Ambrox

organische Verbindung, Duftstoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Ambrox (auch Ambroxan) ist eine trizyklische, sesquiterpenoide chemische Verbindung[5]. Sie wurde als einer der Stoffe identifiziert, die für den charakteristischen Geruch der grauen Ambra verantwortlich sind, einem der wertvollsten tierischen Duftstoffe neben Zibet und Moschus.[6]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von (−)-Ambrox
Strukturformel von (−)-Ambrox
Allgemeines
Name Ambrox
Andere Namen
  • (3aR,5aS,9aS,9bR)-3a,6,6,9a-Tetramethyl-dodecahydronaphto[2,1-b]furan
  • 1,5,5,9-Tetramethyl-13-oxatricyclo-[8.3.0.0.(4.9)]tridecan 3738-00-9
  • (−)-Ambrox
  • (−)-Ambroxan
  • (−)-Ambroxid
Summenformel C16H28O
Kurzbeschreibung

kristalliner Feststoff mit charakteristischem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 6790-58-5 [(−)-Ambrox]
  • 100679-85-4 [(±)-Ambrox]
  • 3738-00-9 [Stereoisomerengemisch]
  • 68365-89-9 [(−)-epi-Ambrox]
EG-Nummer 229-861-2
ECHA-InfoCard 100.027.147
PubChem 10857465
ChemSpider 9032756
Wikidata Q2793438
Eigenschaften
Molare Masse 236,39 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,939 g·cm−3 [(−)-Ambrox][2]

Schmelzpunkt

73–75 °C [760 mm Hg, (−)-Ambrox][3]

Siedepunkt

120 °C [1,4 mm Hg, (−)-Ambrox][3]

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser [2,4 mg·l−1, (−)-Ambrox][3]
  • löslich in Ethanol [(−)-Ambrox][3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

Ambrox entsteht durch die Reaktion von Ambrein (Hauptbestandteil der grauen Ambra, einer wachsartigen Substanz aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen) mit Luftsauerstoff. Als Zersetzungsprodukt von (Labdan-)Diterpenen kann Ambrox in geringen Mengen auch in folgenden Quellen vorkommen:

Gewinnung und Darstellung

Zur Gewinnung von Ambrox wird Ambrein nicht mehr verwendet, es wird als Ausgangsstoff durch Sclareol aus Salvia sclarea ersetzt. Durch die Publikation der ersten Partialsynthese im Jahre 1950 von der Firma Firmenich wurde eine alternative Ambrox-Quelle gefunden. Schlüsselschritt der technischen Synthese ist der oxidative Abbau der Seitenkette mit Chromtrioxid CrO3. Die anschließende Reduktion des Lactons mit Lithiumaluminiumhydrid führt zum Diol, welches in Gegenwart von Säuren zum gewünschten Ether cyclisiert. Als Nebenprodukt kann das thermodynamisch stabilere 9b-epi-Ambrox entstehen. Die Reaktion ist im industriellen Maßstab mit einer Ausbeute von 54 % durchführbar.[12]

Nach dem Auslaufen des Patentes Anfang der 1980er Jahre wurden weitere, technisch realisierbare Syntheserouten veröffentlicht. Eine Abbaureaktion von Sclareol mittels Natriumperiodat (anstelle von Kaliumpermanganat) wurde im Arbeitskreis von Sir Derek H. R. Barton publiziert und zum Patent angemeldet.[13]

Synthese von Ambrox ausgehend von Sclareol

Obwohl die Syntheseschritte verhältnismäßig einfach und sicher durchgeführt werden können, liegt der große Nachteil in diesen Synthesen in der fluktuierenden Versorgungslage und somit stark variierenden Preisen von Sclareol.[14]

Als Alternative zu Sclareol kann auch (+)-cis-Abienol zur Herstellung von Ambrox verwendet werden. (+)-cis-Abienol gewinnt man aus Kanadabalsam.[12]

Synthese von Ambrox ausgehend aus (+)-cis-Abienol

Mittels Ozonolyse von (+)-cis-Abienol und anschließender reduktiven Aufarbeitung, erhält man ein Diol, welches mit Tosylchlorid in Pyridin mit exzellenten Ausbeuten zu Ambrox cyclisiert werden kann.[15] Neben dieser synthetisch betrachtet besonders geschickten Abbaureaktion, kann Ambrox auch noch ausgehend von einer Reihe anderer Naturstoffe [(−)-Drimenol[16] , (−)-Thujon[17] oder auch (+)-Carvon[18]] gewonnen werden.

Verwendung und Eigenschaften

Ambrox ist ein schon seit dem Altertum bekannter Duftstoff, der bei der Parfüm­herstellung verwendet wird.

Die unterschiedlichen Stereoisomere von Ambrox haben einen vergleichbaren Duft, unterscheiden sich aber in ihren Geruchsschwellen.[19]

Einige Stereoisomere von Ambrox
Einige Stereoisomere von Ambrox
Weitere Informationen Isomer, Geruchsschwelle in ppb ...
IsomerGeruchsschwelle in ppb
(−)-Ambrox0,3
3a-epi-(−)-Ambrox34
9b-epi-(−)-Ambrox0,15
(+)-Ambrox2,4
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Die Weltjahresproduktion für Ambrox und Analoga liegt bei etwas mehr als 30 Tonnen.[20]

Handelsnamen

Einzelnachweise

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