Ammoniumsulfat
chemische Verbindung
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Ammoniumsulfat (E 517) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Salze, das bei der Reaktion von Ammoniak mit Schwefelsäure gebildet wird. Ein nahe verwandtes Salz ist Ammoniumhydrogensulfat.
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Ammoniumsulfat | |||||||||||||||
| Andere Namen | ||||||||||||||||
| Summenformel | (NH4)2SO4 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
geruch- und farbloser kristalliner Feststoff[3] | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 132,14 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Dichte |
1,77 g·cm−3[3] | |||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||
| Löslichkeit |
leicht löslich in Wasser:
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | ||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−1180 kJ·mol−1[7] | |||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Vorkommen
Eigenschaften
Ammoniumsulfat ist zwar wenig hygroskopisch, aber gut in Wasser löslich. Die wässrigen Lösungen reagieren schwach sauer. Wie bei vielen anderen Ammoniumsalzen kann es mit Natriumnitrit oder Kaliumnitrit schon bei Raumtemperatur zur Flammenbildung kommen oder sogar explosionsartig reagieren.
Gewinnung und Darstellung
Ammoniumsulfat wird immer gebildet, wenn gasförmiges, in Wasser oder anderen Lösungsmitteln gelöstes Ammoniak mit Lösungen von Schwefelsäure in Kontakt kommt. Das ist z. B. der Fall, wenn bei der Herstellung von Stadtgas durch Kohlevergasung das ammoniakhaltige Rohgas einer Gaswäsche mit verdünnter Schwefelsäure unterzogen wird um das als Düngemittel wertvolle Ammoniumsulfat zu bilden.
Industriell relevant ist die Produktion von Ammoniumsulfat bei der Herstellung von Caprolactam, da dieses als Koppelprodukt anfällt.
Auch andere ungewöhnliche Umsetzungen wurden entwickelt, um aus den einfachen, billigen Ausgangs- oder Abfallprodukten Ammoniak, Kohlenstoffdioxid und Wasser mit Hilfe von Gips das wertvolle Ammoniumsulfat herzustellen.[9]
Verwendung

Ammoniumsulfat ist ein wichtiger Düngemittelzusatzstoff. In biologischen Kläranlagen dient es als ein Bestandteil von Nährstoffmischungen für die Mikroorganismenkulturen.
In der chemischen Industrie dient es unter anderem als Fällungsmittel für Proteine, als Flotationsmittel und zur Herstellung von Feuerlöschpulver und Flammschutzmitteln. Die Lederindustrie verwendet es für Beizen, die Papierindustrie für schwer entflammbare Papiere.
In der Biochemie wird Ammoniumsulfat zum Aussalzen von Proteinen (Ammoniumsulfat-Fällung) verwendet. Daneben werden Zellen und Gewebe zum Schutz der RNA vor Degradation in einer gesättigten Ammoniumsulfat-Lösung konserviert.
Ammoniumsulfat wird auch Lebensmitteln als Trägersubstanz für andere Zusatzstoffe zugesetzt. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 517 ausschließlich als Trägerstoff bzw. Trägerlösemittel zugelassen.
In der Weinherstellung setzt man Ammoniumsulfat als Bestandteil von Nährsalzmischungen für Hefen ein, vor allem um deren Zellvermehrung während der Gärung zu begünstigen.
Ammoniumsulfat findet auch Absatz als Streusalz zum Auftauen von Schnee und Eis, das angeblich Hunde- und Katzenpfoten schont. Vermutlich relativ zu anderen Salzen. Es verursacht keine (wie für Chloridsalze typischen) hartnäckigen weißen Salzkrustenränder auf dem Wegepflaster, die Spuren verschwinden nach wenigen leichten Regenfällen. Streusalzverbote scheinen trotzdem auch für Ammoniumsulfat zu gelten. Es gehört zur geringsten Wassergefährdungsklasse 1 und ist kein gefährliches Produkt im Sinne der Richtlinie 67/548/EWG. Wichtige Sicherheitshinweise:
- Nach Einatmen: Frischluft
- Nach Hautkontakt: Mit reichlich Wasser abwaschen. Kontaminierte Kleidung entfernen.
- Nach Augenkontakt: Mit reichlich Wasser bei geöffnetem Lidspalt ausspülen.
- Nach Verschlucken: Wasser trinken (max. zwei Trinkgläser), bei Unwohlsein Arzt konsultieren.
- Unbedingt vermeiden: Kontakt dieses Salzes mit Alkalimetallen