Amobarbital

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Amobarbital ist ein langwirkendes Barbiturat mit Wirkung auf die GABAA-Rezeptoren. Es hat eine Eliminationshalbwertszeit von 8 bis 42 Stunden. Sein Gebrauch war in Medikamenten (Schlafmittel, Beruhigungsmittel) vor der Entdeckung der Benzodiazepine weit verbreitet; heute ist der Verkauf als Fertigmedikament in fast allen Ländern eingestellt. Amobarbital wird durch die Leber abgebaut.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Amobarbital
Allgemeines
Freiname Amobarbital
Andere Namen

5-Ethyl-5-isopentylbarbitursäure (IUPAC)

Summenformel C11H18N2O3
Kurzbeschreibung

weißes bis fast weißes, kristallines Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-330-7
ECHA-InfoCard 100.000.300
PubChem 2164
ChemSpider 2079
DrugBank DB01351
Wikidata Q415850
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N05CA02

Wirkstoffklasse

Hypnotika, Ganglienblocker

Eigenschaften
Molare Masse 226,28 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt
pKS-Wert

8,0 (25 °C)[3]

Löslichkeit

sehr schwer löslich in Wasser, leicht löslich in Ethanol 96 %, löslich in Dichlormethan[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]

Natriumsalz

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301
P: 301+310[4]
Toxikologische Daten

250 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[5]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Amobarbital wurde und wird auch heute noch in verschiedenen Ländern, u. a. den USA, als Wahrheitsserum zur Klärung von Verbrechen eingesetzt. Jenseits dieser Fälle wurde es zuerst 1930 von William Bleckwenn an der University of Wisconsin bei psychiatrischen Patienten verwendet, um deren unter anderem stupuröse Blockierungen zu lösen.[6] Seit 1949 wurde es bei der prächirurgischen Diagnostik von Epilepsien beim Wada-Test eingesetzt.[7] Amobarbital war mit Dexedrin auch Bestandteil des Kombinationspräparats Dexamyl.[8]

Handelsnamen

Sodium Amytal (GB), Tuinal (GB), Dorlotyn (H)

Einzelnachweise

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