Alto Douro

Weinanbaugebiet in Portugal From Wikipedia, the free encyclopedia

Schnelle Fakten Weinregion Alto Douro, UNESCO-Welterbe ...
Weinregion Alto Douro
UNESCO-Welterbe

Vertragsstaat(en): Portugal Portugal
Typ: Kultur
Kriterien: (iii) (iv) (v)
Fläche: 024.600 ha
Pufferzone: 225.400 ha
Referenz-Nr.: 1046
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2001  (Sitzung 25)
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Die Weinregion Alto Douro (portugiesisch Hoher Douro) ist die erste gesetzlich geschützte Weinbauregion[1] der Welt mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Sie liegt im Norden Portugals und gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe.

Geografie

Das Weinbaugebiet Alto Douro liegt am portugiesischen Fluss Douro im Nordosten des Landes.

Die bedeutendsten Orte sind Vila Real, Lamego und Peso da Régua, das als Hauptort des Alto Douro gelten kann.

Mündung des Rio Pinhão in den Douro bei Pinhão im Alto Douro

Es ist ca. 26.000 Hektar groß und umfasst folgende 13 Kreise (Concelhos):

Geschichte

Historische Karte des Alto Douro

Seit dem Paläolithikum siedeln hier Menschen.[2] Bereits in der Bronzezeit wurden hier Getränke aus Weintrauben hergestellt, doch erst die Römer führten den eigentlichen Weinbau ein, der von den folgenden Sueben und Mauren fortgeführt und weiterentwickelt wurde. Somit wird seit über 2000 Jahren am Douro Wein angebaut.

Im Jahr 1756 ließ der merkantilistisch-absolutistische Ministerpräsident Sebastião José de Carvalho e Melo, der ab 1769 unter seinem Adelstitel „Marquês de Pombal“ bekannt wurde, die heutige Weinbauregion mit Marksteinen abgrenzen und übertrug das Weinbau-Monopol hier der eigens gegründeten Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro (port. für: Allgemeines Unternehmen der Wein-Landwirtschaft des Hohen Douros). Damit war das Gebiet die erste herkunftsgeschützte Weinregion der Welt. Insbesondere der Portwein brachte der Region in der Folge Aufschwung und verbesserte wesentlich die Handelsbilanz des Landes.

Am 14. Dezember 2001 wurde die Weinregion durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Portwein ist bis heute der bekannteste Wein der Region, daneben sind vor allem die Rotweine von Bedeutung.[3][4]

Museen und Sehenswürdigkeiten in der Region

Peso da Régua

Museen

  • Museu do Douro[5]: Das zentrale Territorialmuseum der Region dokumentiert die Geschichte, Anthropologie und Naturgeschichte des Douro-Tals. Es ist in der historischen Casa da Companhia untergebracht.
  • Museu Adega das Giestas Negras[6]: Diese in Galafura gelegene Institution befindet sich in einer der ältesten Schieferkellereien Portugals, die auf das Jahr 1575 datiert wird, und präsentiert traditionelle Weinbaugeräte sowie eine 300 Jahre alte Holzpresse.
  • Solar do Vinho do Porto (Régua)[7]: Dieses Zentrum ist in einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht und fungiert als Bildungshub des IVDP zur Vermittlung der Portweinkultur. Von hier aus hat man zudem einen Panoramablick über das Douro-Tal.

Sehenswürdigkeiten

  • Biblioteca Municipal (Palacete dos Barretos): Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Stadtpalais diente einst als Wohnhaus des Dr. Manuel Costa Pinto und beherbergt heute nach einer aufwendigen Restaurierung die Stadtbibliothek.
  • Capela das Sete Esquinas (Nossa Senhora do Desterro): Dieser im 17. und 18. Jahrhundert errichtete Bau ist ein Beispiel für den Proto-Barock.
  • Capela do Cruzeiro: Erbaut im Jahr 1747, sollte diese Kapelle ursprünglich die Hauptkirche der Gemeinde São Faustino werden, bevor Bauverzögerungen und die Hochwassergefahr zu einer kleineren Ausführung führten.
  • Estação Arqueológica do Alto da Fonte do Milho: Diese römische Ausgrabungsstätte umfasst die Reste einer befestigten Villa (Castellum) aus dem 1. bis 5. Jahrhundert n. Chr. und belegt durch antike Weinkeltern die Jahrtausende alte Tradition des Weinbaus.
  • Igreja de São José de Godim: Diese bedeutende Pfarrkirche im Ortsteil Godim repräsentiert die religiöse Tradition. Ihr Bau steht im Kontext der barocken Erneuerungswelle des Douro-Tals.
  • Igreja Matriz de Peso da Régua (Igreja de São Faustino): Die barocke Hauptkirche aus dem 18. Jahrhundert besticht durch ihre vergoldeten Schnitzaltäre (Talha Dourada) und ein bedeutendes Gemälde der Letzten Cena von Pedro Alexandrino de Carvalho.
  • Miradouro de Santo António: Dieser Aussichtspunkt bietet eine direkte Perspektive auf die Stadt Peso da Régua, ihre drei charakteristischen Brücken und die Staustufe von Bagaúste.
  • Miradouro de São Leonardo de Galafura[8]: Auf 640 Metern Höhe gelegen, bietet dieser Aussichtspunkt einen der spektakulärsten Blicke über den Douro und inspirierte den Dichter Miguel Torga zu seinen Beschreibungen der Region.
  • Ponte Ferroviária da Régua: Die 1934 fertiggestellte Steinbogenbrücke war ursprünglich Teil einer nicht vollendeten Bahnstrecke nach Lamego. Sie stellt ein bedeutendes ingenieurtechnisches Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts dar.
  • Ponte Metálica (Ponte D. Luís I)[9]: Diese 1872 eingeweihte Eisenfachwerkbrücke wurde unter König D. Luís I. erbaut und diente bis 1949 dem Straßenverkehr, bevor sie 2012 als Fußgängerbrücke revitalisiert wurde.
  • Teatrinho Reguense (Musealer Charakter)[10]: Dieses 1912 eröffnete Theatergebäude ist ein architektonisches Denkmal des Jugendstils und dient als „lebendes Museum“ für die darstellenden Künste und die bürgerliche Kultur des frühen 20. Jahrhunderts.

Vila Real

Museen

  • Museu de Arqueologia e Numismática[11]: Beherbergt bedeutende Sammlungen zur regionalen Archäologie und eine der wichtigsten numismatischen Bestände Nordportugals. Für den Besuch des Turms von Quintela[12] (mittelalterlicher Wohnturm in Vila Marim) muss ein individueller Termin vereinbart werden.
  • Museu Etnográfico de Vila Real[13]: Fokus auf das tägliche Leben, Handwerk (wie die schwarze Keramik von Bisalhães) und die Traditionen der Region Trás-os-Montes.
  • Museu de Geologia Fernando Real[14]: Geologische Sammlung der Universität UTAD, die die mineralogische Vielfalt des Nordens Portugals präsentiert.
  • Museu do Som e da Imagem[15]: Bewahrt das audiovisuelle Erbe der Region, einschließlich historischer Fotografien, Filmen und dem Nachlass des Teatro Avenida.
  • Museu da Vila Velha[16]: Dokumentiert die archäologische Entwicklung der Stadt Vila Real und präsentiert Funde aus den systematischen Ausgrabungen im historischen Kern.

Sehenswürdigkeiten

  • Casa de Mateus[17]: Ein prachtvoller Barockpalast mit berühmten Gärten und einem Weingut, das international als Wahrzeichen der Region gilt.
  • Igreja de São Paulo (Capela Nova oder Capela dos Clérigos)[18]: Ein barockes Gebäude, dessen Bau 1639 begonnen wurde. Die Architektur wird Nicolau Nasoni zugeschrieben.
  • Igreja de São Pedro[19]: Der Barockbau aus dem 17. Jahrhundert mit manieristischen Einflüssen und prächtiger Holzdecke in der Hauptkapelle, ist eines der besten Beispiele für den Barockstil in Vila Real.
  • Jardim Botânico da UTAD[20]: Einer der größten botanischen Gärten Europas, der als lebendes Museum für die Flora des Douro und der ganzen Welt dient.
  • Olaria de Bisalhães[21]: Bisalhães in Portugal ist als „Land der Töpfer“ bekannt, genauer gesagt als Ort der schwarzen Tonproduktion.
  • Parque Natural do Alvão[22][23]: Ein Naturschutzgebiet, das für seine reiche Biodiversität und die beeindruckenden Wasserfälle „Fisgas de Ermelo“ bekannt ist.
  • Passadiços do Corgo[24]: Ein System aus Holzstegen entlang des Flusses Corgo bietet ein besonderes Naturerlebnis.
  • Santuário de Panóias[25]: Eine archäologische Stätte mit römischen Felsheiligtümern, die einzigartige Inschriften und Ritualbecken beherbergt.
  • Sé Catedral (Igreja de S. Domingos)[26]: Gotische Kirche eines ehemaligen Dominikanerklosters (15. Jh.) mit schlichter Fassade und manuelinischen Details.

Siehe auch

Literatur

  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon, 3. überarbeitete Ausgabe. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.
  • Richard Mayson: Port and the Douro. 2. Auflage. Mitchell Beazley Classic Wine Library, 2004, ISBN 1-84000-943-8.
  • Hans-Peter Burmeister: Portugal Römische Villen, manuelinische Klöster und Museen der Moderne zwischen Lissabon und Porto, Minho und Algarve. DuMont, Köln 2001 (DuMont Kunst-Reiseführer), ISBN 3-77014416-3.
  • Pedro Veloso, Susana Fonseca, Sérgio Fonseca: Reisen und Geschichten: gesetzlich abgegrenzte Weinanbaugebiet der Region Douro. 4. überarbeitete Auflage, Verlag Objecto Anomino, 2014, ISBN 978-989-8256-14-0
  • Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Nordportugal. 2. überarbeitete Ausgabe. Michael Müller Verlag, Erlangen 2008, ISBN 978-3-89953-402-3
Commons: Alto Douro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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