgengraben (auch Hochgerichtsgraben) an die Alte Bach angeschlossen. In der Gegenwart besteht zwischen Heglach und Alte Bach eine Rohrverbindung, über die Wasser der Heglach in die Alte Bach fließt.[6] Im Hardtwald fließt dem Gewässer von links der Hirschkanal zu.
Beim Austritt aus dem Hardtwald zweigt an der unter Denkmalschutz[7] stehenden Galgengrabenschleuse ⊙ der Neugraben nach rechts ab. Das Wehr wurde 1846 gebaut, um das Wasser auf die Wässerwiesen der Gemeinden Graben und Liedolsheim zu verteilen.[8] In der Gegenwart ist die Alte Bach an den Distelstückergraben ⊙ angebunden, ursprünglich ein Entwässerungsgraben, der das Wasser von den Grabener Wässerwiesen ableitete.[9] Distelstückergraben und Neugraben durchfließen das Naturschutzgebiet Oberbruchwiesen, das die früheren Wässerwiesen umfasst, und vereinigen sich dann mit weiteren Gräben zum Verlängerten Pfinzkanal. Der Kanal unterquert östlich von Rußheim die Pfinz sowie den Saalbachkanal und mündet westlich von Huttenheim in den Rheinniederungskanal. Der Rheinniederungskanal entwässert bei Philippsburg über einen Altrhein in den Rhein.
Literatur
- Günther Malisius: Die Pfinz: Einst Lebensader, jetzt Naherholung und immer wieder korrigiert. (=Beiträge zur Geschichte Durlachs und des Pfinzgaus, Band 5). Freundeskreis Pfinzgaumuseum, Historischer Verein Durlach e. V. (Hrsg.), Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2011, ISBN 978-3-89735-681-8.

